Die 42. Ausgabe unserer limitierten BLUE ROSE NUGGETS nun erhältlich - bestellt 4 Titel aus unserem Mailorder und ihr bekommt die CD mit - wie kann es anders sein - herrlicher Blue Rose-Musik - GRATIS dazu! Mehr dazu weiter unten...





08.03.

 
    
MAILORDER NEWS





Wie kann man den Umsatz ankurbeln, wenn die Neuheiten entweder nicht so einschlagen wie gewünscht oder nicht in der Menge kommen wie erhofft? Man geht an sein Tafelsilber. Das hat oft etwas Anrüchiges an sich, manchmal aber muss man auch wohlwollend nicken und die Idee für gut, wenn nicht sogar für sehr gut finden. Das hat die Firma Sony mit 5er-Sets gezeigt, die Gebrüder Warner folgen nun mit einer kleinen Armada auf ihrem Deluxe-Label Rhino nach. Jeweils mit 5 Original-Alben als LP-Replika in einem dicken Schuber.

Jedes 5-CD-Set kostet € 18,50, das sind umgerechnet pro CD gerade mal € 3,70, die beste Gelegenheit also, die Plattensammlung um einige (oder mehrere) Perlen der Musikgeschichte zu erweitern.


AZTEC CAMERA (High Land Hard Rain/Knife/Stray/Dreamland/Frestonia)
GEORGE BENSON (Breezin'/Weekend in La/Give Me the Night/Tenderly/Big Bossband)
BREAD (Baby I'm a Want You/Bread/Guitar Man/Manna/On the Water)
THE CARS (The Cars/Candy-O/Panorama/Shake It Up/Heartbeat City)
HARRY CHAPIN (Heads and Tales/Sniper and Other Love Songs/Short Stories/Verities and Balderdash/On the Road to Kingdom Come)
NATALIE COLE (Everlasting/Good to Be Back/Take a Look/Stardust/Unforgettable: With Love)
JUDY COLLINS (Fifth Album/In My Life/Wildflowers/Who Knows Whe the Time Goes/Judith)
BOBBY DARIN (/Bobby Darin/That's All/This Is Darin/Things and Other Things/Sings Ray Charles)
DR. JOHN (Gris Gris/Babylon/The Sun Moon and Herbs/Dr. John's Gumbo/In the Right Place)
THE DRIFTERS (Clyde Mcphatter.../Rockin' & Driftin'/Save the Last Dance For Me/Under the Boardwalk/I'll Take You Where...)
ECHO & THE BUNNYMEN (Crocodiles/Echo and the Bunnymen/Heaven Up Here/Ocean Rain/Porcupine)
DUKE ELLINGTON (Jazz Violin Sessions/Duke Ellington Plays Mary Poppins/Ellington '66/Ellington '65/Will Big Bands Ever Come Back)
FOGHAT (Energized/Foghat/Fool for the City/Live/Tight Shoes)
FOREIGNER (4/Agent Provocateur/Double Vision/Foreigner/Head Games)
ARETHA FRANKLIN (I Never Loved a Man the Way I Love You/Lady Soul/Aretha Now/Spirit in the Dark/Aretha Live at Fillmore West)
DONNY HATHAWAY (Donny Hathaway/Everything Is Everything/Extension of a Man/in Performance/Live)
J. GEILS BAND (Full House/Bloodshot/Ladies Invited/The J. Geils Band/The Morning After)
JESUS AND MARY CHAIN (Psychocandy/Darklands/Automatic/Honey's Dead/Stoned and Dethroned)
RICKIE LEE JONES (Rickie Lee Jones/Pirates/Girl at Her Volcano/The Magazine/Naked Songs)
CHAKA KHAN (Chaka/Chaka Khan/I Feel for You/Naughty/Whatcha' Gonna Do for Me)
LITTLE FEAT (Little Feat/Sailin' Shoes/Dixie Chicken/Feats Don't Fail Me Now/The Last Record Album)
LOS LOBOS (And a Time to Dance/By the Light of the Moon/How Will the Wolf Survive/Kiko/The Neighborhood)
MANHATTAN TRANSFER (The Manhattan Transfer/Mecca for Moderns/Vocalese/Swing/The Spirit of St. Louis)
THE MONKEES (Headquarters/Monkees/More of the Monkees/Pisces Aquarius Capricorn and Jones/The Birds the Bees and the Monkees)
PAUL BUTTERFIELD BLUES NAND (East West/In My Own Dream/Keep on Moving/Ihe Paul Butterfield Blues Band/Ihe Resurrection of Pigboy Crabshaw)
CHRIS REA (Water Sign/Shamrock Diaries/On the Beach/The Road to Hell/Espresso Logic)
THE POGUES (Red Roses for Me/Rum Sodomy and the Lash/If I Should Fall from Grace With God/Peace and Love/Hell's Ditch)
OTIS REDDING (Pain in My Heart/The Great Otis Redding Sings Soul Ballads/Otis Blues/The Soul Album/Complete and Unbelievable)
LINDA RONSTADT (Prisoner in Disguise/Simple Dreams/Living in the USA/Mad Love/Gry Like a Rainstorm Howl Like the Wind)
TODD RUNDGREN (Runt/The Ballad of Todd Rundgren/Faithful/Hermit of Mink Hollow/The Ever Popular Tortured Artist Effect)
SISTERS OF MERCY (A Slight Case of Overbombing/Some Girls Wander By Mistake/First and Last and Always/Floodland/Vision Thing)
ROD STEWART (Vagabond Heart/Foolish Behaviour/Camouflage/Tonight I'm Yours/Every Beat of My Heart)
WARREN ZEVON (Bad Luck Streak in Dancing School/Excitable Boy/Stand in the Fire/The Envoy/Warren Zevon)


    
 




08.03.

"...and the winner is...

...'The Weary Kind' by Ryan Bingham and T-Bone Burnett!"



Unsere Hoffnungen wurden erfüllt - bei der Oscar-Verleihung gewann der Film Crazy Heart tatsächlich zwei der begehrten Trophäen. Natürlich wird in den Nachrichten vor allem der Sieg von Jeff Bridges in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" hervorgehoben, den er auch verdient hat. Die Rubrik "Music (Original Song)" wird dabei stiefmütterlich behandelt bzw. gar nicht erwähnt, wobei für uns als "Plattenfirma" diese Auszeichnung weit mehr Bedeutung hat, da wir den Soundtrack zum Film anbieten, auf dem der Song "The Weary Kind" ebenfalls vertreten ist. Die Auszeichnung für RYAN BINGHAM katapultiert den bisher nur bei Insidern bekannten Singer/Songwriter in eine ganzlich andere Region, dabei hat er mit Mescalito und Roadhouse Sun bereits zwei großartige Alben veröffentlicht. Die Auszeichnung ist umso höher zu bewerten, da sich Bingham (und Co-Writer T-Bone Burnett) unter anderem nicht nur gegen die Singer/Songwriter-Legende Randy Newman durchsetzen konnte, sondern da dieser gleich mit 2 Beiträgen aus dem Film Die Prinzessin und der Frosch (The Princess and the Frog) nominiert gewesen war.

Crazy Heart war am 5. März in Deutschland angelaufen. Wer jetzt vergeblich im örtlichen Kinoangebot nach dem Film sucht, muss sich nicht wundern, wenn er ihn nicht findet, da der Verleih gerade mal knapp 60 Kopien gezogen hatte und der Film derzeit in nicht einmal 50 Städten dieser Republik zu sehen ist. Wir hoffen, dass sich diese Situation nach den Oscar-Erfolgen schnell ändert.

Lustige kleine Anekdote am Rande: Jeff Bridges hatte sich u.a. auch gegen George Clooney durchsetzen können, der für seine (Haupt-) Rolle in dem Film Up In The Air leer aus ging. Und wie heißt Clooney in dem Film? Nicht Jack Smith, nicht Billy Lester, nicht Frank White - er heißt Ryan Bingham!

VARIOUS ARTISTS
Crazy Heart
(Soundtrack)


CD € 13,90
Deluxe-CD € 15,50
RYAN BINGHAM
Roadhouse Sun



CD € 14,90
2-LP € 15,90
RYAN BINGHAM
Mescalito



CD € 13,90
2-LP € 17,90



07.03.

South-By Southwest, auch kurz SXSW genannt, steht wieder vor der Tür, und Blue Rose wird zum 16. Mal hintereinander seit 1995 bei diesem mittlerweile unbestritten größten Musikfestival der Welt in Austin dabei sein, das vom 17. bis 21. März stattfindet. Nicht allein der Auflauf an Künstlern und Bands (man schätzt die Showcases auf über 2.000 an 5 Tagen!), kennt anscheinend keine Grenzen, auch aufgrund der zu erwartenden Besucher herrscht von Mittwoch bis Samstag der totale Ausnahmezustand in der texanischen Hauptstadt. Auf www.sxsw.com sind in der "Music"-Sparte (es gibt auch noch ein Festival für Film und Interaktive Medien) die Bands und Künstler aufgeführt, wo und wann sie ihren Auftritt haben. Von Blue Rose-Seite sind das so bekannte Namen wie John Hiatt, Jon Dee Graham, Tim Easton, The Band Of Heathens, The Silos, James McMurtry, Austin Collins, Cracker, Buddy Miller, Susan Cowsill oder Drive-by Truckers. Die sind jetzt übrigens zu ATO Records gewechselt und veröffentlichten dort das neue Studioalbum Big To-Do - bei uns ab übermorgen im Mailorder erhältlich!

Neben den eigenen Künstlern sind Namen auf der Liste wie BoDeans, Carrie Rodriguez, Luke Doucet, Lucero, Mother Truckers, Brandon Jenkins, Deep Dark Woods, Hayes Carll oder die Coal Porters, um nur einige wenige zu nennen. Es wird sicher wie in all den Jahren zuvor schwierig, all das sehen zu können, was man möchte.

Wie in den letzten Jahren üblich, werden wir auch diesmal wieder von den SXSW-Tagen berichten. Thomas "Chill Music" Dewers und Blue Rose-Labelchef Edgar Heckmann werden versuchen, ihre Eindrücke in Wort, Bild und Video zu schildern. Da, wo jetzt noch der Button "SXSW 2009" in der oberen blauen Leiste unserer Website zu sehen ist, wird bereits in Kürze "SXSW 2010" stehen. Wir würden uns freuen, wenn unser SXSW-Tagebuch einen guten Zuspruch erhält.

Wie oben erwähnt, werden auch The Band Of Heathens bei SXSW auftreten, und das nicht nur ein Mal. Eine besondere Geschichte findet am Mittwoch, 17.3. statt: Das Quintett wird ein virtuelles Konzert geben, das über den Computer nicht nur zu verfolgen sein wird, sondern man ist als virtueller Zuschauer direkt dabei und die Band kann mit den Zuschauer kommunizieren. Wie das alles genau ablaufen soll, ist uns auch noch etwas schleierhaft, aber wir sind vor Ort und gespannt! Auf der deutschen Fan-Seite der Band (www.bandofheathens.de) steht ausführlich, was man tun muss, um dabei zu sein.



28.02.



Wir haben wieder einmal einen kleinen Streifzug durch das World Wide Web gemacht und einige schöne Reviews unserer jüngsten Veröffentlichungen entdeckt, die wir euch nicht vorenthalten möchten:

CRACKER - Live At The Rockpapast Crossroads Festival:
hooked-on-music.de
musicheadquarter.de

JASON & THE SCORCHERS - Halcyon Times:
hooked-on-music.de
Track4-info.de
countryjukebox.de
rocktip.de
rocktimes.de

JON DEE GRAHAM - It's Not As Bad As It Looks:
hooked-on-music.de
rocktimes.de

HANK SHIZZOE - Breather:
hitparade.de
rocktimes.de

RECKLESS KELLY - Somewhere In Time:
hooked-on-music.de
track4.de
rocktip.de

SONS OF BILL - One Town Away:
hooked-on-music.de

VARIOUS ARTISTS - CRAZY HEART Motion Picture Soundtrack:
countrymusicnews.de
laut.de
countrymusicstars.de
countryjukebox.de

KRIS KRISTOFFERSON - Closer To The Bone:
computerbild.de
country.de
musikreviews.de
plattentests.de
schallplattenmann.de



28.02.

 
    
MAILORDER NEWS





Die englische Plattenfirma FLOATING WORLD verleitet uns durch extreme temporäre Preisreduzierungen dazu, einen kleinen Teil des Kataloges zu wunderbar günstigen Preisen an unsere Kunden weiterzugeben. "Temporär" heißt dann allerdings, dass es diese Titel nur bis 30.4.2010 zu diesen Preisen gibt, dann gehen sie wieder in die Höhe bzw. verschwinden wieder aus dem Angebot.

Beschreibungen zu den einzelnen Alben findet ihr unter den jeweiligen Alben. Hierzu einfach auf die jeweiligen Titel klicken.

Wenn nicht anders angegeben, kostet jede CD im Aktionszeitraum 1.3.-30.4.2010 schlappe € 7,50, egal ob Einfach-, Doppel- oder Dreifach-CD.


BETTS, DICKEY - Collectors/Let's Get Together (2-CD)
BETTS, DICKEY - Official Bootleg (2-CD)
BLASTERS - 4-11-44 (CD)
BLASTERS - Live: Going Home (2-CD)
BLOODKIN - Baby They Told Us We Would Rise Again (CD)
BLUE CHEER - What Doesn't Kill You? (CD)
BLUE FLOYD - Begins (2-CD)
BRUCE, JACK & ROBIN TROWER - Seven Moons (CD)
CLAYTON, LEE - Border Affair: The Capitol Years (2-CD)
CLEM SNIDE - Hungry Bird (CD)
DIXON, WILLIE & MUDDY WATERS - Python - Snake Bite 3 (CD)
ESCOVEDO, ALEJANDRO - Thirteen Years (2-CD)
GORDON, ROBERT - Live Fast Love Hard (2-CD)
GOV'T MULE - Best Of The Capricorn Years (2-CD)
GOV'T MULE - Deep End 1& 2 (3-CD)
GOV'T MULE - Deepest End (2-CD+DVD) - € 9,50
GOV'T MULE - Deja Voodoo (2-CD)
GOV'T MULE - Gov't Mule (CD)
GUY, BUDDY, OTIS RUSH & IKE TURNER - Cobra : Snakebite Vol. 2 (2-CD)
JENKINS, JOHNNY - Ton Ton Macoute (CD)
KING, FREDDY - Texas In My Blues (CD)
McGUINN CLARK HILLMAN - Capitol Collection (2-CD)
MOFFATT, KATY - Trilogy (2-CD)
OVANS, TOM - Get On Board (CD)
OVANS, TOM - Honest Abe & The Assassins (CD)
ROSE, EILEEN - At Our Table (CD)
SOUTHSIDE JOHNNY - Grapefruit Moon (CD) - € 9,50
SOUTHSIDE JOHNNY & ASBURY JUKES - The New Jersey Collection (3-CD) - € 9,50
SPIRIT - Archive/An Introduction (CD)
SPIRIT - Blues From The Soul (CD)
SPIRIT - Live From The Time Coast (2-CD)
13TH FLOOR ELEVATOR - Psychedelic Circus (CD)
TROWER, ROBIN - RT @ RO.08 (2-CD)
TROWER, ROBIN - What Lies Beneath (CD)
THE TUBES - Mondo Birthmark (CD)
WELCH, BOB - Greatest Hits & More (CD)
    
 




28.02.

MAILORDER NEWS


Gehört ein JOHN MAYER in einen Blue Rose-Katalog, wird sich manche(r) fragen. Wir denken schon, wenn in seiner Biografie Namen wie Stevie Ray Vaughan, Robert Cray oder Jimi Hendrix oder Begriffe wie "Blues" fallen und er 2007 beim Crossroads-Festival zusammen mit Eric Clapton das Stück "Crossroads" wie ein Alter präsentiert hatte. Und tatsächlich darf man den 32-jährigen Musiker aus Connecticut trotz seiner Chartsplatzierungen nicht unter "Mainstream" oder "music for the masses" abstrafen. Kontinuierlich ging sein Weg nach oben, seit 2001 veröffentlichte er die Alben Room For Squares (mit dem Radiohit "Your Body Is A Wonderland"), Heavier Things (2003), Continuum (2006) und jüngst Battle Studies. Grammy-Nominierungen und -Preise zieren seine Karriere und in seiner Heimat gehört der Frauenschwarm mittlerweile zu den Superstars.

Wir haben seine ersten drei oben erwähnten Alben für kurze Zeit zum absoluten Knallerpreis, die beste Gelegenheit, den Mann zu entdecken!




27.02.

Wir haben wieder einmal bei diversen CDs den Rotstift angesetzt und in den Midprice- und Budget Price-Bereich "degradiert":

Neu im Midprice (je € 8,90 außer Brandos € 13,90):
THE BAND OF HEATHENS - The Band Of Heathens (CD)
THE BASEBALL PROJECT - Vol. 1: Frozen Ropes And Dying Quails (CD)
BLUE MOUNTAIN - Omnibus (CD)
BLUE MOUNTAIN - Midnight In Mississippi (CD)
RANDALL BRAMBLETT - Now It's Tomorrow (CD)
THE BRANDOS - Town To Town, Sun To Sun - Live in Germany 2007 (2-CD+DVD)
GOV'T MULE - High & Mighty (CD)
BEN LEE - The Rebirth Of Venus (CD)
JAMES McMURTRY - Just Us Kids (CD)
ELLIOTT MURPHY - Notes From The Underground (CD)
SCRAPPY JUD NEWCOMB - Ride The High Country (CD)
OLD 97s - Blame It On Gravity (CD)
MARK OLSON & GARY LOURIS - Ready For The Flood (CD)
MARKUS RILL - The Things That Count (CD)
SCOTT WEILAND - Happy In Galoshes (2-CD)
JORDAN ZEVON - Insides Out (CD)

Neu im Budget Price (je € 4,90):
IAIN MATTHEWS - Sparkler - Best Of The Texas Recordings 1989-2004 (2-CD) - ausverkauft!
SAND RUBIES - Mas Cuacha
WRINKLE NECK MULES - The Wicks Have Met



27.02.

MAILORDER NEWS

NEUHEITEN Woche 7+8/2010




27.02.


VARIOUS ARTISTS
Blue Rose Nuggets 42


CD € 5,00
oder kostenlos!
"Halbzeit" bei der 4. Staffel der Blue Rose Nuggets-Serie, die ausschließlich über unseren Mailorder erhältlich ist. Randvoll mit 15 Songs sowie einem großartigen Videoclip von Kris Kristofferson's "Closer To The Bone", wobei die Audio-Stücke wieder sowohl aus Auskopplungen neuer Blue Rose- bzw. New West-Alben als auch aus Songs des mittlerweile 15 Jahre umfassenden Kataloges bestehen. Ryan Bingham's Beitrag "The Weary Kind" hatte bereits einen Golden Globe-Award bekommen, wir schauen gespannt auf die Oscar-Verleihung am 7. März, wo er ebenfalls als "Best Original Song" nominiert ist und sehr gute Chancen hat. Außerdem gibt es neue Stücke von John Hiatt, Reckless Kelly und Kasey Anderson. Bisher unveröffentlichte Live-Mitschnitte von Tom Gillam sowie gleich zwei Beiträge der Blue Rose Christmas Party 2008 und 2009 runden diese 42. Ausgabe gebührend ab.

Allen Bestellungen, die ab dem Datum 27.2. bei uns eingehen und die die Kriterien eines kostenlosen Exemplares erfüllen, wird die Ausgabe 42 beigelegt. Wer dennoch die Nummer 41 haben möchte (gilt bis 28.02.), der möge dies bitte im Kommentarfeld des Warenkorbes angeben.

Da immer wieder neue Kunden und Interessenten zu uns stoßen, hier nochmals eine kleine Erklärung, was es mit der Blue Rose Nuggets-Reihe auf sich hat:
Die NUGGETS-Serie besteht aus Songs aus allen bisher erschienenen Blue Rose-Scheiben, bunt gemischt und für heraushebend gut befunden. Darunter sind auch bisher unveröffentlichte Aufnahmen, Studio-Outtakes, Live-Recordings oder auch Videos.
Die NUGGETS-Serie gibt es ausschließlich über den Blue Rose-Mailorder. Außerdem bekommt jeder, der mindestens 4 Artikel aus unserem Programm bestellt, den aktuellen NUGGETS-Sampler automatisch - KOSTENLOS - mitgeliefert (gilt für alle Bestellungen innerhalb Europas). Er muss also nicht als 5. Artikel mitbestellt werden, wie das hin und wieder welche tun. Das führt dann dazu, dass wir nochmals ein Exemplar beilegen, da wir ja nicht wissen, ob der Besteller absichtlich 2 Exemplare wollte - eines kaufen und eines geschenkt. Die Portofreigrenze (nur für Deutschland) bleibt hiervon unberührt, bei der Bestellung von mindestens 5 Artikel (da ist die kostenlose Nuggets-CD natürlich nicht eingerechnet) spart man also nicht nur das Porto, sondern bekommt obendrein noch eine CD im Wert von 5 €. Denn die NUGGETS-CD kann man auch käuflich erwerben, man muss also nicht unbedingt 4 Artikel bestellen. Dieses Angebot ist allerdings nicht so zu verstehen, dass man sich andere Compilations wünschen kann, wenn man die NUGGETS-Serie schon besitzt.
Mehrfach zugesandte NUGGETS-CDs können auch verschenkt oder über Ebay versteigert werden - bei der begrenzten Auflage sicher bald ein Sammlerobjekt. Einige Ausgaben sind bereits ausverkauft...


Die Songliste der 42. Ausgabe:
1. RYAN BINGHAM - The Weary Kind (Theme From Crazy Heart) / aus dem Film- Soundtrack Crazy Heart
2. RECKLESS KELLY - Best Forever Yet / aus dem Album Somewhere In Time
3. CHRIS BURROUGHS - If You Lose Your Way / aus dem Album Loose
4. MICHAEL HALL - Captain, Captain / aus dem Album The Song His Was Listening To When He Died
5. BLUE ROSE ROCKESTRA (featuring Joseph Parsons, Julian Dawson, Todd Thibaud, Tom Gillam, Chris Cacavas, Hank Shizzoe, Keith Voegele, Mark Ortmann) - Friend Of The Devil/Wasn't Born To Follow / live aufgenommen bei der Blue Rose Christmas Party in der Blues Garage in Isernhagen am 13.12.2008 (bisher unveröffentlicht)
6. VIC CHESNUTT (R.I.P.) - Virginia / aus dem Album Ghetto Bells
7. GHOSTHOUSE - Trying To Reach You / aus dem Album Devotion
8. THE BAND OF HEATHENS - Right Here With Me / aus dem Album One Foot In The Ether
9. TOM GILLAM - Million Miles Away (live aufgenommen in der Harmonie in Bonn am 8.10.2009 (bisher unveröffentlicht)
10. JOHN HIATT - Movin' On / aus dem Album The Open Road
11. KASEY ANDERSON - Bellingham Blues / aus dem Album Nowhere Nights
12. ELLIOTT MURPHY & IAIN MATTHEWS - Big Umbrella / aus dem Album La Terre Commune
13. CHRIS CACAVAS - I Bow Down / aus dem Album Love's Been Discontinued
14. PATTY HURST SHIFTER - When You Lie / aus dem Album Too Crowded On The Losing End
15. JASON & THE SCORCHERS - Deep Holy Water (live aufgenommen bei der Blue Rose Christmas Party in der Blues Garage in Isernhagen am 5.12.2009 (bisher unveröffentlicht)
16. KRIS KRISTOFFERSON - Closer To The Bone (MPEG Video Clip) / aus dem Album Closer To The Bone



27.02.


JOHN HIATT
The Open Road


CD € 13,90
JOHN HIATT ist nun wirklich einer, den man niemandem, der halbwegs an amerikanischer Rock, Country, Blues und Roots Music interessiert ist, noch vorstellen muss. Selbst wer keine einzige seiner zahlreichen Platten im Regal stehen hat, wird ihn über den Umweg des Songschreibers oder Produzenten kennen. Bonnie Raitt, Jeff Healey Band, Eric Clapton & B.B.King, George Thorogood, Rodney Crowell, Gregg Allman, Steve Earle, Kelly Willis, Linda Ronstadt, The Band, Delbert McClinton, Willy DeVille, David Crosby, Emmylou Harris, Willie Nelson, Ry Cooder, Nitty Gritty Dirt Band, Neville Brothers... - diese Liste der Stars, auf deren Alben irgendwo im Kleingedruckten der Name John Hiatt steht, ließe sich unendlich verlängern! Regelmäßig und verlässlich bringt er zudem seit über 35 Jahren eigene Veröffentlichungen heraus, The Open Road heißt sein brandneues, insgesamt 20. Werk. Es ist bereits sein drittes in Folge für New West/Blue Rose und der Titel bedeutet gleich in zweifacher Hinsicht Programm.

Formal haben wir es mit einer stetig rockenden und rollenden, von schnörkellos gespielten Gitarren und einer dichten Rhythm Section angetriebenen Americana Music zu tun, die enorm frisch, dynamisch, dabei grenzenlos entspannt und optimistisch klingt. Inhaltlich stehen die 11, selbstverständlich allesamt selbst komponierten Songs für Aufbruch und Bewegung, für eine aktiv gestaltete Zukunft. Der Mann, der sich noch vor gar nicht langer Zeit als Master of Disaster bezeichnete, ist zwar im Kern seines Wesens ganz der Same Old Man geblieben, mit dem Blick auf sein Leben und die Zukunft scheint er allerdings völlig mit sich im Reinen, nach vorne orientiert, sich darauf einlassend, was alles so passiert, wenn man einfach die Straße weiterfährt und nicht ständig in den Rückspiegel schaut. Mit anderen Worten: wenn man richtig Spaß am Rock'n Roll hat!

Und eine Band besitzt, die genau dieses Feeling umsetzen kann. Aber damit hatte John Hiatt ja noch nie Probleme. Man denke nur an solch famose Gestalten wie Ry Cooder, Sonny Landreth, Jim Dickinson, David Immerglück, Matt Ward, Luther Dickinson usw., mit denen er schon unterwegs war. Hier heißt der Mann für die besonderen gitarristischen Momente Doug Lancio. Der ist einer dieser jüngeren Studiomusiker aus Nashville, die eigentlich gar keinen Kontakt zur arrivierten Mainstream-Szene suchen, sondern mit Jobs für Americana Acts, Alt.Country Rocker und East Nashville Singer/Songwriter hinreichend ausgelastet sind. Das Blue Moon Orchestra von Nanci Griffith, Matthew Ryan, Patty Griffin, Tommy Womack, Will Kimbrough, Todd Snider, Steve Earle, Kim Richey, Allison Moorer und Holly Williams heißen nur die wichtigsten Adressen nachgewiesener Qualitätsarbeit Lancios an den elektrisch verstärkten 6 Saiten. Mit Bassist Patrick O'Hearn und Drummer Kenneth Blevins steht genau die perfekt eingespielte Rhythm Section zur Verfügung, die schon auf Same Old Man zu hören war und Hiatt seit geraumer Zeit auch live begleitet. Zusammen nennen sie sich vielsagend The Ageless Beauties. Hiatt spielt dazu akustische und elektrische Gitarren, das war's, mehr Instrumentierung ist für die größtenteils live in seiner zu einem Tonstudio umgebauten Garage aufgenommenen Spuren nicht nötig - quasi eine andere Variante von "Garagenrock"!

Ganz in der Tradition klassischer Rockalben geht's mit dem Titelsong los: 'The Open Road' - ein druckvoller Electric Rocker wie er im Buche steht. 'Haulin'' bemüht den "on the road"-Mythos und besticht mit einem schlichten Rockabilly Beat à la Blasters oder Fabulous Thunderbirds. 'Go Down Swingin'' ist Troubadour/Erzähl-Rock in bester Bob Dylan-Manier und auf 'Like A Freight Train' pflegt John Hiatt seine tiefschwarze Country Blues-Neigung wie zuletzt auf 'Crossing Muddy Waters' mit sehr feiner Slide Guitar-Veredlung von Doug Lancio. Das stampfende, sumpfige 'My Baby' steht in der Tradition von Hiatt-Hits wie 'Riding With The King' oder 'Memphis In The Meantime'. Das wunderbar vor sich hinrollende 'Homeland' ist ein zum Albummotto bestens passender Beitrag voller Fernwehatmosphäre, Guitar Twang und Country Rock. 'Wonder Of Love' kommt als eine neue kapitale Hiatt-Ballade für die Ewigkeit und erinnert an Großtaten von Dan Penn/Spooner Oldham wie 'The Dark End Of The Street' oder 'I'm Your Puppet'. Für 'What Kind Of Man' gilt eine gehörige Tempoverschärfung, der treibende Rhythmus und das druckvolle Acoustic/Electric-Arrangement wurden von solchen Vorlagen wie 'Drive South' und 'Thing Called Love' übernommen. Der selbsterklärende Slow Rocker 'Movin' On' reiht sich ebenso nahtlos in den klug zusammengestellten Songzyklus ein wie die ausgedehnte Ballade 'Fireball Roberts' mit Anspielungen an NASCAR-Star Roberts und seinen legendären 57er Ford sowie omnipräsenter Slide-Arbeit von Doug Lancio.

Am Ende beschließt 'Carry You Home' ein jederzeit überzeugendes, in weiten Teilen begeisterndes John Hiatt-Album, das ganz sicher auch noch in etlichen Jahren in der Rückschau zu den befriedigendsten Großtaten im opulenten Backkatalog des vielseitigen Musikers gehören sollte. Und man darf jetzt schon gespannt sein, welcher Topstar welchen dieser neuen Hiatt-Songs zum Hit machen wird!

The Open Road ist ab sofort über unseren Webshop, im regulären Handel ab dem 12.3. erhältlich.



27.02.


RAINRAVENS
Rattle These Walls


CD+DVD € 16,90
2-LP+DVD € 27,90
Lange 6 Jahre hatte es gedauert, bis im Januar 2007 Garden Rocket, das neue Album einer der "dienstältesten" Bands auf Blue Rose, der RAINRAVENS, erschien. Nach vielen Umbesetzungen hatten sich die beiden treibenden Kräfte der Band aus Austin, Texas, Andy van Dyke und David Ducharme-Jones, wieder zusammengerauft und präsentierten durchweg neues Material.

Hinter der Veröffentlichung des 5. Studioalbums stand der Plan, mit dem neuen Werk auch wieder nach Deutschland auf eine umfangreiche Tour zu kommen, was dann auch im Oktober 2007 in die Tat umgesetzt wurde. 18 Shows waren gebucht worden, darunter auch zwei Konzerte mit den Brandos in Nürnberg und beim Rockpalast/Crossroads-Festival in der Bonner "Harmonie". Crossroads ist bekanntlich eine Kooperation mit dem Venue "Harmonie" und dem WDR-Rockpalast, einer der letzten Fernsehstationen in Europa und der Welt überhaupt, die nicht nur Live-Konzerte von Mega-Acts aufzeichnen und ausstrahlen, sondern auch kleinen und unbekannten Künstlern die Chance geben, sich mit mehreren TV-Ausstrahlungen im WDR-Fernsehen und 3sat einem größeren Publikum zu präsentieren.
Am 20.10.2007 eröffneten die Rainravens den 3. Abend der Konzertserie und spielten einen beeindruckenden 75-Minuten-Set, der nun endlich in kompletter Länge vorliegt und soundtechnisch von David Ducharme-Jones selbst neu abgemischt und gemastert wurde. Für viele Besucher war es einer der besten Auftritte des gesamten 4-Tage-Festivals. Das Quartett mit Ur-Bassist David Evertson und dem neuen Drummer Rob Lee ließ sich von der Euphorie im Publikum anstecken und spielte einen grandiosen 16-Song-Set, der neben neuen Stücken aus Garden Rocket wie "Ruby", "Earth Rolls On", "Dragonfly" oder "A Beautiful One" auch ältere Songs wie "Last One Through The Door", "Dead Horse", "Rainraven's 115th Dream or Welcome To Nashville" und "Wandering Heart" aus dem 2. Album Diamond Blur sowie "Long Cold Summer", "Put Your Hand On The Radio" oder "Rose Of Jericho" aus dem gleichnamigen Album von 1999 enthielt.

Wie alle Blue Rose-Veröffentlichungen der Rockpalast/ Crossroads-Serie (Brandos, Cracker) erscheint auch der Auftritt der Rainravens im CD+DVD-Combo-Paket.

Rattle These Walls - Live At The Rockpalast/Crossroads Festival ist ab 5.3. über unseren Webshop, im regulären Handel ab dem 19.3. erhältlich.



27.02.


JULIAN DAWSON
Live


2-CD+DVD € 19,90
3-LP+DVD € 30,90
JULIAN DAWSON hatte für 2008 mal wieder ein umfangreiches Aktionspaket geschnürt. Neben einigen gut verteilten Auftritten quer durch Europa, dem Schreiben der letzten Kapitel eines Buches über Keyboards-Legende Nicky Hopkins und einer kompletten Neubearbeitung seiner Website widmete er sich so ehrgeizig und intensiv wie lange nicht mehr dem brandneuen Albumprojekt Deep Rain. Mit der Veröffentlichung des neuen Studiowerkes war auch eine Tour verbunden.

Das an sich wäre bei Julian Dawson nichts Besonderes, denn Live-Shows gehören bei ihm zur täglichen Arbeit. Entweder bestreitet er Soloauftritte oder nimmt sich einen zweiten Gitarristen wie etwa Richard Kennedy oder den deutschen Gitarrenvirtuosen Uli Kringler als Begleitung. Bei den Aufnahmen zu Deep Rain war allerdings bereits klar, dass die Live-Umsetzung der neuen Songs mit einer kompletten Band erfolgten musste. "Es war über zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal mit einer Band auf Tour war, und als ich von den Aufnahmen zu Deep Rain von Nashville zurückkehrte, fühlte ich, dass die Zeit reif war, es wieder zu tun. Uli Kringler brachte mich in Kontakt mit Bassist Fontaine Burnett und dem Schlagzeuger David Mette. Schon beim Beginn der Proben spürten wir alle vier eine sowohl musikalische als auch persönliche Verbundenheit, und auf der viel zu kurzen Tour hatten wir alle unseren Spaß und wir schworen uns, es so bald wie möglich nochmals zu machen. Die lachenden und zufriedenen Gesichter der Zuschauer zu sehen bestärkte uns in diesem Vorhaben," stellte Julian Dawson im Rückblick fest.

Blue Rose und Julian wollten den Moment einer Band-Show unbedingt auf Ton- und Bildträger festhalten, und für den Auftritt wurde der Frankfurter "Sinkkasten" auserkoren. Das Quartett war zu diesem Zeitpunkt bereits eine super eingespielte und gut geölte "Maschine", sowohl der Sound und das Licht im "Sinkkasten" war für eine Live-CD und -DVD geeignet, auch wenn der 22.10.2008 ein Mittwochabend und nicht unbedingt die perfekte Voraussetzung für einen gut gefüllten Club war. "Der Zuschaueransturm hielt sich bei der Show, die wir mitgeschnitten haben, zwar in Grenzen, aber die Anwesenden waren von unserem Auftritt begeistert, und die gute Stimmung sprang auf die Bühne über. Es machte mir Spaß, die neuen Songs zu spielen und die alten mit dieser tollen Truppe einer Frischzellenkur zu unterziehen," meinte Julian Dawson. Die Songs aus Deep Rain wie "That's Why God Made Saturday Night", "Girl Friday", "Walking On The Dead", "Keys To The Kingdom Of Love" oder das Titelstück wurden in den 21 Songs umfassenden Set zwischen bekannte Dawson-Nummern und "Hits" wie "We've Been Through Fire", "Uneasy Rider", "How Come You Love Me", "How Can I Sleep Without You" oder "Luckiest Man In The Western World" integriert.

Das schlicht Live betitelte 3-Disk-Set im attraktiven 6-Seiten-Digipak umfasst 2 Audio-CDs mit 20 Songs, die beiliegende DVD enthält zusätzlich den Song "Perfect World", dafür fehlt auf der DVD das Stück "Blue Tattoo".

Live ist ab 10.3. über unseren Webshop, im regulären Handel ab dem 26.3. erhältlich.



26.02.


KASEY ANDERSON
Nowhere Nights


CD € 13,90
2-LP € 16,50
Der so genannte Grassroots-Effekt - langsam aber sicher seine Fangemeinde vergrößern mit jeder neuen Veröffentlichung, auf unbedingte Qualität und Nachhaltigkeit achten, daran glauben, dass man sich letztlich durchsetzt bei all den potenziellen Konsumenten des großen Singer/Songwriter-Marktes, den ungebrochen zahlreichen Americana-Anhängern, den Freunden handgemachten Gitarrenrocks und einer analogen Klangwelt. All diese Werte bedient KASEY ANDERSON aus dem amerikanischen Nordwesten natürlich auch mit seiner neuen Scheibe aufs Neue. Nowhere Nights ist bereits das vierte Werk des sympathischen Rockers mit der attraktiven Schmirgelstimme und ein feiner Nachfolger zum Blue Rose-Debüt The Reckoning von 2007.

Und Nowhere Nights ist anders. Nicht unbedingt in seiner Grundhaltung oder gar im Sound, nein, anders in der Stimmung, in den Songs, in den Texten. Kasey Anderson hat seinen Lebenslauf einer intensiven Bestandsaufnahme unterworfen und die ein oder andere Sache nachhaltig hinterfragt, sozusagen seine ganz private Inventur vorgenommen. Das Ergebnis sind persönliche, introvertierte Songs, die deutliche Einblicke in sein Seelenleben bieten. Das im Einklang mit einem Umzug von Bellingham, Washington nach Portland, Oregon, rein meilenmäßig keine große Sache, für Andersons Leben eine entscheidende Wende: weg vom standardisierten Alltagstrott in der Provinz, hin zu mehr Szene, Nachbarschaft und Geselligkeit. Genau im Umkehrschluss dazu handeln seine Lieder nun nicht mehr so sehr vom kritischen Blick in die Welt, insbesondere von der Schieflage der Nation unter der Bush-Ära, sondern vorzugsweise von eigenen Belangen, Beziehungen und Bedürfnissen.

Gut, dass er bei solch einer Gefühlslage einen Mann an seiner Seite hat, der für Konstanz, Bodenhaftung, absolute Americana-Kompetenz und puren Rock'n Roll steht - Eric "Roscoe" Ambel! Der bekannte Spitzenproduzent des Genres, Sessionmann extraordinaire und Gitarrist mit dem besonderen Etwas begleitet Andersons Karriere nun schon seit vielen Jahren, garantiert seit dem zweiten Album Dead Roses von 2004 jene satten, griffig-riffigen Electric Guitars, die man so sehr schätzt an Platten der Bottle Rockets, Go To Blazes, Blue Mountain, Blood Oranges oder Backsliders. Der langjährige Steve Earle-Sidekick, Del Lords- & Yayhoos-Gitarrist ist für die jüngsten Kasey Anderson-Sessions sogar von seiner Heimat New York quer durch die Staaten geflogen, um im berühmten Jackpot Studio in Portland 10 der 11 neuen Tracks aufzunehmen. Der Opener, mit 'Bellingham Blues' vielsagend betitelt, stammt noch von den Brooklyn Recordings. Darin beklagt Anderson im Nachhinein sein allzu langes Verweilen in einer Stadt, in der er eigentlich gar nichts verloren hatte - "this ain't never been my town", eine späte Abrechnung, die ihm in perfekter Steve Earle-Art gelingt und vom Start an den Tenor von Nowhere Nights bestimmt.

'All Lit Up' und 'Sooner/Later' folgen dann in geradezu klassischer Anderson/Ambel-Manier: kraftvoll zupackend, mit einem kernigen Riff gesegnet, engagiert gesungen, auf den Punkt gerockt! 'Home' ist ein 6-minütiges Breitwandepos, ausgelebte Troubadour-Kultur, Storyteller-Klasse mit Sehnsuchtsatmosphäre. Und so geht es im Wechsel weiter: Kompakte Rocker einerseits und - diesmal in der Überzahl - sämige, von Folk und Country durchzogene Rock-Balladen zwischen Heartland, Texas, East Nashville, 'Nebraska' Badlands und North Carolina zum anderen addieren sich zum großen Ganzen, kapitale Stücke wie 'Torn Apart', 'Leaving Kind', der Titelsong, 'From Now On' oder das abschließende 'Real Gone', ein 7 Minuten/Triple Electric Guitar Slow Rocker mit urgewaltigem Finish, lassen Nowhere Nights schon frühzeitig im Jahr zu einem Genre-Highlight für 2010 werden.

Kasey Anderson spielt selber akustische und elektrische Gitarren, bläst die "Campfire"-Harp, drückt jedem einzelnen Stück seinen besonderen gesanglichen/stimmlichen Stempel auf. Er wird von seiner aktuellen Touring Band kompetent begleitet: Dan Lowinger (Electric Guitar), Bo Stewart (Bass), Julian MacDonough (Drums). Der im lokalen Pacific Northwest-Raum bekannte Keyboarder Lewi Longmire (Paul Benoit, Caleb Klauder, James Low, Bingo, Moonshine Hangover) fügt mit seinem komplexen Klavier- und Orgelspiel zusätzliche Farbe hinzu, aber nicht zuletzt wegen des auch als Musiker äußerst aktiv mitwirkenden Produzenten Eric Ambel bleibt Nowhere Nights eine klare Gitarrenrock-Platte!

Nowhere Nights ist ab 1.3. in unserem Webshop, im regulären Handel ab dem 12.3. erhältlich.



26.02.

Nicht nur das neue (Blue Rose-) Album Naive von MICKY & THE MOTORCARS komt sehr gut bei Blue Rose-Fans an, sondern auch das zeitgleich veröffentlichte Live-Set (Doppel-CD + DVD) Live At Billy Bob's Texas. Dieses trotz Doppel-CD + DVD sehr günstige Package (€ 14,90) entwickelte sich zu einem wahren "Bestseller" über unseren Mailorder, für uns ein Grund, ein kleines Special über diesen "Club" zu machen.

Billy Bob's Texas liegt in Fort Worth (Millionenmetropole zusammen mit der Nachbarstadt Dallas) und nennt sich selbst "The World's Largest Honky Tonk". Wer das erste Mal auf die schaut, der wird zunächst einmal erschlagen von der Vielzahl an Informationen und Angeboten. Da sind die Live-Konzerte nur ein Teil dessen, was da tagtäglich (geöffnet 363 Tage im Jahr!) für die ganze Familie angeboten wird. Bull-Riding, Rodeo, Gastronomie, mehrere Räume für Feiern, Konferenzen und nicht zu vergessen den Texas Showroom, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden. Viele davon werden live mitgeschnitten und als CD und/oder DVD veröffentlicht. Wir haben einige davon im Programm und möchten diese einmal hervorheben. Es handelt sich dabei durchweg um allerbesten Americana-Stoff in Top Sound- und Video-Qualität.




06.02.

MAILORDER NEWS

NEUHEITEN Woche 5/2010 sowie weitere aktuelle Zugänge im General Store

Dass der erste öffentliche Blue Rose-Stammtisch ein Erfolg gewesen ist, kann man nun wirklich nicht sagen, nachdem gerade mal 6 Besucher in den "Red River Saloon" in Heilbronn gekommen waren, um sich über Neuheiten sowohl des Blue Rose-Labels als auch anderer interessanter Musik auszutauschen. Aber diejenigen, die da waren, hatten ihren Spaß und jeder nutzte die Gelegenheit, eigene derzeitige Favoriten vorzustellen und zu den Alben etwas zu sagen. Wir schieben jetzt mal der überaus schlechten Witterung die Schuld in die Schuhe und werden im April oder Mai einen weiteren Versuch starten.

Einige der vorgestellten CDs wie BRANDON JENKINS, DAVID GRISSOM oder GURF MORLIX finden dann auch Zugang bei den Neuheiten dieser Woche:




03.02.

Gestern MySpace (www.myspace.com/blueroserecords), heute Facebook - Blue Rose ist ab sofort auch in diesem sozialen Netzwerk, das Menschen mit ihren Freunden, Arbeitskollegen, Kommilitonen, Berufsgruppen, Organisationen, Firmen und anderen Mitmenschen verbindet, präsent und aktiv. Ganz einfach auf das Facebook-Logo links klicken.



03.02.

VARIOUS ARTISTS
Crazy Heart
(Soundtrack)


CD € 13,90
Vor 2 Wochen Golden Globe-Verleihung, am Sonntag die Grammy-Feierlichkeiten und heute morgen um 5.30 Uhr Ortszeit (!) die Bekanntgabe der OSCAR-Nominierungen - in Los Angeles war in den letzten Tagen ganz schön der Teufel los. Und irgendwie war Blue Rose bei allen 3 Events direkt beteiligt - mit Gewinnern (siehe auch weiter unten)! Die Oscar-Nominierungen könnten allerdings nicht der Höhepunkt gewesen sein, wenn dann bei der eigentlichen Prämierung am 7. März die begehrten Trophäen vergeben werden. Unser Augenmerk richtet sich verständlicherweise vor allem auf den Film Crazy Heart, zu dem wir den Soundtrack anbieten (und bereits verkaufen). In insgesamt 3 Kategorien wurde der Film nominiert:

- Bester Hauptdarsteller - Jeff Bridges
- Beste Nebendarstellerin - Maggie Gyllenhaal
- Bester Original-Song - "The Weary Kind" (gesungen von Ryan Bingham, komponiert von Ryan Bingham & T Bone Burnett)

Wir sind überzeugt, dass der Song sehr große Chancen hat, den Oscar tatsächlich zu gewinnen, denn er hat alles, was ein Hit braucht und zieht den Zuhörer durch die rauchige Stimme Binghams und die dezente Arrangierung unweigerlich in den Bann. Wir drücken die Daumen und auf den Startknopf des YouTube-Videos, um den Song abzuspielen.




02.02.

STEVE EARLE gewinnt GRAMMY für sein Album Townes!

Am Sonntag fand in Los Angeles die 52. GRAMMY-Verleihung statt, und wie immer werden nun im Fernsehen und Radio die großen Abräumer in den Mittelpunkt gestellt. Ob Beyoncé, die mit 6 Grammys einen neuen Rekord erzielte, gefolgt von Country-Sweetie Taylor Swift mit 4 Trophäen, aber auch Acts wie Green Day (Best Rock Album), Kings Of Leon (Record Of The Year), Bruce Springsteen (Best Solo Rock Vocal Performance), AC/DC (Best Hard Rock Performance), Judas Priest (Best Metal Performance) - wo ist da der Unterschied??? - oder Keith Urban (Best Male Country Vocal Performance).

Nie im Rampenlicht stehen die Nischenkategorien (insgesamt gibt es 109 Sparten!), und wie in vielen Vorjahren konnte auch in diesem Jahr ein Mitglied der Blue Rose-Familie einen GRAMMY einheimsen:

Best Contemporary Folk Album - STEVE EARLE (Townes)

Wir gratulieren sehr herzlich zu diesem Erfolg! Steve hatte sich bei den Aufnahmen seines Freundes und Mentors unglaublich engagiert und wir sind sicher, dass Townes Van Zandt sehr stolz über diese Auszeichnung gewesen wäre.

Neben STEVE EARLE konnten einige weitere Künstler einen der begehrten und prestigeträchtigen Preise für Alben gewinnen, die wir über unseren Webshop im Angebot haben und die wir hier nochmals kurz auflisten möchten.

STEVE EARLE
Townes


CD € 13,90
2-CD € 16,90
2-LP € 20,90

BEST
CONTEMPORARY
FOLK ALBUM
ZAC BROWN BAND
The Foundation


CD € 15,50

BEST NEW ARTIST
LEVON HELM
Electric Dirt


CD € 15,90
LP € 23,90

BEST AMERICANA
ALBUM
DEREK TRUCKS BAND
Already Free


CD € 15,90
2-LP € 19,90

BEST
CONTEMPORARY
BLUES ALBUM
LOUDON WAINWRIGHT
High Wide & Lonesome


2-CD € 17,90

BEST TRADITIONAL
FOLK ALBUM



30.01.

MAILORDER NEWS

NEUHEITEN Woche 4/2010 sowie weitere aktuelle Zugänge im General Store




29.01.

Wir wollten eure TOP 10-Alben des Jahres 2009 wissen!

Ende letzten Jahres hatten wir euch gebeten, uns eure TOP 10-Alben des Jahres 2009 zu nennen, und dieser Bitte wurde dann auch reichlich nachgekommen. Insgesamt konnten wir 224 Alben notieren, für die zumindest 1 Stimme abgegeben wurde, was eine doch sehr breitgefächerte Interessengruppe zeigt, die auch Musik unseres Labels konsumiert. Aber welches sind denn nun die Lieblingsplatten der Blue Rose-Fans und -Hörer?
Wir wollen euch nicht länger auf die Folter spannen - hier sind eure TOP 20-Alben des Jahres 2009:

1. The Band Of Heathens - One Foot In The Ether
2. Wilco - The Album
3. Todd Thibaud - Broken
4. Sons Of Bill - One Town Away
5. Black Crowes - Before The Frost/Until The Freeze
6. Bob Dylan - Together Through Life
7. Tom Gillam - Had Enough?
8. Gov't Mule - By A Thread
9. Chris Cacavas - Love's Been Discontinued
10. Steve Earle - Townes
11. Ad Vanderveen - Faithful To Love
12. Bottle Rockets - Lean Forward
13. Lucero - 1372 Overton Park
14. Cross Canadian Ragweed - Happiness And All The Other Things
14. U2 - No Line On The Horizon
16. Will Hoge - The Wreckage
16. Mark Knopfler - Get Lucky
16. Monsters Of Folk - Monsters Of Folk
19. Derek Trucks Band - Already Free
20. Blue Rodeo - The Things We Left Behind

Dass The Band Of Heathens Wilco schlagen würden, die in mehreren Polls als Sieger hervorgegangen waren, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Noch weniger allerdings der fantastische 4. Platz von Sons Of Bill, die erst zum Jahresende erschienen waren und voll eingeschlagen haben. Freuen dürfen sich ganz bestimmt auch Todd Thibaud, Tom Gillam und Chris Cacavas über ihre Platzierungen.

Die 5 Warengutscheine im Wert von jeweils 10 € gehen an:
Gudrun Bodenstein
Markus Baran
Wolfgang Uka
Wolfgang List
Oliver Thomas

Herzlichen Glückwunsch! Das nächste Gewinnspiel zum 15. Jubiläum folgt schon in Kürze - und was für eines!!!



27.01.

Das Musikbusiness ist kein einfaches Geschäft. Das bekommen Plattenfirmen und -labels ebenso zu spüren wie andere Bereiche, die mit Musik zu haben. Wie etwa Musikzeitschriften. Da wird um Marktanteile gefeilscht, irgendwelche Medien- und Verkaufsanalysen immer so hingebogen, dass man gut dabei wegkommt. Wenn die Auflage im Vergleich zum Vorjahr um 1,5% nach oben gegangen war, im Vergleich zum Vormonat aber um 5%, dann wird natürlich dieser Wert mehr in den Vordergrund gestellt. Was im nächsten Monat schon wieder ganz anders sein kann, wenn vielleicht das Frontcover nicht anspricht oder der Inhalt nicht so doll ist - das interessiert zunächst einmal niemanden. Bloß nicht eine Tendenz nach unten!
Es gibt allerdings ein Musikmagazin, das nie so richtig im Mittelpunkt stand, das es allerdings bereits seit 1991 (!) gibt. Sich im Laufe der Jahre zu einer Größe im Blätterwald entwickelt hat, nachdem es zu Beginn nur in ausgewählten Bahnhofsbuchhandlungen zu finden war. GOOD TIMES heißt dieses Musikmagazin und der Titel ist Programm. Der "Erfinder" Peter Seeger hatte einfach ein Fanzine im Sinn, das seine persönliche Musik wiedergeben sollte und die in den 60er Jahren angesiedelt war. Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Spektrum der vorgestellten Künstler immer weiter und heute, fast 20 Jahre nach der 0-Nummer, steht zwar immer noch "Music from the 60s to the 80s" als zweite Headline auf dem Cover, aber beim Durchblättern stellt man schnell fest, dass die Stories und CD-Besprechungen bis in die "Neuzeit" reichen. Und dick ist das Heft auch geworden - satte 108 Seiten hat das aktuelle Februar/März-Heft, proppenvoll mit News, Features (Uriah Heep, Joan Armatrading, Ray Davies, Foreigner, Steve Gibbons, Rosanne Cash, Elvis Presley) sowie 30 (!) Seiten Plattenreviews. Und sogar die Anzeigen machen was her - wir kennen kein Musikmamagzin, das so viele Inserate enthält, die sich um Musik handeln und die es selbst wert sind, gelesen zu werden.

Ein ganz großartiges Heft also, für das wir sehr gerne einmal Werbung machen und das nicht nur deshalb, weil in der aktuellen Ausgabe unser 15-jähriges Jubiläum auf vollen 2 Seiten gewürdigt wird und auf denen Blue Rose-Labelchef Edgar Heckmann die Geschichte von Blue Rose erzählt und dabei auch hinter die Kulissen seiner Arbeit blicken lässt.

Nicht nur deshalb lohnt es sich, GOOD TIMES einmal zu testen. Es erscheint 2-monatlich, ist überall im Zeitschriftenhandel erhältlich und kostet € 5,90.



26.01.

Es hat einige Jahre gedauert. Gut Ding will Weile haben, könnte man jetzt als Entschuldigung anbringen, aber tatsächlich war es schlicht ein zeitliches Problem. Zeitaufwand hin, Zeitaufwand her - zum 15-jährigen Jubiläum mussten auch wir, und wenn wir auch die letzten sind, bei MySpace mitmachen. Tusch! Wir sind online - Blue Rose hat seit diesem Wochenende eine aktive MySpace-Seite: www.myspace.com/blueroserecords. Wir freuen uns über jeden Besuch und Freund, der sich "added", wie das "myspace-sprachlich" heißt.



26.01.

Unsere WINTER-PAKET-AKTION mit CDs und DVDs aus der Live From Austin TX-Serie war ein größerer Erfolg, als wir erwartet haben, und so waren bereits nach wenigen Tagen viele der Titel aus den Pools nicht mehr lieferbar. Was verständlicherweise zu frustrierten, verärgerten und unzufriedenen Kundenreaktionen geführt hatte. Bei der nächsten Aktion dieser Art werden wir darauf achten, dass genügend Ware vorhanden ist. Diese aktuelle Aktion werden wir jetzt allerdings vorzeitig beenden, denn die Auswahl bei den CDs ist praktisch gegen 0 gesunken und auch die DVD-Auswahl ist wirklich nicht mehr als "Auswahl" zu bezeichnen. Wir bitten um Verständnis für diese Maßnahme.



26.01.

Welcome to Blue Rose:
RECKLESS KELLY


RECKLESS KELLY
Somewhere In Time


CD € 13,90
LP+CD
€ 19,90
Mit RECKLESS KELLY kommt eine der aktuell besten Bands des Americana/Texas/Country Rock-Genres endlich auf das Blue Rose Label. 8 Alben lang hat es gedauert, aber nun ist es soweit. Und es soll sich wohl lohnen, denn mit Somewhere In Time kehrt das Quintett aus Austin wieder zurück zum gewohnt dynamisch rockenden Roots'n Country Sound und lässt die arg wuchtigen, mit zuviel Testesteron getränkten Arrangements des Vorgängers Bulletproof eine einmalige Sache bleiben. Eine Erfolgssache gleichwohl, die der Gruppe ein enorm breiteres Spektrum in den Medien und glänzende Verkäufe bis in den Mainstream einbrachte. Aber Somewhere In Time ist musikalisch dann doch ein anderes Kaliber geworden und ganz sicher ein nächster Schritt zur weiteren Legendenbildung in eigener Sache!


Schon in den Anfangsjahren galt die talentierte Band aus Austin als gehobener Geheimtipp. Drei Alben veröffentlichte sie bis zur Jahrtausendwende im privaten Rahmen: das 97er Debüt Millican, Acoustic/Live ein Jahr später und The Day in 2000. Der überregionale Durchbruch gelang dann in 2003 auf Sugar Hill mit dem fantastischen Under The Table & Above The Sun, das in seiner ganzen, vom bekannten Ray Kennedy in Nashville produzierten Pracht einem Quantensprung gleichkam. Reckless Kelly waren nun endgültig angekommen in der modernen Americana-Welt und standen mit ihrem kompakten, schnörkellosen Programm für die optimale Verknüpfung von classic Country Rock nach Art von Poco und der Nitty Gritty Dirt Band mit aktuelleren Zeitgeist-Acts wie Shakin' Apostles und V-Roys unter heftigem Einfluss der Güteklasse eines Steve Earle oder Buddy Miller. Wicked Twisted Road erschien in 2005 unter formal ähnlichen Voraussetzungen, brachte musikalisch aber etliche Neuerungen: mehr Balladen sowie Texas & Celtic Folk einerseits, dagegen hart rockende Roots Rock-Nummern mit Hang zum Southern Boogie. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Quintett übrigens sage und schreibe 5x hintereinander zur "Best Roots & Country Rock Band in Austin" gekürt!

In 2006 beschloss der 2CD+DVD-Live Set Reckless Kelly Was Here die fruchtbare Sugar Hill-Ära. Bei einem Heimspiel-Mitschnitt im La Zona Rosa ließen sie es ausschließlich elektrisch krachen und begeisterten ihre Fangemeinde mit deftigem Roadhouse Rock'n Roll, Southern Country & Boogie und Roots Rock. Keine Frage, Reckless Kelly wuchsen in weniger als 10 Jahren von talentierten Newcomern zu echten Genre-Stars! Der nächste Karriereschritt wurde fällig und man unterschrieb beim international agierenden Yep Roc Label, befand sich schlagartig in Gesellschaft so hochkarätiger Kollegen wie Dave Alvin, Minus 5, John Doe, Gourds, Jim Lauderdale, Chuck Prophet, Rodney Crowell und Beausoleil. Bulletproof polarisierte in 2008 mit seiner "Redneck"-Attitüde und dem als Anti War-Statement gedachten, patriotischen 'American Blood'. Alte Fans waren ob der wenig Americana-freundlichen Klänge verwirrt, jede Menge falscher Freunde kamen hinzu. Dabei hatten sie es mit ihrer vielleicht allzu plakativen Kritik am Bush-Government eigentlich nur ehrlich gemeint. Jedenfalls brachte Bulletproof die erhofften Fortschritte für Verkaufszahlen und Chartsnotierungen!

Somewhere In Time ist ein aufwändiges und engagiertes Konzeptwerk geworden in Form einer Rückschau auf die eigene Jugend und dem, was die Band während ihrer Sozialisation an Einflüssen erlebt hat. Und das ist eng mit der Person von Underground/Americana-Pate Pinto Bennett verknüpft. Bennett war Boss der Famous Motel Cowboys, einer der einflussreichsten Bands in Idaho, jener Ecke der USA, aus dem die Familie Braun stammt. Und damit sind wir bei den Personalien von Reckless Kelly: Bandleader, Hauptsongschreiber und Leadsänger Willy Braun bildet zusammen mit seinem Bruder Cody Braun (Geige, Mundharmonika, Mandoline, Gesang) den Kern von Reckless Kelly. Hinzu kommt die Rhythm Section mit Drummer Jay Nazz und dem Gründungsbassisten Chris Schelske, der bereits auf den ersten Alben spielte und jetzt nach 7 Jahren zurückgekehrt ist. Leadgitarrist David Abeyta rundet seit etwa einer Dekade das Lineup ab. Wir haben es bei Reckless Kelly also insgesamt mit einer sehr beständigen, verlässlichen Besetzung zu tun, die über ein Höchstmaß an Erfahrung verfügt und in dem ein Rädchen nahtlos ins andere greift.

Von Anbeginn ihrer Karriere haben Reckless Kelly Stücke von Pinto Bennett gespielt bzw. haben die Brauns Songs mit ihm gemeinsam komponiert. Diesmal steht ihr gesamtes Album im Namen des Idols: Alle 12 Tracks stammen aus der Feder Bennetts, teilweise mit Co-Writern wie Richard Dobson, Baxter Black oder dem Famous Motel Cowboy Mark "Sergio" Webb. Laut Willy Braun war es eher ein Problem, Songs auszumustern und die Auswahl auf 12 Lieblingstitel zu begrenzen. Ein "Volume Two", so denn gewünscht, sei jederzeit möglich!

Somewhere In Time rudert nach der erwähnten "Power Americana"-Phase also zurück zu den alten Roots & Country Rock-Werten, die Reckless Kelly so beliebt gemacht haben. Ja, das Album ist ihr countryhaftestes überhaupt, Cody Brauns Geige und Mandoline stehen durchweg heftig im Vordergrund und der in der Texas-Szene allgegenwärtige Pedal Steel-Gitarrist Lloyd Maines wirkt als prominenter Gastmusiker auf 7 Stücken vehement mit! Weitere Special Guests sind die Gitarristen Mark "Sergio" Webb und Rob Matson sowie Fiddler Teddy Ray Jones von den vor einigen Jahren aufgelösten Famous Motel Cowboys, Harmonica-Ass Mickey Raphael (Willie Nelson Band), Bukka Allen (Terry Allens Sohn) mit Orgel und Akkordion sowie drei illustre Typen als Duettsänger: der große Joe Ely, ein glühender Reckless Kelly-Anhänger, Pinto Bennett selber, sowie ein gewisser Micky Braun...

Und so schließen sich die familiären und musikalischen Kreise der Braun Family auf Blue Rose. Denn Vater Muzzie Braun hat neben Willy & Cody noch zwei weitere Söhne: Micky & Gary Braun sind die Köpfe von Micky & The Motorcars, praktisch eine Art Parallelband zu Reckless Kelly und gleichermaßen inspiriert von der Aura des Pinto Bennett. Sie sind noch nicht ganz so erfolgreich und weltweit bekannt, aber dafür mit ihrem aktuellen Album Naive ein paar Monate früher auf Blue Rose erschienen!

Somewhere In Time ist ab sofort über unseren Mailorder, ab dem 12. Februar auch im regulärenc Handel erhältlich.





24.01.

Welcome to Blue Rose:
JASON & THE SCORCHERS

JASON & THE SCORCHERS
Halcyon Times


CD € 13,90
2-LP € 22,90
Vor einigen Jahren, genauer gesagt im Jahre 2002, hatten wir bereits ein Album von JASON & THE SCORCHERS veröffentlicht, aber dabei handelte es sich lediglich um unveröffentlichte Outtakes und Raritäten (Wildfires + Misfires). An ein "richtiges" Album der Band war damals in keinster Weise auch nur im Geringsten zu denken oder gar zu hoffen, dass ein solches dann auch noch auf Blue Rose erscheinen würde. Doch das Musikgeschäft ist wahrlich nicht einzuschätzen, und so ist jetzt tatsächlich das eingetreten, was wir uns nie und nimmer erträumt hätten: Es gibt ein neues Album mit 14 brandneuen Songs von Jason Ringenberg, Warner E. Hodges, Al Collins und Pontus Snibb, und deshalb haben sie diesen Willkommensgruß nochmals mehr als verdient!

Cowpunk ist das Stichwort! JASON & THE SCORCHERS stehen in allen sachkundigen Rocklexika als vorderste Mitbegründer des Country Punk-Movements, einer Stilrichtung aus den 80er Jahren, die diese auf den ersten Blick eigentlich krassen Gegensätze miteinander verband und für mächtig Schwung in beiden Lagern sorgte. Heute würde man dieses "Cash-meets-Clash" mit Alt.Country, Neo Southern Rock, Roots'n Boogie oder schlicht einer weiteren, allerdings radikaleren Version von Americana in Verbindung bringen, aber 1982 nannte man das einfach Cowpunk! Und - um keinen Geringeren als Dan Baird (Georgia Satellites, Yayhoos) aus den Liner Notes zu zitieren - ungefähr "25.000 Bands" stehen bei JATS in der Schuld, verdanken sie ihnen doch die eigene Daseinsberechtigung.


Nach 13 Jahren Studiopause und nur ganz seltenen Live-Reunions wird 2010 zum richtigen Comeback-Jahr für Jason & The Scorchers - mit dem kapitalen brandneuen Werk Halcyon Times! Nicht dass sich der charismatische Leadsänger und Powerhouse-Frontmann Jason Ringenberg in der Zwischenzeit zur Ruhe begeben hätte, im Gegenteil: 6 Soloalben, davon allein 5 nach Auflösung der Scorchers in 1997 (darunter zwei Platten unter dem Pseudonym Farmer John für den Children's Music-Markt) sprechen eine deutliche Sprache in Sachen ungebremster Aktivitäten. Das gilt ebenso für seinen wichtigsten musikalischen Partner an der (vornehmlich) elektrischen Leadgitarre, Warner E.Hodges. Der hat neben etlichen Recording Jobs (Susan Marshall, Tonio K., Eric Ambel) mit Centerline in 2008 sogar sein Debüt unter eigenem Namen gegeben.

Die Zeit musste einfach reifen für eine echte, nicht fremdbestimmte Wiedervereinigung mit Zukunftspotenzial. Ringenberg und Hodges sind zwei Vollblutmusiker, die sich auf der Bühne und im Studio blind verstehen, dabei gegenseitig respektieren. Es war dann nicht schwierig, eine kompetente neue Rhythm Section, die mit ihnen durch dick und dünn gehen würde, zu finden, nachdem die alte (Perry Baggs & Jeff Johnson) nicht mehr zur Verfügung stand. Al Collins, Mann von Country Rock-Performerin Stacie Collins und musikalischer Leiter ihrer Band, spielt also nun den Bass und Pontus Snibb, ein Schwede mit eigentlich ganz anderen musikalischen Wurzeln, wurde anlässlich eines Gigs in Nordeuropa kurzerhand von Jason an die Trommeln und Felle beordert. Das Ergebnis konnte sich so gut hören lassen, dass er aus dem Stand zum vollwertigen JATS-Mitglied aufstieg!

In dieser Quartettformation enterten sie im Frühjahr 2009 das bekannte Oceanway Studio in Nashville und... gewannen erstmal einen Pokal - als "loudest band ever", die je in diesem Studio gerockt hat! Mit solch einer Anfangseuphorie konnte dann auch nichts mehr schief gehen; und mit all den guten Freunden im selben Raum erst recht nicht. Da ist z.B. der "5. Mann", Dan Baird, Ex-Georgia Satellites-Leader und allgegenwärtiges Urgestein in Nashville's Outlaw/Southern/Alt.Boogie-Szene, als Rhythmusgitarrist auf allen Tracks. Oder Ginger (aka David Walls von den Wildhearts) und Tommy Womack (von DADDY), die mit Hodges, Baird, Collins und Ringenberg sämtliche 14 Tracks in verschiedenen Kombinationen komponiert haben. Oder last not least der Engineer/Mixer/Musiker Brad Jones, ein wahrer Analogklangmeister, der schon Acts wie Chuck Prophet, Tommy Womack, Bill Lloyd, Ass Ponys, Tim Easton, Josh Rouse und Marshall Crenshaw seinen ganz persönlichen Soundstempel aufgedrückt hat. Er hat Halcyon Times mit Warner E.Hodges produziert. Für die Basic Tracks brauchte die Truppe lächerliche drei Tage, was den erfrischenden Live-Charakter des Albums dann auch gelungen widerspiegelt.

Die Mehrzahl der 14 Songs sind schnelle Cowpunk-Nummern auf Rockabilly-Basis und ruppige Boogie Rocker mit East Nashville Outlaw-Charme, oft kompromisslos und völlig schnörkellos gespielt um die drei Minuten herum: das grandios eröffnende 'Moonshine Guy'/'Releasing Celtic Prisoners', der griffige "Radiohit" 'Mona Lee', 'Fear Not Gear Rot', 'Gettin' Nowhere Fast', 'Better Than This' (mit Warner E.Hodges als Leadsänger!) und 'We've Got It Goin' On', das sich zum krönenden Abschluss mehr als Kampfansage denn als Zukunftsversprechen einhämmert! Die übrigen Titel bewegen sich im elektrischen bis semi-akustisch/elektrischen Country Rock- bis Southern Rock-Segment inklusive dem ein oder anderen Ausflug zu Neo Honky Tonk, Hard Rock und immerhin ein wenig Alt.Country Rock, auch wenn Jason Ringenberg das nicht mehr hören möchte: "This is definitely NOT an 'alt-country' record, and I let everyone know I wanted no part of that... I wanted to RAWK by God!"

So rawken/rocken 'Beat On The Mountain' und 'Mother Of Greed' mit fetten Saitenteppichen aus akustischen & elektrischen Rhythmusgitarren (Dan Baird) sowie Mandoline & Electric Lead (Warner E.Hodges), steht mit 'Land Of The Free' ein mächtiges, mit "Led Skynyrd"-Zitaten unterwandertes Epos an zentraler Stelle, gerät das mit schmierigen, feisten Rockgitarren gespickte 'Deep Holy Water' auf Drivin' N Cryin'-meet-Georgia Satellites-Gleise. Der 'Twang Town Blues' beginnt als brodelnder, swampy Storyteller Blues, um dann im Refrain in den typischen Jason-Rockabilly-Modus zu verfallen - zusammengehalten von Hodges' dominanter und in der Tat sehr "twangiger" Axework. Brillant! 'When Did It Get So Easy (To Lie To Me)' ist eine Art unplugged Southern Roots-Session, komplett live-im-Studio und mit Dan Baird als Duettsänger aufgenommen.

Obwohl Halcyon Times sich in seiner ganzen Dynamik und urwüchsigen Kraft an der Frühphase von JATS orientiert und vielleicht auch der ein oder andere augenzwinkernde Blick zurück riskiert wird, steht das Album mit dieser musikalischen Vielfalt, der allzeit überzeugenden Qualität und in seiner Gesamtästhetik für Zukunft und Entwicklung. Wie Warner E.Hodges es uns allen "androht" - die nächsten 25 Jahre mögen heranrollen: "Let it rock!". Yeah!!

Die CD-Version von Halcyon Times ist ab sofort über unseren Mailorder erhältlich, die Doppel-LP (180g-Pressung plus Bonustrack!) und als Download ab 19. Februar auch im regulären Handel und in den einschlägigen Digitalstores wie iTunes oder Amazon.



24.01.

2 Golden Globe-Auszeichungen für den Film CRAZY HEART:
- Best Performance by an Actor in a Motion Picture - Drama: JEFF BRIDGES
- Best Original Song - Motion Picture: "The Weary Kind (Theme From Crazy Heart)" (Music & Lyrics By: Ryan Bingham and T Bone Burnett)


VARIOUS ARTISTS
Crazy Heart
(Soundtrack)


CD € 13,90
Zu einer ganz frühen, medienübergreifenden Erfolgsstory im Jahr 2010 reift derzeit der Film Crazy Heart heran. Soeben wurde das Regiedebüt von Drehbuchautor Scott Cooper mit zwei Golden Globes ausgezeichnet, was ihn erfahrungsgemäß automatisch auch zu einem Anwärter für den ein oder anderen Oscar machen dürfte! Der berühmte Jeff Bridges ('The Big Lebowski', 'The Fabulous Baker Boys', 'The Contender', 'Fearless') hat den einen für seine Leistung als "Bester Schauspieler" erhalten, der andere ging in der Kategorie "Bester Originalsong" an den von Ryan Bingham und T-Bone Burnett geschriebenen, von Bingham gesungenen Theme Song 'The Weary Kind'.


Die Story im Schnelldurchlauf: Bad Blake, heruntergekommener, von Whiskey und Zigaretten gezeichneter Ex-Country Star, führt nur noch ein bescheidenes Dasein abseits der Glimmerwelt. Er tingelt durch miese Clubs, tritt in Bowling Centern auf und hat schon mehrere Ehen hinter sich, aber schon seit Jahren keinen neuen Song mehr zustande gebracht. Diese von Jeff Bridges eindrucksvoll gespielte Figur trifft auf eine junge Journalistin (Maggie Gyllenhaal), die mit ihrem kleinen Sohn durch die Staaten zieht und sich anschickt, hinter Blakes Fassade zu blicken. Keine Frage: Die von Beginn an spürbaren Vibes zwischen den beiden entwickeln sich zu einer handfesten Liebesgeschichte mit allen Widrigkeiten und Leidenschaften, die ein gutes Drehbuch parat haben muss. Eine Story, natürlich eine typisch amerikanische Story, die geradezu dafür prädestiniert ist, klasse Musik darin einzuarbeiten - Musik, die wie gemalt ist für einen tollen Soundtrack!

Allein der Name T-Bone Burnett bürgt dafür, dass das Album Crazy Heart keine beliebige Ansammlung von Genretracks verkauft, sondern sinnvoll, kenntnisreich und mit Liebe für Details kompiliert wurde, letztlich auch ohne den Streifen gesehen zu haben, ganz autark für sich funktioniert. T-Bone Burnett kann so etwas! Schließlich ist Crazy Heart nicht seine erste audiocineastische Aufgabe: 'O Brother, Where Art Thou?', 'Unterwegs nach Cold Mountain', 'Walk The Line', 'The Big Lebowski', 'Don't Come Knocking', 'All The King's Men', um nur die bekanntesten Projekte zu nennen... Überall hatte Burnett hier mehr als seine Finger drin - als Produzent, Songwriter, Texter, Arrangeur, Musical Director, Supervisor, Archivar, Gesangstrainer, Nebendarsteller oder schlicht als Musiker. Parallel zu diesen Aktivitäten verfolgt Burnett seine eigene musikalische Karriere und hat sich in zahlreichen Veröffentlichungen seit Anfang der 70er einen kultigen Namen als einer der innovativsten, unangepasstesten Singer/Songwriter der Staaten erworben. Ein weiteres Standbein ist seine überaus erfolgreiche Tätigkeit als Produzent. So arbeitete er u.a. für Los Lobos, Counting Crows, Wallflowers, Elvis Costello, Gillian Welch, BoDeans, Joe Henry, Bruce Cockburn, Leo Kottke, John Mellencamp und heimste vor zwei Jahren mit Robert Plant & Alison Krauss' Raising Sand gleich mehrere Grammys ein.

Dieser Musikvisionär, dieser "true American Star", hat also die Filmmusik für Crazy Heart zusammengestellt, produziert und die Originalsongs in großen Teilen komponiert - und das alles im Team mit dem ebenfalls sehr bekannten Gitarristen Stephen Bruton, für den dieser Job leider der letzte war. Er verstarb im Mai 2009 nur 60-jährig an einem Krebsleiden. Den Blue Rose-Freunden braucht man den Namen Stephen Bruton natürlich nicht mehr vorzustellen. All die famosen Soloalben, sein gewichtiges Mitwirken bei den Resentments und seine jahrzehntelange Treue als Sidekick für Kris Kristofferson haben ihm internationales Renommee eingebracht. Bruton und Burnett, beide waschechte Texaner, waren seit mehreren Dekaden miteinander befreundet und unterstützten sich gegenseitig bei vielen Gelegenheiten.
Crazy Heart besteht aus einer gut hörbaren, flüssig gekoppelten Kombination aus historischen Titeln sowie brandneu und exklusiv für dieses Projekt eingespielten Nummern. Zur ersten Kategorie zählen die Klassiker 'Hello Trouble' von Buck Owens, 'My Baby's Gone' von den Louvin Brothers, Lightnin' Hopkins' 'Once A Gambler', Waylon Jennings' 'Are You Sure Hank Done It This Way', ferner der große Townes Van Zandt mit 'If I Needed You' und Burnetts langjährige Ehefrau, die bekannte Singer/Songwriterin Sam Phillips mit 'Reflecting Light'. Hausaufgaben erledigt!

Die zweite Abteilung aber hat's so richtig in sich! Hauptdarsteller Jeff Bridges singt gleich 5 Songs - in altersweiser Manier und mit raspeliger Stimme frei nach Kris Kristofferson, Guy Clark oder John Prine - und teilt sich einen weiteren mit dem irischen Schauspielerstar Colin Farrell ('Ordinary Decent Criminal', 'War Zone', 'Minority Report', 'Alexander'). Farrell mimt in Crazy Heart den Vertreter der jüngeren Americana-Generation, die es den ausgebrannten "alten Säcken" wie Bad Blake zeigen wollen. Er bekommt mit dem von Ryan Bingham & T-Bone Burnett geschriebenen 'Gone, Gone, Gone' auch noch eine zweite Chance, sein Sangestalent unter Beweis zu stellen! Apropos Ryan Bingham... Der texanische Singer/Songwriter/Gitarrist hat zuletzt mit seinen starken Alben für Lost Highway Aufsehen erregt und brilliert hier mit zwei Beiträgen: 'I Don't Know' und das anfangs erwähnte, Golden Globe-prämierte 'The Weary Kind'. Altstar Robert Duvall ('The Godfather', 'Apocalypse Now', 'Colors', 'The Apostle'), mittlerweile 79, singt in 51 Sekunden acapella eine bizarr-schöne Version von Billy Joe Shaver's 'Live Forever'.

Der größte Teil jener Originaltracks wurden von Burnett & Bruton bzw. Burnett & Bingham geschrieben, das von Jeff Bridges gesungene 'Brand New Angel' stammt aus der Feder von Iowa-Songwriter Greg Brown. Stilistisch wird ein breiter, durchaus moderner Americana-Rahmen abgedeckt, ein wohl geratener Mix aus Country, Folk, Roots'n Roll, Cajun und Alt.Country Rock. Die Aufnahmesessions fanden in Los Angeles statt, unter Beteiligung der üblich verdächtigen Burnett-Clique. So erleben wir neben T-Bone Burnett (Acoustic Guitar) und - leider nur noch marginal - Stephen Bruton (Electric Guitar, Mandotar) solch illustre Studiocracks wie Greg Leisz (Pedal Steel), Buddy Miller (Electric Guitar), Patrick Warren (Orgel), Thomas Canning (Piano), Dennis Crouch (Bass), Jay Bellerose (Drums) und Joel Guzman (Akkordion). Und alle erwähnten Namen sind Garanten dafür, dass Country nicht zwingend so klingen muss, wie man Country gemeinhin erwartet!

Wir bieten über unseren Mailorder vorrangig die Deluxe-Edition von Crazy Heart im Digipak an, die im Vergleich zur regulären Version im Jewelcase 6 zusätzliche Stücke sowei ein umfangreicheres Booklet enthält. Fans der Plastik-Verpackung können wahlweise auch die "Normal"-Version erhalten.




01.01.


JON DEE GRAHAM
TIt's Not As Bad As It Looks


CD € 13,90
LP+CD € 17,90
Seit drei Jahrzehnten bürgt der Name JON DEE GRAHAM für allerbeste Qualitätsarbeit in den Sparten Roots Rock, Guitar Rock und Texas Singer/Songwriter. Der rastlose, vielbeschäftigte Allroundmusiker aus Austin gilt mit seinen 50 Jahren als absolute Kultfigur der Szene, die davon ja nachgerade nicht eben wenige aufweisen kann. Jon Dee Graham lebt seine Musik im wahrsten Sinn des Wortes und vertritt vehement die Rock'n Roll-Seite von Americana. Auf seinem brandneuen Album stellt er genau das mal wieder kongenial unter Beweis und zeigt, dass mit ihm - nach vielen privaten Nackenschlägen - wieder voll zu rechnen ist. It's Not As Bad As It Looks, es ist alles halb so schlimm - so heißt der logische, konsequente Titel bei jemandem, dem es so einige Male in seiner langen Karriere überhaupt nicht gut ging, der sich aber aktuell mächtig im Aufwind zu befinden scheint!

 
Jon Dee Graham
(SXSW 2009 @ Mother Egan's)
Foto: Uwe Schuppann
Seit Ende der 70er Jahre ist der Name Jon Dee Graham in Gitarrenrock- und Roots-Kreisen ein fester Begriff. Zunächst stieg er 1979 für zwei Jahre als Gitarrist bei den Skunks ein, einer der wenigen überregional bekannten Punk Rock Bands aus Austin. Als Mitglied der legendären True Believers begann er danach seine bis auf den heutigen Tag andauernde Zusammenarbeit mit Alejandro Escovedo, einer weiteren Americana-Ikone aus Texas. John Doe Band, mit Calvin Russell in Europa, Michelle Shocked, Dan Stuart und Trish Murphy, Country Music mit Kelly Willis, zig weitere Studiojobs von Gourds über Silos, Michael Hall und Reckless Kelly bis zu Ray Wylie Hubbard und Eliza Gilkyson sind nur die wichtigsten Stationen auf dem Weg zu einem wirklich Großen. Nebenbei unterstützt er zahlreiche unbekannte Acts und neue Interpreten, produziert hier und musiziert da. Nicht zu vergessen natürlich die Resentments, seine "Freizeittruppe" mit dem in diesem Jahr verstorbenen Stephen Bruton, "Scrappy" Jud Newcomb, Bruce Hughes und John Chipman, mit der er regelmäßig im Saxon Pub auftrat und die etliche viel beachtete Blue Rose-Veröffentlichungen auf dem Markt hat!

Seine Solokarriere startete Jon Dee Graham in 1997 mit einem geradezu fulminanten Einschlag: Escape From Monster Island. Knapp zwei Jahre später folgte Summerland und Anfang 2002 Hooray For The Moon, gleichzeitig der Start zu einer ganz engen, freundschaftlichen Zusammenarbeit mit Blue Rose, die bis auf den heutigen Tag anhält und über die Jahre eher noch gefestigt wurde. The Great Battle (2004) und Full (2006) hießen die nächsten Solo-Meilensteine. In der jüngeren Vergangenheit hatte JDG mit vielen Problemen zu kämpfen, die ihn aber letztlich nie verzweifeln, sondern vielleicht sogar immer noch stärker werden ließen: So leidet sein Sohn Willie an einer seltenen Knochenkrankheit, weswegen die Austin Community 2005 das außergewöhnliche Tribute Album Big Sweet Life - mit Graham-Material in Interpretationen vieler seiner Kollegen - auf die Beine stellte. JDG selber baute einen schlimmen Autounfall im Juli 2008, von dem er sich nur langsam erholte, nur um - gerade vollständig genesen - an Weihnachten zuhause von einer Leiter zu stürzen und sich die Rippen zu brechen. Nur ein paar Tage darauf stand er dann aber schon wieder auf den Brettern des berühmten Continental Club in South Austin, wo er immer noch jeden Mittwoch ein regelmäßiges Engagement gibt.

Jemand, der schon soviel erlebt hat und der auch in der Lage ist, darüber zu reflektieren und die Geschehnisse in poetisch wertige Lyrics zu transferieren, muss mit einem großen Talent gesegnet sein. Einer, der so eine kernige, kompromisslose, charakterstarke elektrische Gitarre spielt und der seiner kruden Reibeisenstimme so viel Gefühl und Leidenschaft abverlangen kann, wird gleichermaßen viel drauf haben. Und wer das dann noch in solch markante, bärenstarke Songs verpacken kann wie auf It's Not As Bad As It Looks, der hat mal wieder einen ganz großen Wurf gelandet! So wie Jon Dee Graham mit diesen 11 kapitalen neuen Tracks, die relativ kurzfristig und weitgehend spontan an nur wenigen Tagen Ende Juni 2009 im Wire Recording Studio in Austin von Stuart Sullivan (Resentments, James McMurtry, Texas Tornados, Derailers, Calvin Russell) aufgenommen wurden. Produziert von Sullivan, Graham und seinem ewigen Mitstreiter Mike Hardwick hören wir eine sehr konzentrierte Studioarbeit von Bandleader Graham und seinen Fighting Cocks, hinter denen sich nicht etwa eine neue Formation verbirgt, sondern in harten Texas Gigs ausgebildete Musiker der ersten Liga, die auch alle schon lange für JDG tätig sind, nach dem Motto "why change a winning team?": Mike Hardwick (elektrische & akustische Gitarren, Lap Steel, Pedal Steel), dazu die Rhythm Section mit Andrew Duplantis (Alejandro Escovedo, Meat Puppets, Son Volt) am Bass und Joey Shuffield (Wild Seeds, Fastball) als Drummer.

Gemeinsam spielen sie sich völlig teamorientiert durch ein bemerkenswert frisches und abwechslungsreich gekoppeltes Programm von fetzigen Rockern, bluesigen Rootsnummern und süffigen Balladen im typischen JDG-Stil. Kracher wie der Opener "Beautifully Broken", "PopSong" und "My Lucky Day" werden jeden künftigen Gig anheizen, ein swampiger Slip'n Slide Gospel wie "God's Gonna Give You What You Need" wird die Roots-Herzen höher schlagen lassen. "Gilead", "(Let's Get It) While It's There" und "La La (La-La-La)" beweisen einmal mehr Grahams Talent für die Verknüpfung von spannender Erzählkunst, lässigen Refrains und instrumenteller Finesse, wirken wie die eher nachdenklichen Stücke "Burning Off The Cane", "I Said, Best" oder der unter die Haut gehende Abschluss "I Will Be Happy Again" noch lange nach. Jawohl, "I Will Be Happy Again" als eindrucksvolles Überlebens-Statement, Jon Dee Graham ganz einsam und alleine mit seiner elektrischen Gitarre und dieser unnachahmlichen Stimme, die so mächtig klingen kann, aber auch so unendlich sehnsüchtig und verletzlich! Happy again... - das ist es, wonach er sich verzehrt, wofür er lebt, das, was ihm seine vielen Fans weltweit so sehr gönnen würden.

It's Not As Bad As It Looks ist ab sofort über unseren Webshop erhältlich, im regulären Handel ab dem 19.1.



01.01.


CRACKER
Live At The Rockpalast/
Crossroads Festival


2-CD+DVD
€ 19,90
2-LP+DVD
€ 27,90
 
Foto: Reinhard Näkel
Nach mehreren Anläufen hatte es im Oktober 2009 dann doch noch geklappt. Zweimal mussten Cracker ihren Auftritt beim Rockpalast/Crossroads-Festival in der Harmonie in Bonn absagen und es sah so aus, als würde das nie etwas werden. Erst wenige Monate zuvor war die Band aus Richmond, Virginia in Deutschland auf Tour gewesen, wo übrigens die ersten zarten Bande zwischen ihr und Blue Rose geknüpft worden waren. Cracker ist eine amerikanische Gitarrenrock-Institution im weitesten Sinn, die ihren Einstand Anfang 1992 feierte und mit einigen Unterbrechungen bis heute existiert. Die beiden Chefs und einzigen Konstanten über all die Jahre sind Mastermind David Lowery und sein kongenialer „Deputy“ Johnny Hickman. Bereits zuvor hatte Sänger/Songschreiber/Gitarrist Lowery Indie Rock-Geschichte geschrieben: Camper Van Beethoven hieß der klangvolle Name jener Kapelle aus dem kalifornischen Santa Cruz, die mit ihrem innovativen, geistreichen und musikalisch äußerst wandlungsfähigen College Rock in der zweiten Hälfte der 80er zur absoluten Kultband einer ganzen Generation wurde. Ihr ‚Take The Skinheads Bowling‘ avancierte zur Underground Radio-Hymne und stand für eine kulturelle Gegenhaltung in den starren Reagan/Bush- Zeiten. Cracker war danach praktisch die erwachsen gewordene, professionellere Weiterführung des CVB-Mythos: Lowery, dazu Hickman als hauptamtlicher Gitarrist, aber auch gelegentlicher Singer/Songwriter, sowie diverse wechselnde Bandmitglieder wurden - nun von Richmond, Virginia aus - mit etlichen klassischen Alben (Kerosine Hat, The Golden Age, Gentleman‘s Blues) zu einer festen Größe des Alternative Rock vor der Jahrtausendwende und läuteten im neuen Millennium die Americana Rock-Phase ein. In der Tat bewegt sich Cracker auf einem schmalen Grat zwischen im Grunde bereits konventionellem Roots Rock mit Tendenzen zu Folk & Country und frühen Punk & Indie-Einflüssen mit krachenden Gitarren und entfesselten Liveauftritten. Ihren enormen Stellenwert bezieht die Band daraus, dass sie sich von beiden Lagern nicht 100%ig vereinnahmen lässt, ihren ganz eigenen Kurs steuert und damit kultur- und generationenübergreifenden Einfluss nimmt.

Noch vor dem Erscheinen ihres neuen Studioalbums Sunrise In The Land Of Milk And Honey wurden also im Oktober 2008 einige weitere Live-Termine in Deutschland eingeschoben, und am 23.10. spielte das Quartett beim zweimal im Jahr stattfindenden Crossroads-Festival, einer Kooperation des WDR-Fernsehens in Köln und der Harmonie in Bonn. Der knapp 90-minütige Set enthielt neben einigen bis dato unbekannten Stücken aus „Sunrise…“ auch alle „Klassiker“ wie etwa „Teen Angst“, „The World Is Mine“, „Euro-Trash Girl“, „Big Dipper“, „One Fine Day“, „The Riverside“ oder „Seven Days“. Insgesamt 17 Stücke iumfasste der powervolle Auftritt, der nun endlich in kompletter Länge sowohl als Video- und als Audio-Set vorliegt, wobei der Audiopart, im TV extrem komprimiert, nun mit aller Wucht aus den Lautsprechern kommt. Von Cracker gibt es bisher eh kaum Live- DVDs, diese hier wird wohl für lange Zeit so etwas wie das non plus ultra sein und wir sind schon etwas stolz, hierfür die weltweiten Rechte bekommen zu haben.

Live At The Rockpapalast/Crossroads Festival ist ab sofort exklusiv über unseren Webshop erhältlich, im regulären Handel ab dem 12.02.





01.01.


HANK SHIZZOE
Breather


CD € 13,90
LP+CD € 17,90
Der schweizer Musiker, der den Künstlernamen HANK SHIZZOE führt und in Wirklichkeit Thomas Erb heißt, hat sich in den vergangenen fast 20 Jahren von einem viel versprechenden lokalen Talent zu einem der spannendsten, stilistisch flexibelsten und mittlerweile renommiertesten Roots Rock-Musiker in ganz Europa entwickelt! Als exzellenter Gitarrist mit Ausnahmetechnik und innovativer Singer/Songwriter im zeitgenössischen Americana-Sektor ist der Name Hank Shizzoe weit über die Grenzen unseres Kontinents hinaus bekannt, die vermeintlich übermächtige "Konkurrenz" amerikanischer Spitzenkräfte braucht er schon lange nicht mehr zu fürchten. Breather ist sein 9. Album im Roots-Genre seit 1994, etliche abweichende Projekte mit anderen sowie sein jüngster Ausflug in die Theaterwelt (Von Mäusen und Menschen - Of Mice and Men) nicht mitgerechnet. Breather ist auf der einen Seite ein typisches Hank Shizzoe-Werk mit vielen vertrauten Zutaten geworden, wirkt zum anderen verblüffend abwechslungsreich, dynamisch und geradezu überbordend vor ungebremster Roots-Kreativität!

Nach einer langen Geschichte mit 6 hervorragenden Veröffentlichungen auf CrossCut Records, dem international anerkannten deutschen Blues Label, kam Hank Shizzoe vor drei Jahren zu Blue Rose, um noch stärker in die pralle Americana-Welt der Singer/Songwriter und Roots Rocker vorzudringen. Das im Herbst 2007 erschienene, äußerst erfolgreiche Blue Rose-Debütalbum Headlines bot sich dafür regelrecht an, im April 2009 legte man mit dem umfangreichen 2 CD/1 DVD-Set Live In Motown sogar noch nach! Auf beiden Platten firmierte der Schweizer zusammen mit seiner langjährigen Begleitcombo The Directors, für Breather dagegen verwendete er nur auf einigen wenigen Tracks Akustikbassist Michel Poffet und /oder Drummer Christopher Beck, jene Directors-Rhythm Section. Ansonsten haben wir es hier rein formal betrachtet mit einem Solowerk zu tun, da Shizzoe gleich alle Instrumente selber spielt: akustische & elektrische Gitarren, diverse Slide & Lap Steel Guitars, Bass, Piano, Bouzouki, Banjo, Ukulele, Orgel, Harmonica, Schlagzeug und Percussion. Und er singt natürlich, mit dieser aus Tausenden herauszuhörenden Schotterpisten/Reibeisen-Stimme, die sich besonders für die talking-bluesigen, spukigen Singer/Songwriter-Nummern perfekt eignet, aber auch bei den anderen, zum Teil erstaunlich schnellen, stark (roots-) rockenden Stücken so wandlungsfähig und klangtechnisch so gut aufgenommen scheint wie nie zuvor!

Breather bietet eine beeindruckende Demonstration all seiner individuellen Stärken und ist handgemachte Americana/Rockmusik auf höchstem Niveau! 'Two Ways Of Running' heißt der von Banjo und Orgel ummantelte, auf einem Teppich aus diversen Percussion basierende, mit schneidender Lap Steel durchzogene Eröffnungssong, der langsam und swampig vor sich hin brodelt. Eine unerhörte Tempoverschärfung gibt's gleich darauf mit einer gnadenlos hastigen, rock-poppigen Schnellversion von Adriano Celentano's Hit 'Svalutation', die Shizzoe - klar! - in italienisch singt und mit einer enormen Slide-Attacke frei nach David Lindley zum gloriosen Finale trägt! Apropos David Lindley: Dessen 'When A Guy Gets Boobs', eine selbst-despektierliche, text-witzige Altersbetrachtung von Twango Bango III ist hier Track #3 und gerät mit diesem unverschämt eingängigen Gitarrenriff und dem markanten Sprechgesang praktisch zu einem Mix aus 'Spirit In The Sky' und 'Choctaw Bingo' von James McMurtry. 'Shaker' kommt als atmosphärisch dichter, stetig sirrender Klangteppich mit verschiedenen Steel'n Slide'n Swamp Guitars, wunderschönen Harmony Vocals von Shirley Grimes und herrlich absurden Metaphern wie "I am the shaker, you're the tambourine... I am the race, you are the breather... I am the train, you are the station... I am the state, you are the nation...". Erst nach 7:05 ist diese eindringliche, fast psychedelische Wortreise zu Ende. Der 'Recession Blues' erinnert in seiner Dire Straits-Nähe an den Opener von Headlines, 'Are We There Yet?', und wo Hank Shizzoe früher danach mit einer ruhigen Ballade angetreten wäre, erfolgt nun mit 'Safe New World' gar eine weitere Rock-Beschleunigung, knapp und direkt vorwärtstreibende Rhythm Section und konsequente Blues Rock-Lead Guitar inklusive! Mehr kann man in 3:24 nicht hineinbekommen.

Das J.J.Cale/Dire Straits-mäßige 'Only In America' ist ein weiterer Beweis für die Songschreibkunst Hank Shizzoe's, bringt er hier mit wenigen treffsicheren Sätzen gesellschaftskritische Beobachtungen auf den Punkt. Auch jetzt wird eine schnelle Nummer von einer noch schnelleren abgelöst: 'I Still Want You' eilt im Höchsttempo knapp über die 2 ½-Minutenmarke und leistet sich am Ende sogar noch ein furioses Slide-Duell in Sonny Landreth-Manier! 'Split The Loot' ist lässig-coolster Country Twang & Steel, bevor der Schweizer ein nächstes Mal seine perfekte Mehrsprachigkeit präsentiert: anhand einer roots-rockenden, Banjo-pluckernden, Slide-getriebenen Hammerversion von Jacques Dutronc's 1966er Superhit 'Et Moi, Et Moi, Et Moi'. Zum Abschluss einer in jeder Hinsicht überzeugenden Produktion hören wir das beschwingte 'One Cup Of Coffee And A Cigarette', einen wahren Rausschmeißer im Stil von Bob Dylan's 'Love And Theft', mit Texas Shuffle, Roots'n Roll Groove, Kirmes-Orgel und Dancehall-Atmosphäre.

Breather ist ab sofort ausschließlich über unseren Webshop erhältlich, im regulären Handel ab dem 05.02.





01.01.

MAILORDER NEWS

Special Offers aus dem Katalog Januar/Februar 2010




27.12.

Wieder haben wir die traurige Aufgabe, den Tod eines (ehemaligen) Mitglieds der Blue Rose-Familie zu vermelden: VIC CHESNUTT, der Anfang dieser Woche nach einem Selbstmordversuch ins Koma gefallen war, ist nicht mehr aufgewacht und nach Angaben eines Sprechers der Familie am Freitag in einem Hospital in seiner Heimatstadt Athens, Georgia gestorben. Er wurde 45 Jahre alt. Auf New West/Blue Rose hatte er die beiden erfolgreichen Alben Silver Lake und Ghetto Bells veröffentlicht, erst vor wenigen Wochen war sein neuestes Album At The Cut erschienen. Nähere Umstände seines Todes sind uns noch nicht bekannt, die Lücke, die er hinterlässt, wir nicht mehr zu schließen sein, denn seine Art, Songs zu schreiben und sie zu interpretieren, war einzigartig. Seine Themen waren selten optimistisch, meist waren sie geprägt von Schmerz, Bitterkeit und Ironie, zudem zuweilen mit autobiografischem Hintergrund. Wir werden ihn immer in unseren Erinnerungen behalten, ganz sicher auch seinen großartigen Auftritt beim "Orange Blossom Special"-Festival von Glitterhouse Records am 7.6.2003. Wir haben als kleinen Abschiedsgruß den Song "Wren's Nest".

Berichten zufolge wurde Chesnutt vor einiger Zeit von einem Krankenhaus auf Behandlungskosten in Höhe von 70.000 Dollar verklagt, die er selbst hätte bezahlen müssen, da er sich wie viele Amerikaner keine Krankenversicherung leisten konnte. Jetzt kommen noch die Kosten seines jüngsten Krankenhausaufenthalts und die Beerdigung hinzu, die wohl an seiner Familie hängenbleiben werden. Eine enge Freundin, die Singer/Songwriterin Kristin Hersh, hat eine Spendensammlung ins Leben gerufen - auch die kleinsten Beträge eine große Hilfe.





24.12.

MAILORDER NEWS

NEUZUGÄNGE WOCHE 52/2009

LYLE LOVETT
Natural Forces



CD € 15,50
TODD WOLFE
Stripped Down At
The Bang Palace


CD € 14,90
DRAG THE RIVER
Primer



CD € 14,90
ROBYN HITCHCOCK
I Often Dream Of
Trains In New York


CD+DVD € 15,90



23.12.

Da kommt doch tatsächlich die alte Tante EMI auf die Idee, eine Compilation über Alternative Country zu machen. Und fragt bei uns an, ob sie den Song "Tell Me Hello" von JOSEPH PARSONS dafür bekommen könnten. Solcherlei Anfragen bekommen wir (leider) nicht allzu oft auf den Tisch, also haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und der EMI nicht nur den Joseph, sondern auch noch jede Menge weiterer interessanter Acts angeboten. Wenn ein Sampler über Alternative Country, bei welchem Label hierzulande würde man fündiger werden als bei uns? Und immerhin haben es letztlich 4 Künstler des Hauses auf diese Doppel-CD geschafft, neben Joseph sind es TODD THIBAUD, LEEROY STAGGER und BLUE MOUNTAIN. Insgesamt 41 Stücke umfasst dieses ehrgeizige Paket, das exklusiv für die Elektro-Kette "Saturn" konzipiert wurde und auch nur in den Läden der "Media Markt"-Schwester verkauft wird. Die auf der Compilation enthaltenen Songs und Künstler können sich durchaus sehen lassen, wenn auch bei Künstlern wie Elton John, Richard Thompson, Norah Jones, Dean Martin oder Reamonn die Frage erlaubt sein darf, was die mit Alternative Country zu tun haben.

Hier nun die komplette Trackliste:
CD 1
1. Prefab Sprout - Cowboy Dreams
2. The Divine Comedy - Mother Dear
3. Cherry Ghost - 4am
4. Joseph Parsons - Tell Me Hello
5. Paolo Nutini - Candy (Radio Edit)
6. Blue Mountain - She's A Wild One
7. Reamonn - A Little Bit Of Sunshine
8. Turin Brakes - They Can't Buy The Sunshine
9. James Kirk - Nilsson
10. Jimmy Nail: Crocodile Shoes
11. It's Immaterial - Driving Away From Home (Jim's Tune)
12. Black Rust - Everything's Fading
13. Lee Hazlewood - Poet, Fool Or Bum
14. Tennessee Ernie Ford - Sixteen Tons
15. Joe Brown - Wishing Well
16. Van Zant - Help Somebody
17. Richard Thompson - Walking The Long Miles Home
18. J.J. Cale - The Problem
19. Willy Mason - Gotta Keep Walking
20. Nitty Gritty Dirt Band - Mr. Bojangles
CD 2
1. Elton John - The Captain And The Kid
2. Madison Violet - Crying
3. Martin Gallop - Mannequin
4. Smokestack Lightnin' - Take A Lot Of Pride
5. Richard Hawley - Just Like The Rain
6. Lambchop - About My Lighter
7. Badly Drawn Boy - The Way Things Used To Be
8. Bright Eyes - Four Winds
9. Bob Evans - Sadness & Whiskey
10. Glen Campbell - These Days
11. Leeroy Stagger - Too Many Rainy Days
12. Priscilla Ahn - Leave The Light On
13. The Notting Hillbillies - Your Own Sweet Way
14. Norah Jones - Wake Me Up
15. Ryan Adams - Evergreen
16. Wilco - Sky Blue Sky
17. Todd Thibaud - The Right One
18. Amos Lee - Ease Back
19. Rosanne Cash feat. Johnny Cash - September When It Comes
20. Johnny Cash - A Thing Called Love
21. Dean Martin - Gentle On My Mind



8.12.




26.11.

MAILORDER NEWS


TOM PETTY
Live Anthology


4-CD € 24,50
9-Disc € 85,90
7-LP € 85,90
TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS’ definitiver Live-Set The Live Anthology hat mit der Veröffentlichung begonnen und wird uns noch einige Wochen begleiten, denn nicht alle 3 Ausgaben wird es gleichzeitig geben. Hier eine Auflistung, was den Tom Petty-Fan erwarten wird:

Neben den Live-Darbietungen ihrer eigenen Klassiker enthält The Live Anthology auch einige der beliebtesten Coverversionen, von Klassikern über okskure Favoriten bis hin zu unerwarteten Adaptionen.

Standard Set(ab sofort lieferbar):
48 Tracks auf 4 CDs plus Booklet, das Artwork gestaltet von Stepard Fairey, der bekannt wurde durch das "Hope"-Poster mit Barack Obama bei der US-Präsidentenwahl 2008

Deluxe Box Set (ab 4.12. lieferbar):
- 62 Tracks auf 5 CDs inklusive 14 exklusiven Songs auf der 5. CD, die nur in der Deluxe-Box erhältlich ist
- DVD mit 400 Days, eine bisher unveröffentlichte Dokumentation von Martyn Atkins, gedreht während der 1995er Wildflowers-Tour
- DVD mit dem bisher unveröffentlichten Neujahrskonzert 1978 in Santa Monica, CA
- Vinyl der remasterten Version des Official Live 'Leg-Bootleg Albums von 1976
- 1 Blu-Ray Disk mit allen 62 Tracks in Stereo und 5.1 Surround Sound
- Deluxe-Buch mit Liner Notes und den persönlichen Ansichten zum Projekt von Tom Petty, Warren Zanes, Bill Flanagan, Robert Hilburn, Joel Selvin, Austin Scaggs und Phil Sutcliffe
- eine lithografische Reproduktion des Cover-Artworks (30x30 cm)
- Reproduktion des 1997er Fillmore-Konzertposters
- Live Anthology Notenbuch
- authentische Backstage-Pässe in Satin

Vinyl Deluxe Box Set (ab 15.1.2010 lieferbar):
- 51 Tracks, direkt gemastert von den unkomprimierten 24-bit 96K-Daten und gepresst auf 7 Stück 180g Vinyl-LPs in audiophiler Qualität
- Deluxe-Buch mit Liner Notes und den persönlichen Ansichten zum Projekt von Tom Petty, Warren Zanes, Bill Flanagan, Robert Hilburn, Joel Selvin, Austin Scaggs und Phil Sutcliffe



21.11.

Welcome to Blue Rose:
SONS OF BILL


SONS OF BILL
One Town Away


CD € 13,90
2-LP € 24,90
Die SONS OF BILL ausCharlottesville, Virginia fegen seit einigen Jahren wie ein wahr gewordener Traum durch die Stereoanlagen aller Country Rock-Fans weltweit. Also, zumindest sollte das so sein, aber noch sind sie eher ein lokales Ereignis, eines für die stets gut informierte Mailorder-Gemeinschaft und natürlich eines für befreundete Musiker und Bands, die in ihren Lobpreisungen für die Kollegen nicht müde werden. Zum Beispiel die Wrinkle Neck Mules aus der Nachbarszene von Richmond. Sie sind bereits etwas länger dabei und haben den Sons Of Bill genau eine Sache voraus, nämlich schon die zweite Veröffentlichung auf Blue Rose Records! Doch jetzt wird nachgelegt, One Town Away erscheint mit etwas zeitlicher Verzögerung nun auch in unseren Breiten. Diese Band, diese Musik, dieses bAlbum gehören einfach in den Stall von Blue Rose, gar keine Frage!!


Nein, der Bandname ist nicht gelogen! In der Tat handelt es sich bei der Kreativabteilung der Sons Of Bill um... die drei Söhne von Bill: Bill Wilson, selbst ein lokal anerkannter Musiker in Virginia. Es ist gut drei Jahre her, als James, Sam und Abe Wilson zusammen mit Seth Green am Bass und Todd Wellons an den Trommeln ihr erstaunliches Debütalbum A Far Cry From Freedom auf privater Ebene veröffentlichten. Man mochte kaum glauben, was da unter dem arg selbstgestrickten Booklet an reifer Musik zum Vorschein kam: nichts weniger als die perfekte Synthese von 70er Jahre Country Rock, 90er Gitarrenrock und Alt.Country der No Depression-Generation. In den Texten wurde alten Heroen wie der Nitty Gritty Dirt Band gehuldigt, die zumindest der erst 22-jährige Bandleader James Wilson zu ihrer Blütezeit gar nicht gekannt haben kann, da wurde das ländliche Small Town-Ambiente hofiert und über Menschen gesungen, die die Grenzen ihres Countys noch nie in ihrem Leben passiert hatten. Als Teenager hatte Wilson zuvor seine Metal-Zeit durchlebt, um in 2005 endgültig der Musik von Gram, Townes, Hank, Neil, Dwight & Co. zu erliegen. Schnell waren seine beiden Brüder motiviert, die Rhythm Section dazu gecastet, erste Songs geschrieben, zusätzliche Coverversionen von Steve Earle bis Drive-By Truckers für die Live Gigs einstudiert. Auf ihrer Platte betonten sie klar das „Rock“ in Country Rock und stiegen damit direkt in die höchste Liga zu Poco bis Reckless Kelly, der Dirt Band und Whiskeytown, den Long Ryders bis Son Volt ein. Qualität, Feeling - Killeralbum! Aber dann? Wie sollte das weitergehen?

Ganz simpel - mit einem Zweitwerk, das noch richtig einen draufsetzt!! Eine lange Zeit haben sie gebraucht und manch andere Band hätte man inzwischen wahrscheinlich vergessen und vielleicht nie vermisst in dieser schnelllebigen Ära, wo nur noch das neueste Produkt zählt. Doch nun sind die Sons Of Bill wieder da, nur leicht - und nicht entscheidend - umbesetzt, als Drummer fungiert jetzt Brian Caputo, sind wieder da mit One Town Away, dem endgültigen Beweis, dass A Far Cry From Freedom keine Eintagsfliege war, sondern dass wir es hier mit Typen zu tun haben, die ihren Weg machen, die ihr Ding durchziehen werden - das ist kein Diskussionsthema! 8 Songs von insgesamt 12 stammen von Bandchef, Leadsänger, Gitarrist James Wilson, zwei von Sam Wilson (Gitarren, Lead Vocals, Harmonica, Lap Steel), je einer von Keyboarder (und ebenfalls Sänger) Abe Wilson sowie vom Team James Wilson/Bassist Seth Green. Einen Favoriten vermag man nicht auszumachen, alle glänzen mit einem für ihr junges Alter erstaunlich ausgereiften Talent, Dinge des täglichen Lebens textlich interessant aufzubereiten und in eingängige dabei anspruchsvolle Melodien zu verpacken, die klar über dem Durchschnitt liegen, was das oft so unübersichtlich und ausufernd gewordene Genre zu bieten hat!

Für dieses Album haben sich die Sons Of Bill nach Kalifornien unter die Fittiche von Luxusproduzent Jim Scott (Whiskeytown, Wilco, Tom Petty, Neal Casal, BoDeans) begeben, der ihnen seinen bewährten Analog-Gitarrensound verschrieben und die tollen Lead & Harmony Vocals der Wilsons extra herausgeputzt hat. Zusätzlich zum ohnehin schon göttlichen Saiten- Dreiklang hören wir auf 4 Nummern sogar noch die Pedal bzw. Lap Steel des gesuchten Studiocracks Greg Leisz! Das ergibt unterm Strich einen wahrhaft kosmischen Sound, bei dem - wie eingangs gesagt - allen Freunden dieser zeitlosen Musik das Herz aufgehen müsste. Country Rock-Fans dieser Welt, vereinigt euch und liebt diese Band. Sie hat‘s wirklich verdient!!



21.11.

MAILORDER NEWS



DER STAMMTISCH empfiehlt

Im Januar 2008 hatten wir den STAMMTISCH ins Leben gerufen, um euch einige mehr oder weniger unbekannte CDs ans Herz zu legen, die einige Musikfreaks mitbringen und dann vorstellen. Das ist nicht etwa eine fingierte Runde, wie das schon mancher vermutet hat, nein, diese Gruppe gibt es real! Diese Musikabende finden regelmäßig unregelmäßig beim Blue Rose-Labelmanager Edgar Heckmann statt, wo Profis der Szene sowie "normale" Fans ihre neuesten Errungenschaften austauschen, "Blind Listenings" veranstalten, indem sie CDs laufen lassen und die anderen erraten sollen, wer da gerade auf dem Plattenteller liegt, sich durch Unmengen von CDs von Künstlern/Bands kämpfen, die sich einen Plattenvertrag erhoffen und ganz nebenbei auch das eine oder andere kühle Bier reinziehen.
Die Runde dieses Musikabends besteht aus von 3 bis hin zu 6 Personen. Wir möchten diese kleine Runde dazu nutzen, einige der CDs, über die wir uns da so auslassen und die wir für besonders empfehlenswert halten, euch an dieser Stelle näherzubringen. Es handelt sich dabei um nicht in jedem Plattenladen erhältliche Schätzchen und von denen wir teils nur begrenzte Stückzahlen vorrätig haben.

Am Freitag, den 13.11. war der Stammtisch wieder mal zusammengekommen, diesmal in ganz großer Runde - 6 Personen zwängten sich um die Eckbank im Heimbüro von Labelmacher Heckmann. Unter den Gästen auch "hoher" Besuch: Thomas "Chill Music" Dewers war eigens aus Bremen nach Heilbronn gekommen, um einige seiner "Perlen" zu präsentieren. Die anderen wussten nichts von diesem Special Guest und waren natürlich überrascht und begeistert, ihn zu sehen. Außerdem in der Runde die üblichen Stammtischbrüder Jürgen Remmlinger, Uwe Schuppann, Manfred Stanzel und Heckmann selbst. Zu später Stunde stieß dann noch Herbert "Hinki" Knobloch, wie die anderen auch erprobter SXSW-Gänger, zur Gruppe.

Dieser Musikabend geht wohl in die Annalen ein als der längste, der jemals ausgetragen wurde, denn erst um 3 Uhr morgens fuhren die einen nach Hause, die anderen verkrochen sich gleich unter der Bettdecke.

Da immer wieder Anfragen von Freunden des Hauses kommen, ob sie nicht mal an einem der Musikabende teilnehmen könnten, haben wir uns entschlossen, den nächsten Stammtisch öffentlich zu machen. Am Donnerstag, 28.1.2010 findet im "Red River Saloon" in Heilbronn ein Musikabend statt, zu dem jeder, der Lust und Laune hat, vorbeikommen und unter Gleichgesinnten fachsimpeln kann. Näheres zum Ablauf werden wir bekanntgeben, wenn der Termin näher rückt.

Folgende Perlen haben sie diesmal für euch herausgepickt (zur noch besseren Orientierung haben wir neben den persönlichen Kommentaren der Teilnehmer von den meisten Alben auch kurze Musikschnipsel aufbereitet):

Manfred konnte vor allem mit folgenden Alben punkten:

ZAC BROWN BAND
The Foundation


CD € 15,50
Auf die ZAC BROWN BAND bin ich schon Anfang des Jahres durch ihren Radiohit „Chicken Fried“ aufmerksam geworden. Der wurde in den USA im Country-Radio rauf – und runtergespielt. Sogar unser US-Gastschüler sagte: „Ah, Zac Brown“, als er ihn bei mir hörte. Die Platte stammt also noch aus dem Jahr 2008, trotzdem war sie der gesamten Stammtischrunde unbekannt und alle waren überrascht von der frischen Mischung aus Country-, Folk- und Bluegrasselementen mit einer Prise Jimmy Buffett- Karibiksound. Es herrschte großes Staunen wegen des Hitpotentials der meisten Songs. Edgar fühlte sich gleich an die Nitty Gritty Dirt Band erinnnert und nahm die Scheibe ins Programm. Frische, lockere Countryklänge geprägt von der mit Kunststoffsaiten gezupften akustischen Gitarre und der sanften Stimme Zac Browns, dazu dezent gespielte elektrische Gitarren, mal auch ein schönes Solo, ergänzt von Fiddle und Orgel, eine auf den Punkt arbeitende Rhytmusgruppe und über allem schwebt dieser ungemein lockere Karibiksound, manchmal ein Reggaerhythmus. Schon der Opener „Toes“ gibt einen wunderbaren Einstieg in die Spielfreude der Band. Ganz relaxt und leicht geht es über die gesamte Spieldauer der CD weiter, ob bei „Whatever it is“ oder „Different Kind of Fine“, das erinnert auch an akustische Dead oder die New Riders of the Purple Sage, vor allem wenn es so improvisiert und spaßig endet wie bei „Sic em on a Chicken“. Ganz wunderbare Gute Laune Musik für den Sommer oder alternativ, wenn der schon vorbei ist, für lange Autofahrten.

SETH JAMES
That Kind Of Man


CD € 11,90
SETH JAMES, der in Austin/Texas lebt, schon für Wade Bowen oder RW Hubbard gespielt hat, hat mit „That Kind Of Man“ eines der besten Rootsrockalben des Jahres 2009 vorgelegt. Einflüsse aus vielen Stilrichtungen werden hier musikalisch wunderbar umgesetzt: Blues, Soul, Country, Rock, Americana, R & B, oft auch Southern Swamp, dass es klingt wie direkt vom Mississippi. Das hat viel mit den alten Little Feat gemein, aktuell zu vergleichen mit der Band Of Heathens, mich erinnert es aber oft an John Hiatt zu seinen besten Zeiten („Memphis in the meantime“). Das Album ist kompakt und satt produziert, es wird geprägt von einem knackigen Sound von elektrischen und akustischen Gitarren, dazu kommen oft Keyboards und bei den countrylastigen Stücken eine dezente Steelguitar unterstützt von Bass & Drums mit vielen groovenden Rhythmen. Das alles bleibt aber sehr analog, es gibt keine Modernismen. Ein sehr abwechslungsreiches Album, das mit „Thing for you“ so beginnt, als ob John Hiatt mit Sonny Landreth oder Little Feat mit Lowell George spielen würden, mit „Leaves of September“ folgt ein Countryrocker mit klasse Gesang und einem herrlichen Gitarrenriff, dann ein langsamer Blues. Das geht so abwechslungsreich weiter und wird mit „Honky Tonk Saturday Night“ oder der Dan Baird Nummer „Two for Tuesday“ richtig rockig um dann melodisch/soulig mit „If the world was mine“ und dem Titelsong auszuklingen. Das ist richtig Konkurrenz für die Band Of Heathens, auch wenn es das Album eines Solokünstlers ist, das nicht ganz an die Band mit 3 Frontleuten heranreichen kann, auf dem es dennoch viel zu entdecken gibt.

BUSTER JIGGS
Heartache Jubilee


CD € 13,90
Wer Lust hat, eine Band zu hören, die Texas-Country-Rock mal etwas anders anpackt, als die vielen bekannten wie Reckless Kelly oder Cross Canadian Ragweed, für den ist die neue BUSTER JIGGS-CD vielleicht das Richtige: hochmelodischer, ohrgängiger, gitarrenbetonter Texasrootsrock mit einer Sängerin als Frontfrau, das gibt es ja nicht all zu oft. Das sind die neuen Buster Jiggs nach dem Weggang des Leadsängers und des Leadgitarristen vom ersten Album. Stattdessen haben sie einen neuen Gitarristen mit hochmelodischen Soli und Licks, die ehemalige Backgroundsängerin und schon damals Hauptsongschreiberin Kristin Muennink singt jetzt alle Stücke selbst und spielt dazu meistens die elektrische Rhythmusgitarre. Das macht sie ganz hervorragend, ihr Gesang erinnert etwas an Jennifer Nettles von Sugarland, aber die Musik der Band ist lange nicht so glatt und klingt wirklich nicht nach Nashville, sondern eben nach Texas und Red-Dirt-Country. Die neue CD ist vom ehemaligen Micky & The Motorcars Gitarristen Joseph Deeb satt produziert, gelegentlich greift er auch selbst mit Slide- oder Leadgitarre in die Saiten. Auf einigen Stücken ergänzt eine schöne Orgel im Hintergrund den Gitarrensound akzentuiert. Insgesamt eine wunderbar gelungene Scheibe mit viel lockerem Countryrock wie etwa bei „She´s gonna break your heart“, „Ain´t it sweet“ oder „Everything you need“, aber auch mit eher rockigen Stücken wie „Madhouse“ oder „Once again“, und letztlich kann die Band auch das Tempo ganz rausnehmen („Pretty white wings“) und fast puren Country spielen(„Heart of mine“). Wie heißt es so schön auf der Webseite der Band: The songs are so damn catchy…

Uwe ist immer für Überraschungen gut, diesmal hatte er die meisten Punkte bei folgenden Alben gesammelt:
THE MOTHER HIPS
Pacific Dust


CD € 12,90
LP+CD € 16,90
Brandneues Album der Indie- Psychedelic- Rootsrocker von der Westküste. Insgesamt etwas ruhiger und subtiler als das grandiose, 2007 bei Blue Rose erschienene Album "Kiss The Crystal Flake", das bei dieser Gelegenheit wieder mal aus dem unverdienten Winterschlaf gerissen werden könnte. Melodischer Gitarrenrock, etwas popverliebt aber nicht glattgebügelt. Vergleiche zu Cracker, Guided by Voices oder den Jayhawks lassen sich ziehen.

TOMMY GALLAGHER BAND
Always Something


CD € 13,90
Eine weitere bemerkenswerte Scheibe aus dem Smith Entertainment Vertrieb ist die aktuelle CD der TOMMY GALLAGHER BAND aus dem Jahr 2008. Die in 2004 gegründete Band spielt zeitgenössiche Texas Country Musik mit deutliche Einflüssen aus der Red Dirt Szene. So wird Tommy Gallghers solide Rockstimme denn auch von einschlägigen Musikern dieser Szene unterstützt. Dafür steht insbesondere Mike McClure, der das Album auch produziert hat. Ähnlichkeiten zur Randy Rogers Band, Jason Boland oder gar den Cross Canadian Ragweed sind hörbar. Solide Scheibe des Genres.

Jürgen ist eigentlich immer so für die ruhigeren, melancholischen Sachen zuständig, kommt auch immer wieder einmal mit einem schönen Re-Issue daher. Diesmal haben wir folgendes Album herausgepickt:

DREW NELSON
Dusty Road To Beulah Land


CD € 15,90
Die zweite CD des sympathischen Americana-Songwriters DREW NELSON aus Michigan hat mich auf Anhieb begeistert. Die mit warmer, rauher Stimme vorgetragenen Songs orientieren sich an bekannten Vorbildern wie Dave Alvin, Greg Brown, Guy Clark, Robert Earl Keen, Bruce Springsteen (Nebraska-Phase, aber nicht so düster..) oder den frühen Aufnahmen von Joe Henry. Die semi-akustischen Arrangements passen hervorragend zu den vorwiegend im mid-tempo und leicht rockigen Balladenbereich angesiedelten Stücken,die Musik wirkt insgesamt sehr stimmig. Die Begleitmusiker (mit u.a. akustischen und elektrischen Gitarren, Dobro, Mandoline, Banjo, Pedal Steel und dezenter Rhythm Section) kommem aus der lokalen Szene und spielen äußerst musikdienlich und einfühlsam. Das gesamte Album hat sehr viel Atmosphäre und Tiefgang und verbreitet ein angenehmes Feeling.

Special Guest Thomas "Chill Music" Dewers hatte einen großen Karton voller interessanter CDs dabei, aber aus Zeitgründen konnte auch er nur eine kleine Auswahl zeigen. Hier die Highlights:

RADNEY FOSTER
Revival


CD € 14,90
Legt los wie die Feuerwehr und nimmt auch im weiteren Verlauf dieses erstaunlich frischen Albums kaum das Tempo raus, die Balladen sind deutlich in der Minderzahl. RADNEY FOSTER ist natürlich der, der als eine Hälfte des populären Country Pop-Duos Foster & Lloyd in den späten 80ern Nashville-Geschichte mit etlichen starken Hits schrieb. Revival ist seine 7. Soloscheibe im Leben danach und klar seine munterste. Mag sein, dass das an seiner neuen, blutjungen Begleittruppe liegt, die ihn so richtig fordert. Die arrivierten Studiocracks und ein paar illustre Gäste kommen diesmal eher von der Einwechselbank: Michael Ramos, Darden Smith, Darius Rucker (Hootie), Dierks Bentley, Jon Randall, Craig Krampf, Tammy Rogers u.a.

JAY FARRAR & BENJAMIN GIBBARD
One Fast Move Or I'm Gone


CD € 15,50
LP+DVD € 23,90
Son Volt-Mastermind JAY FARRAR und Death Cab For Cutie-Chef BENJAMIN GIBBARD trafen erstmalig 2007 zusammen, um gemeinsam die Musik zur aktuellen Filmdokumentation über das späte Leben des berühmten Beatnik-Poeten (On The Road) zu komponieren und einzuspielen. Jack Kerouac war völlig ausgebrannt, als er 1960 an die Westküste ging, um sich selbst und sein Schreibtalent wiederzufinden. Ein Ergebnis ist das hochgeschätzte Werk Big Sur, das als letzter großer Wurf der Beat Generation-Legende gilt. Als unbedingte Kerouac-Fans, die Gefallen an dem Filmprojekt und auch an ihrer Teamarbeit gefunden hatten, gingen Farrar & Gibbard nun noch mal für 5 Tage ins Studio, um 12 Songs zum Thema Big Sur aufzunehmen. Sie schrieben die Musik und verwendeten dazu Textpassagen aus dem Buch. Ähnlich wie beim Gob Iron-Projekt von Jay Farrar (mit Anders Parker) vor 3 Jahren teilen sich die beiden Protagonisten auch hier die Lead Vocals brüderlich 50/50 und spielen fast alle Instrumente im Handstreich selber: akustische & Slide Gitarren, Lap Steel, Piano, Orgel, Harmonica, Percussion (Farrar) sowie akustische & elektrische Gitarren, Klavier und Schlagzeug (Gibbons). Mit dabei sind Mark Spencer (Blood Oranges, Kelly Willis, Bottle Rockets, Son Volt) am Bass, mit weiteren Gitarren und Piano, bzw. Brad Sarno mit klasse Pedal Steel im Stil von Eric Heywood und Bassist Aaron Espinoza (Earlimart, Devics). Sehr beseelte, einfühlsame Alt.Country Music, die auch ohne den Film hervorragend funktioniert!

GREG TROOPER
The Williamsburg Affair


CD € 14,25
Der Titel bezieht sich auf ältere Studiosessions, die der bekannte Singer/Songwriter und Americana-Künstler 1995 in Brooklyn zusammen mit Roscoe Ambel aufgenommen hat, die aber aus label-politischen Gründen nie ans Licht der Öffentlichkeit geraten sind. Das ist nun endlich möglich und, nun da der lange Jahre in Nashville lebende GREG TROOPER nach New York zurückgekehrt ist, sogleich das erste Projekt in der neuen/alten Heimat. 10 zumeist bislang unbekannte Trooper-Stücke und eine in der Tat tierische Fassung von Wrecking Ball (Neil Young), wogegen selbst die berühmte Emmylou Harris-Interpretation nicht mitkommt!! Mit seiner damaligen Begleitband The Flatirons, in der z.B. ein Ken Blevins trommelt (s.a. Sonny Landreth, John Hiatt), und weiteren tollen Musikern wie - natürlich! - Eric Ambel höchstpersönlich, Joe Flood, Dan Zanes, Larry Campbell, Andy York.

Der Gastgeber selbst hatte sich diesmal wie die anderen auf Non-Blue Rose-Titel konzentriert - und da waren einige hammermäßige Teile dabei:

OWEN TEMPLE
Dollars And Dimes


CD € 13,90
Schon vor 2 Jahren ließ der Name OWEN TEMPLE bei einem unserer Musikabende aufhorchen: "Two Thousand Miles" lag im CD-Player und sorgte bei den Stammtischbrüdern für Aufmerksamkeit. Astreiner Americana-Sound und 100% Blue Rose-kompatibel. Leider geriet der Mann irgendwie in Vergessenheit, doch nun ist er zurück mit seinem - man mag es kaum glauben - fünften (!) Album "Dollars And Dimes", nachdem 1997 sein Debüt "General Store" erschienen war. Der Texaner war ein ziemlicher Spätzünder und begann erst Mitte der 90er Jahre, Songs zu schreiben, nachdem er zuvor die Plattensammlung seines Vaters "unsicher" gemacht hatte, indem er Guy Clark, Townes Van Zandt, Robert Earl Keen oder James McMurtry bis zum geht nicht mehr anhörte. Dies formte auch unüberhörbar seine Vorlieben, und so haben seine Alben diesen gewissen Alt.Country-Touch, mal countryesk, mal Americana-rocking, aber immer melodietrunken und mit herrlichen Hooklines. Und beim Durchblättern der Verpackung fällt einem ein bekannter Name ganz besonders auf, wobei Musiker wie Will Sexton (Electric Guitar, Bass), Brian Standefer (Chello), Gabriel Rhodes (Gitarren, Ukulele, Piano, Pump Organ) oder Adam Caroll auch nicht unbekannt sind: Gordy Quist von der Band Of Heathens hat 4 der 11 Songs mitkomponiert, und sie gehören ganz sicher mit zu den Highlights eines rundum großartigen Albums. Bleibt mir nur die Frage zu stellen, warum Gordy dem Owen Temple nicht den Tipp gegeben hat, sich bei Blue Rose zu melden. Wir hätten das Album ganz sicher nicht ausgeschlagen. So können wir uns nur einen Sticker auf dem Album vorstellen und dem Aufdruck "Für Fans des Blue Rose-Labels uneingeschränkt zu empfehlen".

CAROLYN MARK & NQ ARBUCKLE
Let's Just Stay Here


CD € 14,90
Schande über mich, weil mir der Name CAROLYN MARK bis zum heutigen Tag nichts gesagt hatte. Dabei wird die Singer/Songwriterin aus Vancouver als "Queen Of Canadian Alt. Country" bezeichnet und hat bereits 5 Alben unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht, nachdem sie zuvor in mehreren Bands von Country über Rock bis Punk alles versucht hatte. Und wahrscheinlich wäre mir die interessante Dame auch weiterhin verborgen geblieben, wenn "Let's Just Stay Here" kein Gemeinschaftsprojekt mit DER kanadischen Vorzeige-Canamericana-Band schlechthin wäre: NQ ARBUCKLE stehen zwar an zweiter Stelle des Projekts, aber der Einfluss des Quartetts um den Frontmann Neville Quinlan ist auf jedem der 12 Stücke zu hören. Sie haben nicht nur 4 der Stücke geschrieben, sondern die musikalische Umsetzung ALLER Songs klingt dermaßen nach einem lupenreinen NQ Arbuckle-Album, dass man den Eindruck gewinnt, Carolyn Mark hätte "nur" ihre Kompositionen reingebracht und die Band sie kongenial umgesetzt - souverän zwischen düster melancholischen Balladen und beschwingt rockigen Nummern. Als Gäste konnte im Studio u.a. Corb Lund begrüßt werden, der es sich nicht nehmen ließ, bei "Saskatoon Tonight" die Lead Vocals zu übernehmen.

HOLLY WILLIAMS
Here With Me


CD € 9,90
Ohne jegliche Vorkenntnisse bzgl. HOLLY WILLIAMS sah ich mir während der Americana Music Conference in Nashville im September 2009 ihren Auftritt in der für sie viel zu großen Cannery Row an. Gut, es war noch früh am Abend und die riesige Halle füllte sich erst langsam, aber die kleine Gruppe an Zuschauern bekam einen schönen Auftritt geboten, nur Holly, Tochter von Hank Williams Jr., mit akustischer Gitarre, unterstützt durch einen weiteren Musiker an der Akustischen. Schöne Songs zweifellos, aber nach 30 Minuten wünscht man sich mal hier und da ein Schlagzeug, eine E-Gitarre oder einen blubberndan Bass, vor allem deshalb, weil ja alle dargebotenen Songs unbekannt waren und sie in einem kleinen Club sicher viel besser aufgehoben gewesen wäre. Also eine CD am Merchandsie-Tisch gekauft und vollkommen überrascht gewesen, als die ersten Töne aus dem CD-Player kamen. Volle Produktion, nicht zu vergleichen mit dem Akustik-Set in Nashville, sondern schön rockig mit klasse Songs, so etwa Bruce Springsteen oder John Mellencamp-Richtung, also keineswegs in die Richtung, die man ihr aufgrund der Verwandtschaft zugeordnet hätte. Ihr Großvater, die Legende Hank Williams, den sie nicht kennengelernt hatte, wäre dennoch stolz auf sie gewesen.

MIKE McCLURE
Onion


CD € 13,90
Aufmerksame Leser von CD-Booklets und CD-Inlaycards könnten schon des öfteren über den Namen MIKE McCLURE gestolpert sein, vor allem dann, wenn sie CDs von Künstlern wie Cross Canadian Ragweed, Willie Stradlin oder Whiskey Myers besitzen, um nur einige der Acts zu nennen, die McClure produziert hat. Vor allem bei Cross Canandian Ragweed hat er seit vielen Jahren ein "Produzenten-Abo", was bis zum jüngsten Album "Happiness And All The Other Things" reicht. Ohne ihn wäre die Red Dirt-Szene zweifellos nicht die, die sie heute ist. Seine eigenen Veröffentlichungen waren immer mehr im Hintergrund - unverdientermaßen! Bereits als Kopf der Band Great Divine hatte er seit 1994 Platten veröffentlicht, die letzte, "Under Your Own Sun", im Jahr 2005. Seine eigenen "Babies" kamen immer wieder zwischen den Produzentenjobs und können generell all denen empfohlen werden, die auf Red Dirt Music und auf Bands wie Cross Canadian Ragweed, Reckless Kelly, Micky & the Motorcars oder etwa die Bart Crow Band stehen. "Onion" ist richtig rockig ausgefallen und hat all die Zutaten, die Americana-Fans schätzen: Fetzige E-Gitarren, schöne Hooklines und charmante Melodien, dazu eine astreine Produktion, lediglich das Booklet ist extrem sparsam ausgefallen. Werden Produzenten-Aufträge heute so schlecht bezahlt?



31.10.

Welcome to Blue Rose:
MICKY & THE MOTORCARS


MICKY & THE MOTORCARS
Naive/Which Way From Here


2-CD € 13,90
2-LP € 27,90
Bisher haben wir CDs des texanischen Smith Music Group-Labels lediglich über unseren Mailorder vertrieben - mit großem Erfolg! Bands und Künstler wie die Bart Crow Band, Cross Canadian Ragweed, Whiskey Myers, Bleu Edmondson, die Randy Rogers Band, Rich O' Toole oder auch die jüngeren Neuerscheinungen wie Austin Allsup oder Chris Osmus kommen bei unserer Kundschaft sehr gut an.
Eine der populärsten Bands auf dem Americana-Sektor sind neben Cross Canadian Ragweed und Reckless Kelly wohl MICKY & THE MOTORCARS - und es bleibt alles in der Familie: Die beiden Brüder Micky und Gary Braun sind wiederum Brüder von Willy und Cody Braun, beide bei Reckless Kelly tätig. Und Cross Canadian Ragweed sind für beide Bands so etwas wie "Blutsbrüder" - sie gehen oft zusammen auf Tour oder bestreiten zumindest gemeinsam einen Abend.

Die Schnittmenge der Musik ist praktisch 100% - die einen sind vielleicht etwas härter (CCR), die anderen smarter (RK), Micky & The Motorcars irgendwo zwischendrin. Mit ihrem 3. Album Careless sind wir auf das Quintett aufmerksam geworden, und mit dem Nachfolger Naive zu Beginn dieses Jahres haben sich nochmals eine Schippe drauf gelegt. Wir wollten den Jungs die Plattform für ein größeres Publikum jenseits des Großen Teichs ebnen und haben einen europaweiten Deal über das Album abgeschlossen. Da einige unserer Kunden die CD bereits besitzen, gibt es die Blue Rose-Version von Naive mit einer Bonus-CD - dem allerersten Album der Band unter dem Titel Which Way From Here aus dem Jahr 2002. Diese CD ist bereits seit langer Zeit nicht mehr erhältlich, somit sollte das Package auch für diejenigen interessant sein, die Naive bereits besitzen.

Für Careless hatten Micky & The Motorcars die Latte schon ziemlich hoch gelegt. Sollte ihnen der Druck zuviel geworden sein? Schon der Titelsong als Opener schöpft Hoffnung, dass dem nicht so sein wird - catchy Start mit deftigen Gitarren und einem harten Drumbeat sowie einer (wie könnte es anders sein) mörderischen Hookline, ehe der Break zum Mitsing-Refrain einleitet. Fette Produktion, das wird bereits nach 3 Minuten deutlich. Doch nicht nur das - Micky Braun, der für fast alle Songs verantwortlich zeigt, sind wieder zwei Hände voll griffige Americana/Alt. Country-Songs von der Feder gegangen, die sowohl den Sommer auf der Terrasse, im Freibad, auf der grünen Wiese oder beim Autofahren als auch die Wintermonate vor dem warmen Kamin oder auf dem kuscheligen Sofa gnadenlos versüßen. Und auch ein Blue Rose-Künstler kommt zu Ehren - Jon Dee Graham's "Twilight" (aus The Great Battle) ROCKT wie Hölle - Micky & the Motorcars haben nicht nur wegen dieser grandiosen Coverversion die Prüfung bestanden und sind so ziemlich auf dem Country Rock-Gipfel der Neuzeit angelangt.

Naive ist ab dem 6. November über unseren Mailorder lieferbar, erhältlich über den regulären Handel ab 27.11.

Außerdem lieferbar von MICKY & THE MOTORCARS:

MICKY & THE
MOTORCARS
Live At Billy
Bob's Texas


2-CD+DVD
€ 14,90
MICKY & THE
MOTORCARS
Careless



CD € 13,90
MICKY & THE
MOTORCARS
Ain't In It
For The Money


CD € 13,90


31.10.

Welcome to Blue Rose:
TIFT MERRITT


TIFT MERRITT
Home Is Loud


CD € 13,90
2-LP € 25,90
TIFT MERRITT als ein echtes Darling der aktuellen Americana-Szene zu bezeichnen, ist sicher nicht übertrieben! Mit ihrer variationsreichen Musik, ihrer direkten Art und ihrem ungekünstelten, extrovertierten Auftreten hat sie in den vergangenen Jahren viele Freunde weltweit gewonnen und nicht nur die Country & Roots-Herzen der Männerwelt im Handstreich erobert. Sie ist im Lauf der Zeit zu einer echten Persönlichkeit gereift, die selbstbestimmt über ihre Musik entscheidet und sich keinem vermeintlich profitablen Lager unterordnet. Vermutlich sind es genau diese, von ihren Fans so heiß geliebten Eigenschaften, die einen richtig großen Karrieredurchbruch bislang behindert haben. Für die Major Companies ist sie einfach nicht biegsam genug. Ein klarer Fall also für ein Label wie Blue Rose, sich ihrer anzunehmen. Doch bevor die Reise in eine hoffentlich gedeihliche Zukunft beginnt (Tift Merritt ist beim US-Label Concord unter Vertrag und arbeitet an einem neuen Studioalbum, wofür die Karten für uns hierzulande ganz gut stehen), gilt es zunächst mal, quasi als Appetizer, die Wiederveröffentlichung eines höchst attraktiven "verlorenen Schatzes" zu feiern: Home Is Loud!

Für eine interessierte Alt.Country-Öffentlichkeit gab es die erste Begegnung mit der charismatischen Performerin aus North Carolina anlässlich eines Albums von Two Dollar Pistols aus der blühenden Chapel Hill-Szene. In 1999 präsentierte das Alt.Country/Country Rock/Neo Honky Tonk-Sextett auf seiner dritten Veröffentlichung das bis dato unbeschriebene Talent als Sängerin neben Bandleader John Howie, ließ sie am Songwriting teilnehmen und betitelte die fertige 7-Tracks-EP dann konsequenterweise auch mit Two Dollar Pistols with Tift Merritt! Damit wurden der kleinen Powerfrau schlagartig sämtliche Türen zu all den kleinen und großen Firmen des Genres geöffnet und Tift Merritt landete schließlich beim finanzstarken Trendlabel Lost Highway, das Anfang des Jahrtausends mit kapitalen Acts wie Whiskeytown, Lucinda Williams, Ryan Adams, Robert Earl Keen und Drive-By Truckers mächtig Alarm in der Americana-Szene veranstaltete. Ihr Debüt erschien im Sommer 2002 unter enormer Medienaufmerksamkeit: Bramble Rose war ein deutlich countryorientiertes Werk geworden, das - wie man schnell lernte - nur eine Seite der facettenreichen Künstlerin markierte. In Los Angeles von Ethan Johns produziert und mit einer Mischung aus ihrer eigenen Touring Band, Johns als Multiinstrumentalist und Big Shots wie Benmont Tench (Tom Petty & the Heartbreakers) eingespielt, gab es ausschließlich Merritt-Eigenkompositionen zu hören - eine Tatsache, die von merkwürdig vielen Neidern, die in ihr lediglich ein "attraktiv aussehendes Kunstobjekt der Industrie" sahen, seinerzeit nie so richtig anerkannt wurde. Was sich spätestens 2004 mit dem zweiten Album Tambourine und dem einhergehenden, ausgeprägten Touring Schedule ändern sollte!

Tambourine zeigte nämlich die ganze Bandbreite der Tift Merritt zwischen Country, Roots, Rock'n Roll, Singer/Songwriter, Alt.Americana und… ganz viel Soul (Southern Gospel, Memphis Soul, blue-eyed R&B!) auf. Bis auf McClinton Osbie Burnetts 'Your Love Made A U-Turn' hatte sie wieder alle anderen 11 Songs selber komponiert, aber diesmal kamen sogar ihre schärfsten Kritiker nicht umhin, in kollektive Begeisterung zu verfallen: 'Stray Paper', 'Good Hearted Man', 'Still Pretending', 'Late Night Pilgrim', der Titeltrack oder all die anderen waren denn einfach auch zu gut! Wieder in L.A. produziert, aber diesmal von George Drakoulias (Jayhawks, Maria McKee), aufgenommen mit Top-Session-Leuten wie Neal Casal, Mike Campbell, Robert Randolph, Don Heffington, den Texicali Horns, Gary Louris usw. Trotz einer Grammy-Nominierung für das beste Country-Album in 2004 wollte der von Lost Highway erwartete Durchbruch nicht so richtig klappen und man entschloss sich zur Trennung. Erst 3 ½ Jahre später, im Februar 2008, erschien Studioalbum #3, das heiß ersehnte Another Country, wieder in einer George Drakoulias-Produktion. Doch hier wurde ganz bewusst das große Brimborium weggelassen. Thematisch eine Hommage an ihre Europa-Zuneigung, sang Tift Merritt sogar ein Stück ('Mille Tendresses') auf französisch, gab sich auch ansonsten eher introspektiv und zurückhaltend, ganz auf ihre Qualitäten als begnadete Singer/Songwriterin konzentriert. Es spielte diesmal wieder ihre eigene Band zusammen mit den Luxusgitarristen Charlie Sexton und Doug Pettibone!

Doch was ist nun Home Is Loud?! Im Grunde nichts weniger als das perfekte Tift Merritt-Album!! Ein im Spätherbst 2005 - sozusagen als Überbrückung im vertragsleeren Zeitraum - nur auf privater Ebene erschienener Livemitschnitt eines mitreißenden, energiegeladenen Konzerts vom 4. Juni 2005 beim Heimspiel im North Carolina Museum Of Art in Raleigh. Tift Merritt und ihre famose Band, bei der wie geölt ein Rädchen in das andere greift, ziehen alle Register ihres Könnens und begeistern mit beseelten Versionen von 'Write My Ticket Home', 'Your Love Made A U-Turn', 'Ain't Looking Closely', 'Laid A Highway', 'Supposed To Make You Happy', 'Neighborhood', 'Tambourine' (natürlich 'Tambourine', ihr absolutes Aushängeschild!), 'Shadow In The Way' und 'When I Crossover'. Allesamt inzwischen zu Kulttiteln avancierte Klassiker! Die Band besteht aus Brad Rice an der elektrischen Gitarre, Greg Readling mit Pedal Steel, Dan Eisenberg an den Tasten, Jay Brown als mächtiger, alles zusammenhaltender Bassist und Harmoniesänger, sowie ihrem langjährigen Freund (und mittlerweile Ehemann) Zeke Hutchins hinter dem Schlagzeug. Tift Merritt selber spielt akustische und elektrische Gitarren, bläst die Harmonica, singt und... schlägt ihr Tambourin!

Seit langem gilt dieses nur bei Live-Gigs, über ihre Homepage oder bei Insider-Mailorders erhältlich gewesene Juwel als vergriffen. Nun hat Blue Rose Home Is Loud glücklicherweise wiederveröffentlicht: aus dem sparsamen 4-Seiten-Digipak wurde ein attraktiver 6-Seiter mit neuem Cover, neuen Fotos und... mit einem Exklusiv-Bonustrack - dem wunderschönen 'Bramble Rose'. Ein essentieller Reissue für alle Tift Merritt-Fans und darüberhinaus für ein größeres Publikum, das dieses unvergleichliche Livewerk schon längst verdient hat!

Home Is Loud ist ab dem 1.11. über unseren Mailorder, ab dem 20.11. auch im regulären Handel erhältlich.



31.10.

WRINKLE NECK MULES
Let The Lead Fly


CD € 13,90
2-LP+CD € 24,90
Vom kauzigen Bandnamen bis zur urwüchsigen Musik - diese Fünf aus Richmond, Virginia werden ihre ausgeprägten Country-Wurzeln nie verleugnen! WRINKLE NECK MULES hat sich die Gruppe vor fast 10 Jahren benannt, das riecht förmlich nach Country. Gleißende Pedal Steel Gitarren, pluckernde Banjos, singende Electric Guitars, klirrende Mandolinen und eine Vorliebe für kräftigen, südstaatengefärbten Landrock mit süffigen Harmonien... - ja, auch das ist ganz klar Country. Genauer: die perfekte Synthese zwischen klassischem früh70er Country Rock und dem, was heutzutage gerne als Alt.Country, No Depression Music und Americana Rock angeboten wird. Let The Lead Fly heißt das brandneue, von allen Fans sehnlichst erwartete Album dieser formidablen Band, die ohne Frage zu den allerstärksten dieses Genres gezählt werden muss!

Let The Lead Fly ist bereits ihr viertes Werk und daher lohnt ein Blick in die Historie. Erste Spuren der Mules lassen sich bis 2000 zurückverfolgen, als ein paar Freunde irgendwo zwischen Charlottesville und Richmond entlang der Interstate 61 begannen, Gitarren, Banjos, Mandolinen und Dobros mit Bass, Drums und Keyboards zu kombinieren und zarte Versuche des vom Bluegrass inspirierten, mehrstimmigen Harmoniegesangs zu entwickeln. Das, was sich anfangs noch sehr holperig und kantig anhörte, geriet 2003 schon sehr viel professioneller. Da veröffentlichten sie nämlich ihr Debütalbum Minor Enough und rauschten fortan mit Volldampf in all die angesagten No Depression/Alt.Americana-Zirkel. In 2004/05 konsolidierten sie ihr Line-up, tourten regelmäßig die gesamte Ostküste rauf und runter, schufen sich einen stetig wachsenden Fankreis und bereiteten im Studio ihren nächsten großen Wurf vor. Mit Hilfe des renommierten Produzenten Chris Kress (Dave Matthews Band) gelang ihnen ein Jahr später das deutlich gereifte Studioalbum Pull The Brake. Es begeisterte alle Anhänger zeitlosen Country Rocks genauso wie die Independent-Fraktion, nicht zuletzt wegen eines Duetts mit Bonnie "Prince" Billy (aka Will Oldham) auf dem Track 'Lowlight'. 2007 folgte mit The Wicks Have Met das dritte WNM-Album - gleichzeitig Debüt auf Blue Rose und internationaler Durchbruch mit Bestnoten der einschlägigen Kritiker und hohen Notierungen in den Americana Charts dieser Welt!

Personell ist die Gruppe in der gesamten Dekade ziemlich stabil geblieben. Chase Heard (Gitarren, Banjo), Andy Stepanian (Gitarren, Keyboards, Dulcimer) und Mason Brent (Gitarren, Mandoline, Banjo, Pedal Steel) sind die kreativen Köpfe, hauptverantwortlich fürs Team-Songwriting, die vielen instrumentellen Finessen und für die drei abwechselnden - und hörbar markant voneinander abweichenden! - Leadstimmen. Die später hinzugestoßene Rhythm Section, Bassist Brian Gregory und Schlagzeuger Stuart Gunter, komplettiert die bewährte Quintettformation und fügt sich dazu öfter in den ausgefeilten mehrstimmigen Backinggesang ein.

Let The Lead Fly nacht genau da weiter, wo The Wicks Have Met vor zwei Jahren aufhörte: bei zeitlosem Country Rock und Cosmic Americana, oft Bluegrass-unterwandert, gespickt mit Zutaten aus Southern Rock, Westcoast Pop und ländlichem Mountain Rock. Der fröhliche Titeltrack zum Start gibt mit Doppel-Banjo, dynamischer Rhythmik, fetziger Fiddle, markigem Leadgesang und Sing-a-long Chorus die Stimmung vor: "don't just stand there, raise your guns and let the lead fly", jawohl, das erinnert an die guten alten Ozark Mountain Daredevils und lässt einen spontan auf die virtuelle Tanzfläche springen! Weiter geht's mit dem lässigen, angenehm Eagles-mäßigen ('Peaceful Easy Feeling') 'Fortune Fades' inklusive subtilem, dominantem Mandolinen-Picking und dem schleppenden Rock von 'Medicine Bow'. Bei 'Dopamine Dream' wird zum ersten Mal das Tempo etwas zurückgenommen, die WNM als Songwriter-Band! Gelungener Refrain, klasse Harmony Vocals, elektrische Twin Guitars im Southern Rock-Stil versus Pedal Steel. 'The Waters All Run Dry' klingt wie ein Field Recording aus der Great Depression-Ära: klagender Woody Guthrie-Gedächtsnisgesang mit Banjoklimpern und Mandoline, von rumpelndem Country Rock unterminiert und mit einem derangierten Electric Lead-Solo abgewürzt. Das Banjo-getriebene, mit ungewöhnlichen Electric Guitar-Fills verzierte 'One Hand In The Furnace' entwickelt sich mit seinem verschlafenen Killerrefrain zu einem echten Ohrwurm - da treffen Nitty Gritty Dirt Band auf Drive-By Truckers!

Die zweite Hälfte beginnt mit dem rein akustischen 'Pleasure Is The Absence Of Pain': Banjo, Mandoline, Gitarren, fünfstimmiger Gesang, und dann setzten am Ende noch Marching Drums ein. Das zweiminütige Intermezzo 'Silver King' ist ein waschechter Alt.Country-Instrumentalkracher der Marke Uncle Tupelo, Frog Holler, Blood Oranges, bevor wir mit dem spannungsgeladenen, temporeichen 'Cracks And Seams' vielleicht den Höhepunkt des an herausragenden Momenten wirklich nicht darbenden Albums erreichen: Beseelter Mountain-style Gesang, eine vehement eingesetzte Snare Drum und ein ungemein dominantes Banjo (oder sind es gleich zwei?!) treiben die Nummer voran - Bluegrass rocks! Das relaxte, hingetupfte 'Catfish And Color TVs' bietet danach willkommene Erholung, gemahnt stark an die Old 97's - auch mit dem speziellen Lead Guitar Break in der Mitte. Beim latent elektrisch rockenden 'Pull Me From The Wreckage' geht die Rhythm Section in die Vollen, die Pedal Steel zieht an und man mag sich vorstellen, wie solch eine substantielle Nummer bei einer WNM-Live Show abräumen wird! 'Howard Johnson' zeigt die Band in allerfeinster Storyteller-Manier: Die schlüpfrig-nostalgische High School-Geschichte wird akustisch angewärmt, bevor Elektrizität und Rock'n Roll Fahrt aufnehmen. Grandios! Noch grandioser das Finale: 'Before The Rise And Fall' könnte als Pate für eine zeitgerechte Definition von Country Rock stehen. Das klug aufgebaute Stück mit seiner genialen Acoustic/Electric-Balance, exzellenter Pedal Steel, kehlig-kernigem Gesang, dem gewissen "Alt.Twang" und einem verdammt guten Job von Basser und Drummer erfüllt wahrlich alle Träume der Anhänger dieses Genres. Versprochen! Garantiert!!

Let The Lead Fly ist ab dem 1.11. über unseren Mailorder, ab dem 20.11. auch im regulären Handel erhältlich.



14.10.

JOSEPH PARSONS BAND
Slaughterhouse Live


2-CD € 14,90
3-LP € 32,90
Slaughterhouse Live ist das erste Live-Album von JOSEPH PARSONS, einem der Urgesteine auf Blue Rose, seit 10 Jahren. Und ohne Zweifel ist es die beste Live-Aufnahme von Parsons bisher! Aufgenommen im Theatersaal des Alten Schlachthauses im baden-württembergischen Schwäbisch Hall am 22.10.2008, war Joseph Parsons mit seiner Band (Parsons am Gesang und an akustischer und elektrischer Gitarre, Ross Bellenoit an der E-Gitarre, Lap Steel und Gesang, Sven Hansen am Schlagzeug und Freddi Lubitz am Bass und Gesang) extrem gut eingespielt und die beste Voraussetzung für einen gelungenen Mitschnitt. "This was recorded during a fantastic tour of Europe and I was thrilled to have captured it in this recording. I hope you feel the vibe that we felt that night," stellt Parsons fest. Und genau das ist es, was diese Aufnahme hat - Vibe. Eine Stimmung, die man auf Live-Konzerten nur dann richtig fühlen kann, wenn der Künstler unmittelbar vor den Zuschauern seine Songs präsentiert. Die Dynamik, die raue, gitarrenlastige Umsetzung der eher poppigen Studioalben des Singer/Songwriters aus Pennsylvania machten die Songs zu neuen, kraftvollen Kurzgeschichten. Neben Stücken aus seinem bisherigen Katalog glänzte unter anderem das neue Stück "Myriad Of Things", "Shine" und eine leidenschaftliche Version von Marvin Gaye's "What's Going On".

Käufer der CD finden in der Verpackung einen Hinweis zum Download von mehreren Videos, die während der Schwäbisch Haller Show mitgefilmt worden waren.

Joseph Parsons, Jahrgang 1964, wuchs in Pennsylvania auf, zog später nach Los Angeles, Boston, New York und Louisiana, machte Musik auf den Straßen von Barcelona und anderen europäischen Metropolen, arbeitete 1991 im Rahmen des Anti Gulf War Peace Teams in Kinderheimen in Bagdad. Seit den frühen 90ern wurde Parsons in Philadelphia sesshaft, nach einigen frühen Privatplatten startete er professionell bei Blue Rose Anfang 1998 mit dem von der Kritik begeistert aufgenommenen Album 5 A.M. Ein Jahr später folgte das selbstbetitelte Album Joseph Parsons, Live In Europe bot danach feinen Stoff seiner 99er Deutschland-Tournee mit Begleitband. Mit seinen jüngsten Alben The Vagabond Tales (2005), The Fleury Sessions (2006) und Heavens Above (2008) etablierte sich Parsons endgültig in der ersten Songschreiberliga!



12.10.

CORB LUND
Losin' Lately Gambler


CD € 13,90
'Alberta Says Hello' - endlich auch nach Deutschland und Europa! Der Song, eine wundervolle Ballade von epischen Ausmaßen, stammt vom mittlerweile 6. Album des hoch aufgeschossenen Musikers CORB LUND aus dem Westen Kanadas, der dort seit langem weit über ein lokales Ereignis hinaus wahrgenommen wird, regelmäßig vor vielen Tausend Menschen spielt und im 5. Jahr hintereinander als bester Roots Artist ausgezeichnet wurde. Etliche Juno Awards (etwa der kanadische Grammy) und im Ausland bislang kaum nachvollziehbare gute Verkäufe schmücken seine Vita. Losin' Lately Gambler ist nun das Debüt für New West/Blue Rose und soll seinen Namen als Botschafter der so genannten CanAmericana-Bewegung nicht nur in die USA sondern auch in unsere Gefilde hinüberwehen.

Corb Lund aus Edmonton, Alberta ist ein CanAmericana-Künstler wie er im Buche steht und legt mit seinem neuen Album ein weiteres Werk vor, dass sich musikalisch und thematisch mit der Geschichte seiner Region auseinandersetzt. Damit steht Lund voll in der Tradition eines Ian Tyson oder Gordon Lightfoot, trifft darüberhinaus mit seinem rootsigen Folk & Country Rock zwischen "alternative" und "neo-traditional" genau den Nerv der Zeit. Und der Kritiker, die ihn völlig zu Recht als Hoffnungsträger feiern, der eines Tages als Kanadier die USA erobern könnte - was in der Geschichte der populären Musik selten genug geschehen ist! Allerdings: So unerhört ortsgebunden viele Titel und die meisten Themen seiner Alben auch klingen, die Musik ist letztlich gar nicht so weit weg von Austin oder East Nashville, durchaus Kulturkreise, die er gerne besucht, um sich mit den dortigen Musikern auszutauschen oder - wie nun zum wiederholten Male - mit dem berühmten Drummer/Sänger/Produzenten Harry Stinson zusammenzuarbeiten.

Stinson, Mitglied der Dead Reckoning-Clique sowie der aktuellen Band von Marty Stuart (Fabulous Superlatives) und bekannt von unzähligen Sessionjobs für Steve Earle, Mary Chapin Carpenter, Rodney Crowell, Kelly Willis, Emmylou Harris, Nitty Gritty Dirt Band u.v.m., hat Losin' Lately Gambler produziert und den 12 Tracks ein abwechslungsreiches, vielschichtiges Klangbild verpasst, genauso wie zuvor bei Corb Lund's Durchbruchsalben Five Dollar Bill (2002), Hair In My Eyes Like A Highland Steer (2005) und Horse Soldier! Horse Soldier! (2007). Aber bereits in der Dekade zuvor präsentierte sich Lund mit seiner Punk Band schwer aktiv und sogar richtig erfolgreich: The Smalls waren über die Landesgrenzen Albertas hinaus ein dickes Thema. Ab etwa 1995 wendete er sich dann immer mehr der traditionellen Musik zu, entdeckte Songs seiner Vorfahren, entwickelte Vorlieben für Marty Robbins, Ian Tyson, Waylon Jennings und Steve Earle. Noch Ende der 90er markierten die privat veröffentlichten und mittlerweile vergriffenen Platten Modern Pain und Unforgiving Mistress den Beginn einer spannenden und vielversprechenden Solokarriere.

Lange schon spielt Corb Lund mit einer festen Touring Band, die seit einigen Jahren als The Hurtin' Albertans firmiert und auch konsequent von ihm im Studio verwendet wird, um möglichst authentisch zu bleiben: Kurt Ciesla traktiert den Standbass, Brady Valgardson sitzt hinter den Drums und der instrumentelle Star der Combo, Grant Siemens, brilliert an allem was Saiten hat: akustische und elektrische Gitarren, Banjo, Dobro, Lap Steel etc. Lund selber, ganz der veritable Frontmann, singt mit klarer, angenehmer Western-Stimme und begleitet sich mit akustischen und elektrischen Gitarren, etwas Mandoline und Harmonika. Stilistisch breit gefächert, sämtliche Americana-Pole auslotend, reicht das Programm auf Losin' Lately Gambler vom knackigen Rodeo-Rockabilly ('Steer Rider's Blues') und dem 50/60er Boom-Chicka-Boom eines Johnny Cash ('Long Gone To Saskatchewan') über Waylon-style Outlaw Country ('Chinook Wind') und lässigen Western Swing ('It's Hard To Keep A White Shirt Clean') bis zum Folk Rap frei nach Todd Snider ('Talkin' Veterinarian's Blues'), zum hard driving, twangy Honk'n Roll ('The Only Long Rider I Know') und zum Cowboy-Mythos eines Ian Tyson, Ramblin' Jack Elliott oder Marty Robbins ('Devil's Best Dress' mit Border Town-Flair).

Angetrieben von Bottleneck, Banjo und Slap Bass beschäftigt sich Corb Lund bereits auf dem dynamischen, lebhaften Opener 'Horse Doctor, Come Quick' mit einem Lieblingsthema: das Leben auf der Ranch, speziell die Pferdezucht, alles im Einklang mit der Natur und die Geschichten seines Großvaters im Hinterkopf. Eine andere Vorliebe ist das "gambling" (des anderen Großvaters!), beschrieben im famosen, mit geschmackvoll perlenden Gitarrenlicks durchzogenen, locker uptempo dahertrabenden 'A Game In Town Like This'. Der wunderschöne, sehnsüchtig-wehmütige Folk von 'This Is My Prairie' bildet dagegen einen eher nachdenklichen Abschluss. Untermalt von Harmonium, Orgel, Gitarre und pluckerndem Banjo, verstärkt mit Marching Drums und Posaune, zeichnet Lund ein düsteres Bild der gegenwärtigen Situation im Hinterland der Farms & Ranches, die von den Ölbohrkonzernen verdrängt werden - nur, um dann fast trotzig zu befinden: "this is my prairie, this is my home". Kein Abgesang an die Veränderungen in der Region also, sondern mehr ein unbedingtes Bekenntnis zu seiner Heimat trotz aller Widrigkeiten! Wer solch ein komplexes Sachgebiet in nur 3:45 Minuten mit ein paar klaren Worten skizzieren kann, der darf sich getrost als exzellenter Singer/Songwriter mit ganz eigener poetischer Kraft bezeichnen - Corb Lund, so gar kein Plastik-Westerner, sondern "the real deal"!

Danach gibt es quasi als Bonus den krassen Gegenentwurf: Beim Livemitschnitt seiner Australien-Tour, 'Rye Whiskey'/'Time To Switch To Whiskey', begeistern Corb Lund & Band als extrovertierte, fürwahr whiskeyselige Einpeitscher in allerbester Cash-meets-Jennings-Manier ein frenetisch feierndes Publikum. Da möchte man dabeigewesen sein!



11.10.

On Tour mit The Band Of Heathens

Vier Tage am Stück on the road mit THE BAND OF HEATHENS - diesen Luxus wollte sich Blue Rose-Labelchef Edgar Heckmann einmal gönnen. Heilbronn, Aschaffenburg, Bonn und schließlich Hannover/Isernhagen standen auf dem Tourplan, lediglich die letzte Deutschland-Show in Bordesholm (80 km nördlich von Hamburg gelegen) musste er sausen lassen. Länger konnten er und seine Frau Beate zwei heranwachsende Teenager und den Stubentiger Felix nicht alleine lassen. Außerdem wartete ein Berg an liegengebliebener Arbeit auf ihn, darunter Vertragsabschlüsse von neuen Blue Rose-Künstlern wie CALVIN RUSSELL, TIFT MERRITT oder SONS OF BILL sowie die BART CROW BAND.

Hardcore-Fans wie die beiden Moderatoren der deutschen Fan-Website bandofheathens.de, Jürgen Feldmann und Gudrun Bodenstein, sowie Johannes Schuh und Andreas Malassa, mussten natürlich alle 5 Shows mitnehmen und reisten der Band voraus, um (Zufall?) in denselben Hotels zu logieren wie das Quintett aus Austin, Texas. Der Grund war ganz einfach - eine einzige Show allein reicht nicht aus, um das Potenzial und die musikalische Vielfalt dieser außergewöhnlichen Truppe aufzusaugen. Das belegt schon allein die Tatsache, dass bei der Show 2 in Deutschland (Aschaffenburg) die Setliste aus 13 (!) unterschiedlichen Stücken zur Show 1 in Heilbronn bestand. Eine komplette Aufstellung der gespielten Songs der 5 Deutschland-Shows ist in Bearbeitung.

Schon der Tourauftakt in Heilbronn hinterließ bei den 140 Zuschauern einen bleibenden Eindruck. Die Songs vom neuen Album One Foot In The Ether passten sich nahtlos den vom Debüt an und auch die ausgewählten Covers (u.a. "Mighty Quinn" und "(Is Anybody Going to) San Antone" fanden einen begeisterten Anklang. Die lokale Presse war ebenfalls sehr angetan vom ersten Blue Rose-Konzert in einer neuen Location, der "Ebene 3".

Show 3 (Crossroads/Rockpalast-TV-Aufzeichnung in Bonn) war gekappt auf 80 Minuten und durfte aus rechtlichen Gründen keine Coversongs enthalten. So mussten die ca. 250 Besucher auch auf eines der Highlights auf One Foot In The Ether, "Look At Miss Ohio", im Original von Gillian Welch, verzichten. Die "Harmonie" in Bonn ist eine fantastische Location mit einer Hammer-PA und Licht ohne Ende, alleine der Zwang, dass Konzerte unter Rücksichtnahme der Nachbarschaft um 22:30 Uhr beendet sein müssen, wirkt sich teilweise als Hindernis aus. Und dennoch gab die Band eine Zugabe mehr als vorgesehen und übertraf das Limit um 2 Minuten, was laut Mitorganisator Rembert Stiewe bisher lediglich der Band Nektar vorbehalten gewesen war. "Harmonie"-Betreiber Wolfgang "Kolli" Koll sah es gelassen, hatte er nach eigener Meinung doch mit der Band Of Heathens bereits das Highlight der kompletten 4-Tage-Konzertserie gesehen. Eine Zugabe der besonderen Art gab es dann noch zu mitternächtlicher Stunde für die hartgesottenen Fans, als sich Ed Jurdi, Gordy Quist, Colin Brooks, Tom Gillam (der andere Act des Abends) und John Chipman vor der Toilette postierten und 3 Songs 100% unplugged darboten: "Storm Windows" von John Prine, "Ol' 55" von Tom Waits und "Brown-Eyed Women" von Grateful Dead. Wozu Handys nützlich sein können, belegt folgendes Video dieses spontanen Kurzauftrittes. Das Online-Musikmagazin hooked-on-music.de hat eine Aufarbeitung des tollen Abends gemacht, von dem am 20.1.2010 zur "Prime Time" von 2:45 Uhr bis 4:15 Uhr jeweils 45 Minuten Band Of Heathens und TOM GILLAM auf 3sat ausgestrahlt werden.

Show 2 im Colos-Saal in Aschaffenburg, einem perfekten Rock-Club mit Mördersound und einer vorbildlichen Beleuchtung, war wohl die beste Show der Tour. Band bestens aufgelegt, 2 großartig zusammengestellte Sets mit Killersongs wie "Hey Rider", dem kaum gespielten "No Great Mystery" aus Live at Momo's, Neil Young's "Everybody Knows This Is Nowhere" oder Kevin Welch's "Millionaire". 160 Besucher wurden Zeuge einer weiteren Steigerung seit dem Auftritt im Januar und fragten sich, wohin der Weg dieser einmaligen Band führen wird, wenn sie so weitermacht.

Show 4 hieß "zurück, wo alles begonnen hatte", nämlich in der Blues Garage in Isernhagen bei Hannover bei der letztjährigen Blue Rose Christmas Party. Für die Band so etwas wie ihr zweites Wohnzimmer, das mit 350 Besuchern wie immer sehr gut gefüllt war. Nach recht zahmem Start rollte der Rhythm & Blues-, Soul-, Country-, Gospel- und Rock-Express für weit über 2 ½ Stunden durch dieses kultige Venue, wo jeder Song auch immer wieder eine Überraschung darstellt, da man als Zuschauer nie weiß, was als nächstes kommen wird. Wohl auch als Mitmusiker, denn die Band hat keine Setliste und entscheidet spontan über die nächste Nummer. Und so kommt dann plötzlich Colin Brooks mit einer Gänsehaut-Version von "If I Needed You" von Townes Van Zandt daher, die schon allein das Eintrittsgeld wert gewesen ist. Oder macht aus "Cornbread" ein gitarrenfetziges Swamp/Groove-Werk inklusive Hard Rock-Anleihen, das man so in dem Arrangement nicht oft gehört hat. Gerade Colin Brooks war an diesem Abend die Lockerheit in Person und drehte bei "Hey Rider" an den Knöpfen seiner vielen Gitarreneffektgeräte, dem auch Gordy Quist nicht nachstehen wollte, was in einer Space Rock-Orgie endete, was Grateful Dead in den 70ern sicher nicht besser gemacht haben. Wir haben glücklicherweise die Kamera mitlaufen lassen - hier der (Video-) Beleg dieser Exkursion.

Im Vorprogramm des langen Abends war das kanadische Trio MADISON VIOLET, und für die Zugabe von "I Shall Be Released" kamen die beiden Frontfrauen Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac mit auf die Bühne. Auch hiervon gibt es ein Video.

Nach Show 5 in Bordesholm, die bereits im Vorverkauf ausverkauft worden war, verabschiedet sich die Band für einige Zeit, aber frei nach Paulchen Panther können wir sagen: "Sie kommen wieder, keine Frage". So lange genießen wir die Songs der beiden Studio-Alben sowie der zahlreichen Live-Sets. One Foot In The Ether wurde übrigens von den europäischen DJs, Journalisten, Händlern, Promotern und anderen Personen der Americana-Szene im Oktober auf Platz 1 der Euro Americana Charts gewählt, eine weitere Sprosse auf der Erfolgsleiter nach oben, und das bei einer Konkurrenz wie Kris Kristofferson, Chuck Prophet oder John Fogerty!



1. The Band Of Heathens - One Foot In The Ether
2. Malcolm Holcombe - For the Mission Baby
3. Guy Clark - Sometimes the Song writes You
4. Sam Baker - Cotton Music
5. Kris Kristofferson - Closer to the Bone
6. Chuck Prophet - Let Freedom Ring
7. Lovell Sisters - Time to Grow
8. Nathan Holscher & The Ohio 5 - Hit The Ground
9. John Fogerty - The Blue Ridge Rangers Rides Again
10. Amy Allison - Sheffield streets



07.10.

ELLIOTT MURPHY
Alive In Paris


DVD+CD
€ 13,90
2-LP+DVD € 27,90
Alive In Paris - nur ein weiteres Live-Album des US-amerikanischen Singer/Songwriters ELLIOTT MURPHY mit Wohnsitz in Paris? Mitnichten - zunächst handelt es sich eine Kombination aus Live-CD und-DVD, zum anderen war der Anlass der auf Ton- und Bildträger festgehaltenen Show nicht alltäglich. Murphy erklärt dazu: "Es war das Allerletzte, was ich erwartet hätte, als ich vor fast 20 Jahren nach Frankreich zog - dass meine Karriere mit einer wunderbaren Ausstellung in dem herrlichen Rathaus-Gebäude des 6. Arrondisements nahe St. Germain gefeiert werden würde. Gilles Pidard von der University 7 sammelte, unterstützt von meiner Frau Francoise Viallon-Murphy und meinem inoffiziellen Archivar Franck Dumaine, hunderte von Fotos, Posters, Albumcovers, Notizen und alles mögliche, das man sich nur vorstellen kann, um eine wahrlich umfassende Ausstellung meiner Karriere zusammenzustellen." Diese besagte Ausstellung lief über fast drei Wochen und hatte hunderte von Besucher aus der ganzen Welt. "Sogar ich erfuhr noch neue Dinge über mich," sagt Murphy dazu grinsend.

Die "Last Of The Rock Stars"-Ausstellung wurde noch getoppt von einem Konzert im Salles de Fete der Stadthalle am 26.09.2008. 800 Besucher kamen zu dieser Show mit Elliott Murphy, Olivier Durand und den Normandy All Stars (Alan Fatras - Cajon, Backing Vocals und Laurent Pardo - Bass, Backing Vocals). Nach fast nunmehr 40 Jahren unterwegs auf den Live-Bühnen dieser Welt scheint Murphy seine perfekte Begleitung gefunden zu haben. Sein langjähriger Partner Olivier Durand ist eh nicht mehr wegzudenken, so sehr bilden die beiden an ihren akustischen Gitarren eine unglaubliche Einheit, und durch die Ryhthm Section gerät die Live-Performance des Quartetts zu einer Rock-Show der Sonderklasse, die sogar auf eine ansonsten unumgängliche E-Gitarre verzichten kann, mehr als ungewöhnlich bei einer Rock-Band.
Der Auftritt wurde sowohl audio- als auch videotechnisch festgehalten. Murphy erklärt: "The only problem was that the balance of the audio was flawed but luckily two of my fans - Xavier and Pierre - came to the rescue. They had recorded the complete concert themselves and their recordings were absolutely perfect! We put it all together with the help of Julius and Mikael in Le Havre and François in Paris and I honestly can say that Alive In Paris is a fine representation of the excitement both fans and me and my musicians feel each of the one hundred plus nights we hit the stage every year. But this night, in my adopted hometown of Paris was truly an evening that touched my heart and that I will never forget. And I proud to say that I am ALIVE IN PARIS!
17 Songs enthielt die fulminante Show, bei der alle Musiker zur Hochform aufliefen, darunter Murphy-Klassiker wie "Sonny", "Green River", Last Of The Rock Stars", "On Elvis Presley's Birthday", "Come On Louann" oder "Diamonds By The Yard", neue Stücke ("Black Crow", "Doctor Of Mercy") sowie eine atemberaubende Version des Doors-Meilensteins "L.A. Woman".



27.09.

KRIS KRISTOFFERSON
Closer To The Bone


CD € 12,90
2-CD € 17,90
"... too old for breakin' and too young to tame." Dieser Refrain aus 'Sister Sinead', einem zentralen Stück des neuen KRIS KRISTOFFERSON-Albums Closer To The Bone, könnte gut und gerne auch für den großen Altmeister selber gelten! Nur selten in seiner mittlerweile 40-jährigen Karriere hat sich der Sänger, Songschreiber und Schauspieler Kris Kristofferson irgendwelchen Trends angepasst oder eine Arbeit abgeliefert, hinter der er nicht zu 100% stand, hat immer seine Meinung vertreten, auch wenn es unbequem wurde. Closer To The Bone, sein 19. Solowerk (diverse Kollaborationen von Rita Coolidge bis zu den Highwaymen sowie etliche Soundtrack-Sachen nicht mitgezählt), macht da gar keine Ausnahme und ist ein würdiger Nachfolger zum 2006er Studio-Comeback-Wunder This Old Road.

Kris Kristofferson ist einer der wirklich berühmten Künstler, bei dem die Bezeichnung "Living Legend" sicher nicht zu inflationär verwendet wird. Schließlich feierte er in diesem Jahr seinen 73. Geburtstag, hat uns aber immer noch (oder gerade deshalb) eine ganze Menge zu erzählen! Und das geschieht nun bereits zum zweiten Mal auf New West/Blue Rose und gar zum dritten Mal hintereinander in Zusammenarbeit mit dem bekannten Produzenten Don Was: definitiv ein Mann für gestandene Musiker und spezielle Charaktere - Bob Dylan, Brian Wilson, Rolling Stones, Waylon Jennings, Paul Westerberg, Randy Newman, Willie Nelson, Black Crowes, Bonnie Raitt, Delbert McClinton... Zwischen A Moment Of Forever (1995) und This Old Road (2006) gab es allerdings eine extrem lange Phase, in der Kristofferson an neuen Songs und längeren Studioarbeiten kein großes Interesse hatte. Er konzentrierte sich auf Liveauftritte und gelegentliche Sessions mit seinen Highwaymen-Freunden, Johnny Cash, Waylon Jennings und Willie Nelson. Nach dem Tod von Jennings und Cash fand er dann langsam wieder in die Songwriter-Spur zurück: Kris Kristofferson, als einer der mit Liedern wie 'Sunday Mornin' Comin' Down', 'Casey's Last Ride', 'Help Me Make It Through The Night', 'Loving Her Was Easier', 'The Taker' oder 'Me And Bobby McGee' dieses Genre maßgeblich mitgeprägt hatte, setzte sich mit This Old Road ein spätes Denkmal. Erstaunlicherweise jubelten nicht nur seine mitgealterten Anhänger, er fand mit diesem Album sogar völlig neue (und deutlich jüngere!) Hörer. Und Don Was nahm dabei eine ähnliche Rolle ein wie vor Jahren Rick Rubin für Johnny Cash!

Keine Überraschung also, dass Closer To The Bone die Mission von This Old Road weiterführt. Don Was und wieder dieselbe kleine Musikerrunde nehmen Kristofferson in ihre Mitte und schaffen diese intime, unter die Haut gehende Wohnzimmeratmosphäre - Teil 2! Der Titelsong setzt dabei zur Eröffnung Maßstäbe. 'Closer To The Bone', als Demoversion bereits auf dem Reissue von The Road Goes On Forever der Highwaymen 1995 zu hören, hat als einer von wenigen Tracks die gesamte Mannschaft dabei: Kristofferson-Alumnus der ersten Stunde (1970!!) Stephen Bruton mit seiner vermutlich letzten Recording Session vor seinem Tod im Mai dieses Jahres nach langer Krebserkrankung. Er spielt Mandoline, singt die zweite Stimme und ist im Verlauf der Platte glücklicherweise noch öfter zu hören, auch mit akustischer Gitarre. Don Was spielt Bass, Jim Keltner sitzt hinter den Trommeln und Wallflowers-Mann Rami Jaffee am Klavier. Der Meister selber spielt durchweg die Akustische und Mundharmonika, singt mit tiefer, warmer, ausgemergelter Stimme. Das Attribut "würdevoll" scheint für diese einzigartige Performance angemessen! Nicht nur im Titeltrack, aber da ganz besonders, blickt Kristofferson auf all die vielen Jahre zurück, reflektiert auf ganz persönliche Art, wo er heute am Abend seines Lebens steht. Ein wenig melancholisch, sicherlich gefühlvoll, aber frei von Kitsch, Pathos und allzuviel Sentiment. Eine Gratwanderung, die man beherrschen muss, eine Qualität, die er nie verloren hat!

'From Here To Forever' widmet er seinen Kindern, es ist das einzige Stück mit Co-Writer Credits: Stephen Bruton und Glen Clark. 'Holy Woman' ist vielleicht eine Fortsetzung von 'Holy Creation' des Vorläuferalbums; Bruton wieder an der Mandoline, Jaffee am Akkordion - in nicht einmal zweieinhalb Minuten ist alles gesagt über Liebe, Trennung, Verlust und Tod, kein Wort zuviel - einfach nur genialstes Songwriting! Für 'Sister Sinead' nimmt er den berühmten "Skandal" in einer 92er Saturday Night Live-Sendung zum Anlass, um über Intoleranz, Bigotterie und die Freiheit der Kunst zu sinnieren. Zur Erinnerung: Die zu der Zeit sehr erfolgreiche irische Sängerin Sinéad O'Connor zerriss in der millionenfach eingeschalteten Livesendung ein Foto von Papst Paul, während sie 'War' von Bob Marley intonierte. In der Folge (und besonders beim 30-jährigen Bühnenjubiläum von Bob Dylan im Madison Square Garden) wurde sie übelst beschimpft, wo immer sie auftauchte. Und es war damals Kris Kristofferson, der sich ihrer annahm und sie - ganz der einsam-edle Fighter seiner Filme - vor all den Heuchlern verteidigte.

Das unendlich traurige Begräbnislied 'Hall Of Angels' war vor über 10 Jahren eigentlich als mitfühlender Trost für seinen Freund Eddie Rabbit anlässlich des Todes seines Sohnes gedacht, nur dass der selber bereits 1998 verstarb. Das beschwingte 'Good Morning John' nimmt mit Drummer Jim Keltner musikalisch Fahrt auf, bezieht sich inhaltlich auf einen ironisch-freundschaftlichen Brief, den er vor Jahren Johnny Cash schrieb, bevor er ihn auf einer so genannten "alkoholfreien" Party treffen sollte - köstlich! 'Let The Walls Come Down' schreibt ein weiteres Kapitel in der unendlichen Reihe von Kristofferson'schen "Freedom Songs", untermalt mit Drums, Percussion, Mandoline und Orgel. 'The Wonder', zum Abschluss eines mächtig beeindruckenden, wiederum zutiefst befriedigenden Albums, ist eine weitere Ode an seine Familie, in der Kristofferson seine ganze Zufriedenheit und Dankbarkeit über ein reiches, erfülltes Leben zum Ausdruck bringt.

Die Special Edition kommt mit Poster und Bonus-CD, auf der 8 ausgesuchte Tracks eines Mitschnitts aus dem Olympia Theatre in Dublin vom März 2008 zu hören sind, darunter die Klassiker 'Sunday Mornin' Comin' Down', 'For The Good Times', 'The Silver Tongued Devil And I', 'Don't Let The Bastards Get You Down', 'A Moment Of Forever' und 'Why Me'.

Closer To The Bone ist ab sofort über unseren Mailorder und ab dem 2. Oktober über den regulären Handel zu beziehen.



20.09.

Zunächst hatte ich mich mit dem Gedanken getragen, zu Matthew Ryan ins "Basement" zu gehen bzw. per Taxi fahren zu lassen, aber genau hier lag der Hund begraben: Die Entfernungen der am Festival teilnehmenden Clubs waren so groß, dass es per pedes einfach zu lange gedauert hätte, vom einen zum anderen Club zu gelangen. Da läppern sich die "cab rides" ganz schön zusammen, außerdem muss man ja auch noch das Glück haben, eines am Straßenrand abzupassen. Also doch wieder direkt in die "Cannery Row" und dort schnurstracks in den "Cannery Ballroom", einer architektonischen Mißleistung. Ein riesiger Saal, da passen bestimmt 2.000 Leute rein, wovon allerdings nur etwa 500 eine gute Sicht zur Bühne haben, weil die a) rechts ins Eck gebaut wurde (und ohne Periskop ein Mensch bekanntlich nicht um die Ecke gucken kann) und b) durch zahlreiche Pfeiler das Vergnügen je nach Stehplatz ziemlich getrübt werden kann. Ein Problem war das bei HOLLY WILLIAMS freilich nicht, die zur Akustischen und männlichen Begleitung (und einer weiteren Klampfe) Songs ihres Albums Here With Me präsentierte. Eine typische Singer/Songwriterin, die sich schon allein durch die Optik von vielen Kolleginnen absetzt - langes blondes Haar, perfekte Model-Figur und eine sehr interessante Stimme.

 
Will Hoge
20:45 Uhr - raus aus dem Ballroom in die direkt verbundene, bereits bestens bekannte "Mercy Lounge", in der immer noch vom sensationellen Auftritt von John Fogerty 2 Tage zuvor gesprochen wurde. Ein Sohn der Stadt - WILL HOGE - stand auf dem Programm. Mir bisher nicht bekannt gewesen (Schande über mich!), stellte er sein brandneues Album The Wreckage vor. Schon der erste Song traf voll meinen Nerv: Absoluter Blue Rose-Roots-Rock, kraftvoll und mit klasse Hooklines im Stile von Kasey Anderson, Todd Thibaud oder auch Tom Gillam. Das machte so richtig Spaß, dem Jungen zuzuhören, und den etwa 400 Besuchern ging es nicht anders. Dieses Album muss ich unbedingt für unseren Mailorder besorgen - das kann jeder unserer Kunden blind kaufen (wenn denn der Live-Sound auf das Album so gut übertragen werden konnte).
Anschließend zurück in den Ballroom, wo eigentlich Sam Bush hätte auftreten sollen, doch schon der Sound, der mir beim Eingang entgegenschallte, konnte unmöglich Sam Bush sein: Texas Swing kombiniert mit Honky Tonk und Rock'n'Roll, überhaupt nicht mein Ding. Aber man sollte offen sein für alle Arten der Americana Music, also zog ich mir die Mucke rein. Der Frontmann (ich weiß bis heute nicht seinen Namen, denn auf dem offiziellen Programm stand er nicht drauf) war eine Art Elvis/Johnny Cash/Chris Isaak-Verschnitt, die Bühnenshow nicht mal schlecht, aber ich kann mich damit einfach nicht anfreunden.
In der "Mercy Lounge" hatte in der Zwischenzeit der in Nashville ziemlich angesagte RADNEY FOSTER mit seinem Auftritt begonnen, doch das war mir zu viel Country und ich ging nach 2 Songs zurück in den Ballroom, um beim Umbau und Soundcheck für Sam Bush zu bleiben. In Deutschland kennt den so gut wie kein Mensch, in Nashville (und anderswo in den USA?) ist er ein Local Hero und hat den Ruf des besten Mandolinenspielers der Welt. An der Fiddle, das zeigte sich dann bei seiner Performance, ist er auch ein kleiner Hexer, womit dann auch sicher ein Eindruck seines Musikstils vermittelt werden kann. Kein reines Country, mehr Roots-Rock mit Fiddle/Mandoline-Dominanz, das hierzulande nicht viele Fans hinter dem Ofen vorlocken würde.

 
JD Souther (links)
Die Auswahl am heutigen Abend ist nicht zu verachten: Soundcheck in der "Mercy Lounge" mit einem Helden der Westcoast/Americana-Szene: JOHN DAVID SOUTHER, besser bekannt unter dem Kürzel JD SOUTHER. Er ist ganz schön ins Alter gekommen, auch optisch, wenn man ihn mit seinen Kumpels wie etwa Don Henley oder Glenn Frey vergleicht. Hier stand ein Mann auf der Bühne, der sich seine Rente eigentlich mit nur 2 Kompositionen gesichert haben sollte und die er auch beide ziemlich am Anfang seines Sets brachte: "A New Kid In Town" und "Best Of My Love" von den Eagles verkaufen sich ja noch heute auf Compilations und Originalalben wie geschnitten Brot, von den Radioeinsätzen ganz zu schweigen. Auch "You're Only Lonely" war ein kleiner, selbst interpretierter Hit, der sogar hin und wieder in unserem Dudelradio-Sender SWR 1 zu hören ist und der mich wegen der hohen Stimme eher an einen Roy Orbison-Song erinnert. Zwischen diesen Stücken wurden Songs aus seinem neuesten Album "..." eingestreut, das wir von Blue Rose sogar hätten lizenzieren können, allerdings hat es mit Roots-Rock oder mit dem, was JD Souther in der Vergangeheit gemacht hatte, nichts mehr zu tun. Jazz trifft eher das Genre, was aber auf der Bühne so nicht rüberkam, wenn auch der Musiker am Upright Bass (der übrigens den 100%igen Doppelgänger von Hans-Maria Brandauer abgeben könnte) dafür sorgte, dass kein reiner Singer/Songwriter-Stoff daraus wurde. Das in den hinteren Reihen stehende Publikum übrigens ignorierte den Auftritt fast komplett durch unverschämtes, ignorantes Verhalten, indem es laberte, was das Zeug hielt. Immer, wenn Souther ein "Sssssssh" los ließ, ging der Lärmpegel für kurze Zeit runter, um dann doch wieder das Level hochzufahren. Es ist unglaublich und wieder die Bestätigung dafür, dass amerikanische Musiker, die zum ersten Mal nach Deutschland auf Tour kommen, total irritiert und verunsichert sind, weil das Publikum so andächtig den Vorträgen zuhört und zunächst denken, sie würden nicht gut ankommen.

 
Nitty Gritty Dirt Band
(Jeff Hanna, Jimmy Fadden und Jimmy Ibbotson)
Danach war aber immer noch nicht Schluss - das Highlight des Tages sollte noch kommen. Vor ca. 15 Jahren hatte ich diese Band in Lichtenfels bei Bamberg gesehen, es war damals die einzige (und wohl auch bis dato letzte) Show der Band in Deutschland und ein wahrer Massenauflauf an Cowboyhutschwenkern. Die NITTY GRITTY DIRT BAND ist zweifellos eine der altgedientetsten Country-Bands auf diesem Planeten und macht immer noch neue Alben. Nächste Woche erscheint ihr neues Werk Speed Of Life, das wir dann auch sofort über unseren Mailorder anbieten werden können. Der Beginn der Show verschob sich auf ca. 0:30 Uhr, die Bühnentechniker hatten extreme Probleme mit der PA, was sich auch während der Show nicht abstellen sollte. Als es dann endlich los ging (es waren vielleicht noch 200 Leute in dem riesigen Raum), begann die Band um Jeff Hanna, der aussieht, als wenn er in einen Jungbrunnen gefallen wäre, nicht etwa mit eigenen Stücken, sondern mit "You Ain't Going Nowhere" und "Long Hard Road" von Rodney Crowell. Ohne jegliche Setlist streuten sie immer wieder auch neue Songs ins Programm ein, doch auch Klassiker wie "Mr. Bojangles", "Bayou Jubilee" oder "Will The Circle Be Unbroken" (mit Sam Bush als Gast) durften nicht fehlen. Einen Song aus dem Blue Rose-Album Welcome To Woody Creek spielten sie dann doch auch, wenn es auch "nur" "Get Back" von den Beatles war. Der hagere John McEuen mit seinem weißen Vollbart spielt immer noch eine großartige Fiddle, Bob Carpenter sitzt an seinem Keyboard und zuckt mit keiner Miene, Jimmie Fadden am Schlagzeug ist auch nicht mehr der Jüngste und zeigt, dass er noch genügend Ausdauer hat, um neben seinem "Hauptjob" auch noch gut singen zu können. Ja und Sunnyboy Jeff Hanna - der steht wie der ruhende Pol auf der Bühne und hat das Team voll im Griff. Den kann überhaupt nichts erschüttern, auch wenn hier mal ein Verstärker abraucht oder plötzlich die Gitarre keinen Ton mehr von sich gibt. Nach einer Stunde ist dann leider auch schon Schluss. Man hätte ihnen noch stundenlang zuhören können, denn die Auswahl an Songs kennt bei ihrer über 40-jährigen Karriere natürlich überhaupt keine Grenzen.



VIDEO: Some Dark Holler
Nitty Gritty Dirt Band




18.09.

 
Delbert McClinton und
Alison Moorer
Der Donnerstag stand ganz klar im Zeichen der American Music Awards-Verleihung, die ihm ehrwürdigen Ryman Auditorium stattfand und die von der Bedeutung her sich langsam aber sicher an die der Grammy-Verleihung annähern. Zumindest von der Show her, die satte 3 1/2 Stunden dauerte und oberprofessionell veranstaltet wurde und die mit Jim Lauderdale einen großartigen Host hatte,
 
Nitty Gritty Dirt Band
steht diese Preisverleihung den Grammy Awards in nichts nach. Und auch vom Auflaufen an Stars der Americana-Szene kann man nicht meckern. Als Laudatoren etwa gab sich das Who is Who der Branche die Ehre: Emmylou Harris, John Hiatt, Delbert McClinton, Nanci Griffith, John Prine, Alison Moorer, Jerry Douglas, die Nitty Gritty Dirt Band, Patti Griffin, Rodney Crowell oder die Flatlanders durften die Gewinner in den zahlreichen Kategorien bekannt geben.
 
Emmylou Harris
Dazwischen pausenlos perfekte Unterhaltung mit 1-Song-Auftritten von Solokünstlern (unterstützt von der "House Band" um Buddy Miller, Spooner Oldham oder Al Perkins) wie Rodney Crowell, Justin Townes Earle, Nancy Griffith & John Prine oder Sam Bush und den Bands um Raul Malo (Mavericks), The Flatlanders, The Gourds, The Band Of Heathens (sie präsentierten "L.A. County Blues" vom neuen Album One Foot In The Ether), Sarah Borges, Belleville Outfit, Jason Isbell & the 400 Unit, Reckless Kelly oder John Fogerty ("Garden Party" und "Have You Ever Seen The Rain"), der als einziger Künstler des Abends 2 Songs spielte (was natürlich niemand bemängelte).

 
John Fogerty
Für ihr Lebenswerk wurden geehrt: John Fogerty (Songwriter), Sam Bush (Instrumentalist), Jim Rooney (Producer/Engineer), Asleep At The Wheel (Performer), Ken Levitan (Executive/Manager) sowie Lowell George (President's Award). Der große Gewinner bei den 6 Kategorien war BUDDY MILLER, der 5 mal nominiert war und gleich 4 Preise mit nach Hause nehmen konnte (für "Album of the Year", "Artist of the Year", "Song of the Year" und "Duo/Group of the Year").
 
Buddy Miller
Ein großer Redner ist Buddy wahrlich nicht und er war von Mal zu Mal sprachloser, was er denn noch als Dankesrede sagen sollte. Mit seinen Auszeichnungen wurden indirekt natürlich auch wir geehrt, denn sein aktuelles Album Written In Chalk ist hierzulande ja über Blue Rose erschienen. Eine weitere Nominierung hatten THE BAND OF HEATHENS in der Rubrik "New & Emerging Artist of the Year", die Auszeichnung ging dann allerdings - es sei ihm gegönnt - an Justin Townes Earle. Der Preis in der Kategorie "Instrumentalist of the Year" ging in Abwesenheit des Preisträgers an GURF MORLIX, noch ein Blue Rose-Künstler. Den Abschluss einer meiner Meinung nach zu langen Show bildete eine Jam-Session mit allen Künstlern beim Little Feat-Klassiker "Dixie Chicken".

 
Cody Canada
(Cross Canadian Ragweed)
Damit war der Abend allerdings noch nicht gelaufen. Ins nächste Taxi gestiegen (die einzelnen Venues liegen doch zu weit auseinander, um sie zu bewältigen, ohne Shows zu verpassen). CROSS CANADIAN RAGWEED verkaufen wir zwar schon seit längerem sehr erfolgreich über unseren Mailordershop, die Band selbst hatte ich live noch nie zuvor gesehen. Noch vor der Show machte ich die Bekanntschaft mit Cody Canada und den anderen Jungs der Band und ich denke, dass wir die Truppe im nächsten Jahr nach Deutschland holen werden, was dann auch bedeuten würde, dass sie mit Album-Release in die Blue Rose-Familie aufgenommen werden.
Der "Cannery Ballroom" war gut gefüllt (ca. 500 Leute) für eine Show um Mitternacht, und die Band legte druckvoll los. Da sind echte Arbeiter am Werk, die spielen sich die Seele aus dem Leib, als wenn es morgen mit der Herrlichkeit vorbei wäre. Dreckig, laut, Gitarrenbretter ohne Ende, dazu ein Cody Canada in der Mitte der Bühne, der keine Sekunde auf einem Fleck stehen kann und sich dreht und windet, wie es ihm beliebt. Er ist der klare Chef im Ring und zumindest die weiblichen Fans hängen ihm an den Lippen und singen jeden Song mit. Ob es sich um Stücke aus dem neuen Album Happiness and All The Other Things (bei uns derzeit zum Sonderpreis im Mailorder zu haben!) oder um Songs der früheren Alben handelt - es sind ausschließlich Ohrwürmer mit gnadenlos guten Hooklines und tierischen Gitarrenparts. Gegen Ende der knapp 90-minütigen Show kommen dann noch einige Special Guests wie Willy Braun und Gitarrist David Abeyta von Reckless Kelly oder auch Gordy Quist und Ed Jurdi von der Band Of Heathens auf die Bühne, um bei "The Weight" nochmals so richtig zu zeigen, wie Freundschaft unter Musikern sich niederschlägt.



17.09.

Wenn ich mir noch nicht im klaren darüber war, mit der Blue Rose-Geschichte meinen Traumjob verwirklicht zu haben, dann war sicherlich der 16. September 2009 eine Bestätigung dafür, dass es so ist. Ich kann mir nicht vorstellen, als gelernter Verwaltungsbeamter in diesem Moment in einem Rock-Club in Nashville, Tennessee zu stehen, einer Sensation beiwohnen zu können und zusammen mit vielleicht 400 weiteren über das ganze Gesicht strahlende Zeugen bei 90 Minuten für die Ewigkeit dabei zu sein. Aber der Reihe nach:

Wie weiter unten bereits erwähnt, findet von Mittwoch bis Samstag in Nashville die Americana Music Conference statt, wo sich tausende von Leuten aus der Musikbranche, und da wiederum mehrheitlich aus dem Rootsrock-Bereich, treffen und auf Panels und Workshops sowie individuellen Meetings Geschäfte abschließen, sich kennenlernen sowie Gedanken und Ideen austauschen. Dieser Konferenz angeschlossen ist ein Musikfestival, bei dem an den 4 Tagen in 5 Clubs der Stadt pro Abend 5 Künstler und Bands auftreten.

Unser Hauptaugenmerk am ersten Tag lag natürlich bei THE BAND OF HEATHENS, die um 21 Uhr in der "Mercy Lounge" auftreten sollten, direkt nach den RUSTLANDERS, einem Quintett aus Pennsylvania. Wenige Tage zuvor allerdings wurde der Auftritt auf 20 Uhr vorverlegt, da der 21 Uhr-Slot für einen "Guest" freigemacht werden musste. Die Rustlanders waren wegen dieser Verschiebung sicherlich nicht besonders begeistert, mussten sie doch bereits um 19 Uhr mit ihrem 40 Minuten-Auftritt beginnen, was natürlich kaum jemand wusste. Und so spielten sie dann auch nur vor einer übersichtlichen Zuschauermenge einen absolut Blue Rose-kompatiblen Americana-Rock, der mich sofort begeisterte. Eng zusammen standen sie da auf der Bühne, links ins Eck eine Hammond-Orgel gepfercht, rechts im Eck versteckt das Drumkit, dazwischen der Gitarrist, Sänger/Gitarrist/Frontmann Jason McIntire und der Basser. Zuviel Platz nahm die Backline für den "Guest" in Anspruch, allein das (verhüllte) Schlagzeug ließ Großes erahnen. Die Rustlanders jedenfalls spielen einen erfrischenden, natürlich nicht neu erfundenen Alt. Country-Rock mit klasse Hooklines und kräftiger E-Gitarren-Power, und mir fielen spontan "unsere" seligen Big In Iowa ein. Jedenfalls hab ich nach der Show einige Exemplare ihrer CD besorgt, worauf sie sich dafür bedankten, dass ich ihnen die Spritkosten bezahlt habe.

Dann wie von SXSW gewohnt der 20 Minuten-Umbau für die Band Of Heathens. Der Club hatte sich mittlerweile doch ganz schön gefüllt, was sicher nicht nur an unserer Truppe aus Austin lag, sondern es musste sich in der Stadt herumgesprochen haben, was da heute Abend noch abgehen sollte. Das Quintett war die letzten Monate praktisch pausenlos auf Tour in den USA, grasten den kompletten Mittleren Westen und Westen ab und kamen direkt im strömenden Regen aus Little Rock, Arkansas. Meine Befürchtung, die Jungs wären groggy oder ausgelaugt, war freilich unnötig. Kaum auf der Bühne, legten sie mit einem druckvollen "L.A. County Blues" los und ließen danach "Shine A Light" folgen. Und wieder hatte ich den Eindruck, dass die Band seit Mai besser geworden ist, vor allem Gordy Quist und Ed Jurdi gehen immer mehr aus sich heraus und schreien sich die Songs aus der Kehle, dass einem die Spucke weg bleibt. Seth Whitney im anständigen Kurzhaarschnitt grinst derweil wie eh und je, Colin Brooks bleibt der ruhige Pol links außen und John Chipman schüttelt seine Mähne während seinem druckvollen Schlagzeugspiel, das jedem Heavy Metal-Headbanger Konkurrenz machen würde. Nur 7 Songs blieben ihnen in den 40 Minuten, diese aber boten sie mit einer absoluten Weltklasseleistung dar, was vom Publikum auch entsprechend durch begeisterte Zwischenrufe und tosenden Applaus dankbar aufgenommen wurde. Bis auf den letzten Song des kurzen Sets ("Don't Call On Me") spielte die Band ausschließlich Stücke von neuen Album One Foot In The Ether ("Golden Calf", "You're Gonna Miss Me", "Somebody Tell The Truth" und "What's This World"), und natürlich hätten sie so noch 2 Stunden weitermachen können. Doch wir werden sie ja in Kürze bei uns zu Gast haben und alle fünf freuen sich schon sehr darauf!

Dann begann der große Bühnenumbau. Die komplette Backline der "Vor-Bands" wurde entfernt und das zuvor verhüllte Equipment des "Special Guest" ins rechte Licht gerückt. Mikrofonständer ohne Ende und eine Bühnencrew in Schwerstarbeit. Denen lief der Schweiß nur so über die Stirn und tropfte die Nase runter, waren sie doch normalerweise große Bühnen und gemütliche Aufbauzeiten gewohnt. Auffällig war das T-Shirt, mit dem jeder herumrannte und Werbung machte für das neue Album der Blue Ridge Rangers bzw. John Fogerty. War wahrscheinlich seine Crew, die für diesen Abend abgestellt worden war, um hier in der gemütlichen "Mercy Lounge" auszuhelfen, einem unglaublich schönen Club in einem alten Fabrikgebäude ("Cannery Row"), der auch den Clubs in Austin gut zu Gesicht gestanden und dort einen Spitzenplatz eingenommen hätte. Schon etwas unruhiger wurde ich allerdings, als der Mikrofonständer in der Mitte mit eben demselben Blue Ridge Rangers-Logo aufgestellt wurde. Es wird doch nicht... Nein, das kann nicht sein. John Fogerty kann nicht der Special Guest sein. Warum sollte er auf einer kleinen Bühne vor ein paar hundert Leuten spielen? Ohne Sicherheitsgraben und Security ohne Ende, die Besucher nur eine Armlänge von der ca. 80 cm hohen Bühne entfernt? Plötzlich kommt Buddy Miller auf die Bühne und greift sich seine Gitarre, stimmt sie kurz und geht wieder. Buddy Miller!!! Ich konnte es nicht fassen - Buddy Miller spielte auf dem neuen Blue Ridge Rangers-Album alle Gitarren. Dann kamen sie alle - die KOMPLETTE Band von John Fogerty, dazu gesellten sich auch noch 2 Background-Sänger/innen, sodass sage und schreibe 10 Musiker auf der Bühne standen, als die Ansage kam: "Please welcome for this very special night - JOHN FOGERTY!!!" Und dann kam er tatsächlich, es war kein Traum. Keine 2 Meter von mir entfernt stand der Mann, der mit Creedence Clearwater Revival wie kaum ein anderer Musiker Geschichte geschrieben hat und gab sein erstes Club-Konzert seit etwa 20 Jahren! Schwarzer Cowboy-Hut, blaues Hemd und schwarze Hose, ein "halbes Hemd" stand da vor mir und ich wusste in dem Moment, dass ich bei meiner Berufswahl alles richtig gemacht hatte.

Mit "When Will I Be Loved" ging es los, gefolgt von "Paradise", zwei Stücke aus dem famosen neuen Blue Ridge Rangers-Album (bei uns übrigens derzeit zum Sonderpreis im Mailordershop erhältlich!). Wer jetzt gedacht hatte, es würden nur Songs aus diesem Album gespielt werden, der sah sich getäuscht: "Born On The Bayou", "Green River", "Lodi" und "Who'll Stop The Rain" fegten über die Bühne wie ein Orkan und der Meister wurde von Song zu Song lockerer. Danach wieder ein Dreier-Gespann aus dem neuen Werk: John Denver's "Back Home Again", "Change In The Weather", dem einzigen Fogerty-Original auf dem neuen Album, und "Garden Party" von Rick Nelson. Es ging munter weiter: "Have You Ever Seen The Rain", "Big Train From Memphis", "Haunted House", "Keep On Chooglin'", "Night Time Is The Right Time" und "Rock And Roll Girls". Und immer wieder "Personalwechsel" auf der Bühne: zeitweise 5 (!) E-Gitarren, wobei mir Buddy Miller ehrlich gesagt leid tat, denn er war nur einer von vielen und konnte zu keiner Zeit zeigen, welch großartiger Gitarrist er ist. Er stand einfach nur da, grinste ohne Unterbrechnung und reihte sich in die Phalanx der Stromgitarreros ein. Ebenso überflüssig eigentlich auch der Keyboarder und die beiden Background-Stimmen, aber soll ich jetzt auch noch meckern bei diesem once-in-a-lifetime-Ereignis? Fogerty war in der Zwischenzeit vollkommen gefangen von der unmittelbaren Nähe zum Publikum, fragte dann etwa eine Dame in der ersten Reihe, ob sie jetzt tatsächlich telefonieren müsse, während er eine kleine Geschichte erzähle, die Begleitband schwitzte sich einen ab wie selten zuvor, und es ging langsam auf die Schlussgerade des 90 Minuten-Auftritts zu: "Down On The Corner", "Old Man Down The Road", "Bad Moon Rising", "Fortunate Son" und zum Abschluss natürlich "Proud Mary". 20 Songs insgesamt waren das, davon unzählige absolute Klassiker der Musikgeschichte, dargeboten von einem der ganz großen Songwriter der populären Musik vor einem Publikum, das das nicht zu fassende Glück hatte, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen zu sein.

Wohl weltexklusiuv können wir sogar laufende Bilder der Show anbieten. Von "Keep On Chooglin'" gibt es über 3 Minuten John Fogerty "instrumental":


VIDEO: Keep On Chooglin'
John Fogerty




29.8.

JAMES McMURTRY
Live in Europe


CD+DVD € 13,90
LP+CD+DVD
€ 18,90
Seit JAMES McMURTRY 1989 mit seinem herausragenden, von John Mellencamp produzierten Album Too Long In The Wasteland debütierte, ist er aus der zeitgenössischen Americana-Landschaft nicht mehr wegzudenken, gehört er zum Establishment der angesagten Singer/Songwriter und begeistert mit einer fulminanten Rockscheibe nach der anderen seine stetig wachsende Fangemeinde genauso wie die Kritiker. Ja, selten sind sie sich so einig bei einem Künstler, kaum jemand anderes aus dieser Sparte wird derart goutiert und geradewegs zu einer Ikone des intelligenten, sprachlich kraftvollen, im kritischen Zeitgeist verankerten Rock'n Roll-Troubadours gemacht.

Just Us Kids, McMurtry's 9. Album, war im April 2008 auf Blue Rose erschienen, gefolgt von der ersten Tour durch diverse europäische Länder überhaupt. Im Januar dieses Jahres begeisterte McMurtry mit seiner Begleitband "The Heartless Bastards" (speziell für diese Tour verstärkt mit der englischen Legende Ian McLagan von den Small Faces an den Keyboards) Konzertbesucher in Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Belgien.

McMurtry kombinierte die besten Aufnahmen der Shows in Amsterdam und dem baden-württembergischen Geislingen für sein zweites Live-Album Live in Europe. Das Live-Set enthält neben der regulären CD eine Bonus-DVD mit Ausschnitten der Show im Amsterdamer Paradiso. Es ist das erste Mal, dass McMurtry's Fans die Möglichkeit bekommen, Live in Concert-Videoaufnahmen von ihm zu kaufen. Die Deluxe-Vinyl-Version enthält neben der 180g-LP sowohl die CD als auch die Bonus-DVD.

Kumpel Jon Dee Graham, ebenfalls aus Austin, Texas, eröffnete die Europa-Shows und die Band begleitete ihn bei dessen Song "Laredo", zu sehen auf der Bonus-DVD.

Live in Europe ist ab 11.9. über unseren Mailorder und ab dem 25.09. auch über den regulären Handel zu beziehen.



29.8.

CHRIS CACAVAS
Love's Been Discontinued


CD € 13,90
LP+CD € 17,90
CHRIS CACAVAS aus Karlsruhe, Deutschland. Das hört sich zunächst vielleicht nicht ganz so sexy an wie Chris Cacavas aus Tucson, Arizona oder Los Angeles, Kalifornien. Seit langem lebt der bekannte Musiker aus den Staaten bereits in Süddeutschland der Liebe wegen, der Qualität seiner Kunst hat das gar nicht geschadet. Im Gegenteil: Mit seinem zweiten Album für Blue Rose, Love's Been Discontinued, beendet er nicht nur eine 5½-jährige Kreativpause in eigener Sache, sondern meldet sich eindrucksvoll im Lager der unangepassten, sperrigen, non-trendigen Singer/Songwriter zurück!

Seit Ende 2007 ist Love's Been Discontinued bereits in Arbeit, aber Chris Cacavas ist über die vielen Jahre seiner Karriere ein selbsternannter Kontrollfreak geworden. Statt wie vor 15 oder 20 Jahren mit seiner damaligen Band Junkyard Love einfach mal eben ins Studio zu gehen, um in Kürze und "fast live" in wenigen Tagen ein ganzes Album fertigzustellen, da tüftelt er heute lieber ewig lange an einer einzigen Nummer, bis sie perfekt klingt, bis die letzte Nuance ausgereizt ist, spielt er lieber mit selbst entwickelten Overdubs und benutzt seine aktuelle Touring Band oder vereinzelte Gäste nur für bestimmte Parts (Rhythm Section, Frauen/Backing Vocals, Geige, Percussion), die er nicht selber erfüllen kann.

Das hat sich abermals gelohnt! Wie zuletzt auf Self Taut (2004) knüpft Cacavas an seine besten Solozeiten Ende der 80er bis Mitte der 90er an - was die Qualität der Songs, die akkurate, klare Produktion und die wieder deutlich verstärkte Gitarrenlastigkeit angeht. Alle, die sich ein wenig in amerikanischer Independent Rock Music auskennen, wissen natürlich, dass sich der vielseitig begabte Musiker bereits lange vorher in die Annalen fachkundiger Rocklexika eintragen konnte. Als Gründungsmitglied der legendären Green On Red aus Arizona/Kalifornien war er mit seinem typisch flirrenden Orgelsound neben Dan Stuart und (etwas später) Chuck Prophet stilprägend für die ersten wichtigen GOR-Platten wie Gravity Talks, Gas Food Lodging, No Free Lunch und The Killer Inside Me. In dieser Ära avancierte Cacavas auch zu einem der meistfrequentierten Studiomusiker für unzählige "Wüstenrock"-Sessions von Rang zwischen Tucson und Los Angeles. Sein Name steht auf den Plattenhüllen von Rich Hopkins, Chris Burroughs, River Roses, Russ Tolman, Naked Prey, Ghosthouse, Leaving Trains, Romans, Dream Syndicate, Downsiders u.v.m. Besondere Erwähnung verdienen seine engen Kontakte zu Howe Gelb/Giant Sand und Steve Wynn, die ihn immer wieder gerne als Tastenmann für ihre Tourneen rekrutierten. Selbstverständlich war er vor kurzem auch bei den umjubelten Reunions von Green On Red und Danny & Dusty maßgeblich dabei, sitzt er für Steve Wynn's aktuelles Projekt, das Dragon Bridge Orchestra, hinterm Keyboard!

Auf seinem 10. Projekt, Love's Been Discontinued, widmet sich Chris Cacavas wieder verstärkt den Gitarren - akustischen und elektrischen! Im Einklang mit diversen, mehr im Rückraum verwendeten Tasteninstrumenten und seiner nur aufs erste Hören sanft klagenden, dabei nachhaltig und eindringlich wirkenden Stimme, die mitunter sehr an den frühen Neil Young erinnert, entwickelt er über 12 Songs in gut 50 Minuten eine auf Dauer hypnotisch wirkende Atmosphäre, in der sich melancholische Schwermut, psychedelisch-poppige Arrangements, die Molltonarten bevorzugendes Songwriting und eine kerngesunde Indie Rock-Attitüde treffen und zum großen Ganzen verschmelzen. Stilistische Brüche, unvermutete Tempowechsel oder Stimmungsschwankungen werden tunlichst vermieden, sodass sich dem geneigten Hörer die Chance bietet, völlig in die wunderbar dahinfließende Musik, in den Chris Cacavas-Kosmos einzutauchen.

Der italienische Bassist Filippo Constanza und der deutsche Drummer Wieland Rochel sind dabei durchweg für Groove & Rhythmus tätig: locker pulsierend, stoisch treibend, flexibel rockend, wenn nötig. Mitunter verfeinern Kai Niedernberg mit Congas & Percussion oder - wie auf der endlos sehnsüchtigen Ballade 'Tell Me Everything' - Vicki Brown aus Cacavas' Geburtsstadt Tucson mit ästhetischen Geigenarrangements das in solchen Momenten durchaus fragile Klanggebilde. Bevor es dann mit knappen Rockern wie 'Loving Tree', dem wavigen 'I Bow Down' und dem lakonischen 'Who's Your Whore?' wieder etwas härter zur Sache geht. Besonders notiert werden muss die u.a. von der Band Shilf bekannte schweizer Sängerin Nadia Leonti, die Chris Cacavas gleich mehrfach bei seinen reich gestalteten Harmony Vocals unterstützt. Stilvoll und wunderschön, aber auch ein wenig speziell und sehr emotional. Das allerdings trifft letztlich auf alles bei diesem kleinen Meisterwerk Love's Been Discontinued zu!

Die CD-Version von Love's Been Discontinued ist ab sofort über unseren Mailorder und ab dem 25.09. auch über den regulären Handel zu beziehen, die LP (mit beiliegender CD) wird voraussichtlich ab 16.9. lieferbar sein.



VIDEO: Tell Me Everything
aus dem Album Love's Been Discontinued




29.8.

TOM GILLAM
Had Enough?


CD € 13,90
2-LP+CD
€ 24,90
Had Enough? Nein, natürlich nicht! Das wird wohl jeder Fan auf den "fishin' for compliments"-Albumtitel des beliebten Eastcoast-gone-Texas Rockers TOM GILLAM antworten. Kennt man allerdings seine ein paar Jahre zurückliegenden, massiven gesundheitlichen Probleme, dann mag die Frage auch ein wenig an sich selbst gerichtet sein. Nach drei schweren Herzattacken im Frühjahr 2006 hing sein Leben am seidenen Faden. Ganz klar, dass man nach so einem Schicksalsschlag alles neu ordnet und die Sinnfrage stellt. Hat er getan, hat er beantwortet: mit seinem 2007er Comebackalbum und gleichzeitigem Blue Rose-Labeldebüt Never Look Back, ausführlichem Touring mit dem Ergebnis der prächtigen Live-CD Play Loud... Dig Deep und einer völlig umgekrempelten Lebensweise, die fast einer Quadratur des Kreises nachkommt - extrem auf die Gesundheit achten und trotzdem rock'n rollen was das Zeug hält! Tom Gillams neuestes Studiowerk beweist eindrucksvoll, wie gut das funktionieren kann!!

Erst kürzlich ist Gillam aus seiner langjährigen Heimat Philadelphia nach Austin gezogen, hat einige Musiker seiner Band Tractor Pull wie z.B. Gitarrist/Produzent Joe Carroll mitgenommen und vor Ort lokale Sessionmusiker ergänzt. So hören wir jetzt Alan Durham (Dumptruck, Alejandro Escovedo, Michael Hall) an der Leadgitarre, Michael "Cornbread" Traylor (Escovedo, Beaver Nelson, Billy Joe Shaver, Walter Tragert) am Bass und Vicente Rodriguez (Sister Morales, Eric Hisaw) am Schlagzeug. Keine Frage, dass sich Gillam schnell eingelebt hat, der neue, erheblich wurzelnähere Texas Sound in seiner Musik ist wirklich unüberhörbar!

Tom Gillam erlangte bei uns zunächst auf Umwegen eine erste Randnotiz. Der beliebte Blue Rose-Künstler Joseph Parsons verpflichtete ihn als (Slide) Gitarristen für seine elektrische Begleitcombo, mit der er in den Jahren 2005 und 2006 gleich mehrfach auf Europa-Tournee ging, einen legendären Rockpalast-Gig bestritt und die formidablen Alben The Vagabond Tales und The Fleury Sessions einspielte. Dabei machte Gillam durch seine vitale Bühnenpräsenz, sein großes Talent als Gitarrist und nicht zuletzt durch seine sympathische Art gehörig auf sich aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt hatte der vermeintliche Sideman in den Staaten bereits drei eigene Alben veröffentlicht: das 1998er Debüt First Of All, Dallas (2001) und Shake My Hand (2004). Besagte Meilensteinplatte Never Look Back, eine Live-Tournee mit Tractor Pull und eine akustische Club-Visite mit Blue Rose-Act Todd Thibaud als Duo in 2008 taten ihr Übriges, um die Marke Tom Gillam hier noch stärker einzuführen.

'Real Thing' ist ein Kickstart, wie er besser kaum gelingen könnte: Unwiderstehlich vorwärts treibende akustische und elektrische Rhythmusgitarren, satter Druck von Bass und Drums, eine auf und ab jubilierende, zupackende Lead Guitar, ein permanentes Slide Solo und dann diese schnarrende, rohe, im positiven Sinn aggressive Stimme des Protagonisten - the real thing, fürwahr, kein anderer Titel wäre hier denkbar! Gleich danach ein Rückblick in die Vergangenheit, in der eben nicht immer alles so toll war, 'Ready To Begin' ist gleichzeitig eine Kampfansage an die Zukunft: "...tired of running in a race I can't win, tell the whole world that I'm ready to begin" heißt es im hymnenhaften Chorus, gespickt mit nicht enden wollenden Slidepassagen. Dann kommt 'Ride', ein garantierter künftiger Live-Hammer im Programm von Gillam und seiner Band Tractor Pull! Swampiger Roots Rock in Hochgeschwindigkeit, die Band kocht am Siedepunkt, als Stargast #1 bläst Guy Forsyth frenetisch in die Blues Harp und als Stargast #2 liefert Ed Jurdi von der Band Of Heathens einen grandiosen Beitrag am Wurlitzer Piano ab. R.o.c.k.t.!!

Midtempo-Power dann: 'Weary Game' und 'Tear In The Rain' sind nur zwei Beispiele für gleich mehrere höchst melodische, handwerklich souverän gestrickte Songs mit Tiefgang, Nachdruck und Wiedererkennungs-Killerrefrain. Die fünf-minütige Endlosschleifenballade 'Million Miles Away' kommt im Stil eines verschollenen Gregg Allman-Klassikers - da möchte man glatt die überwunden geglaubte Feuerzeugschwenkkultur wieder einführen! Der Titeltrack ist ein mean & dirty Boogie Rocker in Faces/Black Crowes-Manier, '(When You) Come Around' ein Breitwandhit zum Mitsummen inkl. Eagles'schen Ooohs & Aaahs.

Ja, Tom Gillam hat alles, was einen klassischen 70s-style Rocker ausmacht: Angefangen bei seinem Outfit mit langer Lockenpracht bis hin zum (damaligen Mainstream-) Gitarrensound Marke Joe Walsh meets Peter Frampton, ganz zu Schweigen von der Shouter-Attitüde eines Bob Seger, John Mellencamp oder (wieder) Joe Walsh. Es braucht auch nicht allzu viel Fantasie, um bei der oder anderen Nummer die späten Eagles, Poco und Tom Petty & The Heartbreakers zur Southern Accents-Phase herauszuhören. Bevor wir aber Tom Gillam mit solchen Retro-Assoziationen zum reinen Old School-Rocker abstempeln, sei gesagt, dass er mit dieser Mischung aus Roots Rock, Classic Rock und Country Rock auch ganz prächtig in die Americana-Jetztzeit passt und gar nicht so weit weg ist von all den Steve Earles, John Hiatts, Chris Knights, Reckless Kellys, Leeroy Staggers dieser Welt.

Am Ende ist es zeitloser, handgemachter, nach Vinyl und Schweiß riechender All American Rock'n Roll, wie er seit Urzeiten existiert und wie es ihn auch (hoffentlich!) auch in 50 Jahren noch geben wird. Es kommt halt auf den Frischegrad an und wie hoch das Feuer der Leidenschaft brennt - und da ist Tom Gillam mit Had Enough? voll dabei!

Had Enough? ist ab sofort über unseren Mailorder und ab dem 2.10. auch über den regulären Handel zu beziehen.



29.8.

BAND OF HEATHENS
One Foot In The Ether


CD € 13,90
LP+CD € 17,90
Keine Frage: Die BAND OF HEATHENS sind aktuell der mit Abstand aktivste Act auf dem Blue Rose Label! Gleich mehrfach sind sie in den letzten Monaten über den großen Teich gekommen, um sich in Europa vorzustellen. Die über die Maßen gut besuchten Auftritte reichen von Frelsdorf bis Ottersum, von der Blue Rose Christmas Party bis zum Orange Blossom Special-Festival in Beverungen oder - richtig international! - von London nach Amsterdam. Das nicht genug: Nur gut ein Jahr nach ihrem selbstbetitelten Studiodebüt auf Blue Rose legt die seit Lichtjahren beeindruckendste Band aus Austin, Texas bereits den Nachfolger vor. One Foot In The Ether beweist nachhaltig, wie unendlich kreativ das Quintett drauf ist, und dass es noch lange kein Halten geben wird in ihrem Weg "nach oben"!

Zur Erinnerung: BOH fanden vor drei Jahren eher zufällig im Momo's Club in Austin zusammen - drei gestandene Singer, Songwriter und Gitarristen, die allesamt den Frontmann machen können, technisch anspruchsvolle Soli an akustischen, elektrischen und Slide Gitarren beherrschen: Ed Jurdi, Gordy Quist, Colin Brooks. Anchorman und Bassist Seth Whitney und der etwas später hinzugestoßene, nun nicht mehr wegzudenkende Austin-Spitzendrummer John Chipman komplettieren das Line-Up. Mit dem zweiten lokalen CD/DVD-Release Live At Antone's wächst die allgemeine Aufmerksamkeit, zunächst in der Austin Community (die Band heimst Awards des Chronicles ein, wird zu Local Darlings), dann über die SXSW-Schiene bis nach Europa, wo Blue Rose nichts anbrennen lässt, um sie frühzeitig unter Vertrag zu nehmen. Bereits im Mai 2008 erscheint Band Of Heathens und schlägt - unterstützt von heftigem Touring - ein wie eine Bombe.

Was bei One Foot In The Ether sofort auffällt ist eine durchweg druckvolle musikalische Aussage mit zum Teil opulenteren Arrangements, zunehmend elektrischen Anteilen und einem wesentlich homogeneren Sound. Bis auf eine Coverversion von 'Look At Miss Ohio' (Gillian Welch/David Rawlings) haben die drei Kreativkräfte/Songschreiber diesmal alle weiteren 11 Tracks im Team komponiert: Jurdi, Brooks und Quist fügen dabei ihre typischen Autorenstile wie in einem Puzzle zusammen, sodass aus den vielen Teilen ganze Bilder entstehen. Bilder mit Rock'n Roll-Dynamik, Gospel-Flair, Soul-Farbe, R&B-Groove, Balladen-Power, Americana-Wissen. Und diese Einzelbilder wiederum werden mit einem geradezu traumhaft sicheren Gespür für die optimale Kopplung in Fluss gebracht - ein wahrer Strom aus Talent und Können, Leidenschaft und Hingabe, Anspruch und Ehrgeiz. Die Ambitionen sind offensichtlich, noch mehr als auf ihrem Debüt, wofür man songmäßig ja aus dem prallen Backkatalog der vergangenen Jahre schöpfen konnte, ein konsequent neues Werk zu schaffen, das die Erfolgsgeschichte fortschreiben soll und aus dem man für die nächsten 280 Live-Tage-pro-Jahr genügend potenten Stoff beziehen kann.

Vom Start weg besticht One Foot In The Ether durch die mittlerweile verbrieften BOH-Qualitäten. 'L.A. County Blues' ist ein lässiger, dabei engagierter Shuffle Rocker im Stil der frühen Little Feat. Mehrere elektrische Gitarren, Slide, Orgel und die konsequent griffige Rhythm Section von Bassist Seth Whitney und Drummer John Chipman, sowie die sich durch das gesamte Album ziehenden mehrstimmigen Gesangssätze bestimmen das Szenario, die bildhafte Leftfield-Poesie im Geist eines Hunter S.Thompson setzt dabei früh höchste Maßstäbe an die weiteren Lyrics! 'Say' und 'Shine A Light' sind positive Vibes ausstrahlende Clap-along-Nummern mit sämigem Gospelgesang und herrlich altmodischen Analog-Keyboards (Lowry Organ, Wurlitzer Piano). Wechselnde Lead Vocals, ein Lowell George-Gedächtnis-Slide Solo, an New Orleans-style Marching Bands gemahnende Drums & Percussion - weitere Zutaten, die besonders 'Shine A Light' praktisch aus dem Stand zu einem künftigen Crowdpleaser prädestinieren! 'Golden Calf' ist ein in intelligente, aufwühlende Worte verpackter Protestsong gegen Ignoranz und Wegschauen, der mit seinen "maschinenhaften" Soundscapes, der sägenden Slide und verfremdeten Vocals an die Art von Ry Cooder-Filmusiken wie Blue Collar und Blue City erinnert. Zur Erholung folgt das von Colin Brooks' Mandoline vorangetriebene Semi-Akustik-Stück 'What's This World', wo sich im Verlauf noch eine schöne Slide-Passage reinwindet und die Rhythm Section Fahrt aufnimmt; da kommen BOH den Resentments schon sehr nahe! 'You're Gonna Miss Me' ist einer dieser charakteristischen Little Feat-meet-Subdudes-style Boogie Stomper: Dobro, Klavier, Electric Slide, Lap Steel, Gospelgesang, New Orleans-Rhythmik, Cowbell, Handclaps - nearly perfect!! Mit seinen 6:12 Minuten eignet sich 'Somebody Tell The Truth' auch formal als Beispiel für die Jam Rock-Quote der Band: Jeder der drei Frontmänner bekommt sein Solo, seinen Spot im Rampenlicht, kann sich mit den anderen duellieren, um im Triple Guitar Sound von feister Orgel unterminiert, von Bass und Drums angeschoben, einem fulminanten Finale entgegenzusteuern. 'Look At Miss Ohio' wird in der ruhigen Art von The Band zelebriert, leise schmatzende, sich in famose Soli steigernde Gitarren, eine weit ausholende Lap Steel, flächige Orgelmuster und rollende Klavieruntermalung sowie die vielleicht einfühlsamsten Vocals ever von Gordy Quist wirken noch lange im Kopf nach.

Co-produziert von BOH mit Mark Addison (Borrowers, Ian Moore, Will Sexton, Guy Forsyth), der auch schon ihr 2006er Live-Debüt Live From Momo's abgemischt hatte. Ja, 2006... eigentlich gar nicht so lange her, aber was ist mit dieser Band seit jenen Anfangstagen alles passiert, welche gigantische Entwicklung haben sie genommen?!



28.8.

DRIVE-BY TRUCKERS
The Fine Print


CD € 13,90
2-LP € 20,90
Nach sieben Studioalben und einer personellen Zäsur vor etwa drei Jahren zieht eine der besten und wichtigsten Southern Rock/Americana Bands dieser Tage Bilanz: nicht einfach mit einer Best Of-Kompilation, sondern mit einem praktisch neuen Werk, das Outtakes, Alternativversionen und anderweitig Unveröffentlichtes von 2003-2008 enthält - 12 famose Tracks, die sich im durchweg eigenständigen Album The Fine Print (A Collection Of Oddities And Rarities 2003-2008) ganz prächtig zusammenfinden.

Ab 2003 hatten DRIVE-BY TRUCKERS aus Athens, Georgia das beneidenswerte Stadium der wenigen Rockbands erreicht, die einfach gar nichts mehr falsch machen können! Kontinuierlich feilten sie seit gut sechs Jahren an ihrer Legende der hippen "No Depression-Southern Rocker", die mit beispielloser Passion vermeintliche ideologische Gräben zwischen Lynyrd Skynyrd und Neil Young überbrückten, eine musikalische Liga schufen, in der sich die Black Crowes und Bottle Rockets mit Slobberbone, Black Oak Arkansas und den frühen Outlaws kongenial vereinten. Ihr epochales Album jener Zeit hieß Decoration Day und es war nicht nur das Labeldebüt auf New West/Blue Rose, sondern auch das erste mit einem neuen Mann, der sich als dritter Leadgitarrist, dritter Sänger und dritter Songautor vom Start weg fortan gleichberechtigt neben den Gründungsmitgliedern Patterson Hood und Mike Cooley behaupten sollte und auch auf den folgenden Veröffentlichungen gewichtige Akzente setzte: Jason Isbell! Dieses Kreativtrio war auch für die oftmals kongenialen Songs auf den beiden nächsten Werken verantwortlich: The Dirty South (2004) und A Blessing And A Curse (2006). Komplettiert wurde das Line-Up von der Rhythm Section um den langjährigen Drummer Brad Morgan und Shonna Tucker, die ab 2004 Earl Hicks am Bass ersetzte. Die Jahre 2006/2007 bedeuteten für die DBT die härteste innerbetriebliche Zerreißprobe. Jason Isbell brach schließlich aus, ging in seine Heimat Muscle Shoals zurück und machte sein Ding - wie wir heute wissen - mit großem Erfolg und auf weiterhin sehr hohem Niveau unter eigenem Namen als Jason Isbell & The 400 Unit. Nach einer längeren Auszeit bündelten die Rest-Truckers Mitte 2007 ihre Kräfte, verpflichteten den beständigen Freund und Gastmusiker John Neff als festes Mitglied für spezielle Saitenaufgaben von Pedal & Lap Steel bis zu diversen akustischen und elektrischen Gitarren, schoben Shonna Tucker mit ersten eigenen Songs und Lead Vocals mehr in den Vordergrund und setzten ihre Karriere mit dem vorzüglichen "Comeback"-Album Brighter Than Creation's Dark auf Re-Start!

Um The Fine Print nicht als Resterampe für fragwürdige Leftovers, sondern als vollwertige und eigenständige DBT-Scheibe in die Geschichte eingehen zu lassen, haben Patterson Hood & Co. keine Mühen gescheut. Die gesamte Brache wurde gesichtet, die 12 stärksten Songs ausgewählt und mit Haus- und Hofproduzent David Barbe überarbeitet: Da wo es nötig war, deutlich bis komplett, das heißt, DBT gingen sogar ins Studio, um Instrumentalparts oder Vocals neu einzuspielen oder Demos mit vollen Arrangements auszukleiden! Die 7 Tracks aus den The Dirty South-Sessions konnte man dagegen fast im Original verwenden - man war damals derart produktiv, dass sie schlicht nicht mehr aufs Album passten. Somit erleben wir auch ein höchst erfreuliches Wiederhören mit Jason Isbell - allein sein fast siebenminütiges 'TVA' lässt pures Gänsehautfeeling aufkommen! The Fine Print ist ein erstklassiges Album geworden, das alle über die vielen Jahre lieb gewonnenen Stärken der Band deutlich herausstellt: die formale Abwechslung mit verschiedenen Sängern, die stilistische Vielfalt von klassischem Southern Boogie, Alt.Country Rock, atmosphärischen Balladen, epischen Gitarrenbreitseiten und mean & dirty Kick-Ass Rock'n Roll, den fast literarischen Texten über das oft so schwierige Leben und die ganz speziellen Menschen im Süden der USA. Neben zwei Alternativversionen von 'Uncle Frank' und 'Goode's Field Road' hören wir gleich als Opener den Country Rock-Kracher 'George Jones Talkin' Cell Phone Blues' und gegen Ende eine unter die Haut gehende Acoustic/Solo Storyteller-Performance von Mike Cooley ('Little Pony And The Great Big Horse'). Dazwischen gibt es jede Menge Highlights: besagtes 'TVA' natürlich, der bedrohliche, mit typischem Patterson Hood-Sprechgesang vorgetragene Krimi 'The Great Car Dealer War', das im Neil Young'schen Electric/Schunkel/Boogie Groove dahintrabende Weihnachtslied (!!) 'Mrs. Claus' Kimono' oder 'When The Well Runs Dry', eine zweite Jason Isbell-Killernummer. Es kommt fast einem "Verbrechen" gleich, sie jetzt erst hören zu dürfen! Ja, und dann gibt es sogar noch vier Coverversionen, immerhin eine echte Rarität bei den Drive-By Truckers: Pedal Steel-getränkter Country Rock auf 'Mama Bake A Pie (Daddy Kill A Chicken)' von Tom T. Hall, eine rough & raunchy Fassung von Tom Petty's 'Rebels' (Southern Accents), große Rock History in Form von Bob Dylan's 'Like A Rolling Stone', bei dem Patterson Hood, Shonna Tucker, Jason Isbell und Mike Cooley je eine Strophe singen, sowie 'Play It All Night Long', eine tierisch triple-guitar-rockende Hommage an Warren Zevon (und damit - wie passend - automatisch auch an Lynyrd Skynyrd): "...'Sweet Home Alabama', play that dead man's song, turn those speakers up full blast, play it all night long..."

The Fine Print ist ab 4.9. über unseren Webshop und auch im gut sortieren und auf gute Musik wert legenden Handel erhältlich.



21.8.

DELBERT McCLINTON
Acquired Taste


CD € 13,90
2-CD € 19,90
Hoch in den 60ern gelingt dem alten Haudegen DELBERT McCLINTON nochmals - wie schon so oft zuvor - eine interessante Karrierewendung mit seinem ersten neuen Studioalbum nach vier Jahren, Acquired Taste. Es war zuletzt etwas ruhig geworden um den weißen Roots'n Blues'n Americana-Shouter, der es sich im neuen Millennium mit einer Serie von kommerziell erfolgreichen und hoch dekorierten Veröffentlichungen auf New West/Blue Rose vielleicht ein wenig zu gemütlich einrichtete. Am Ende war die Inspiration abhanden gekommen und es benötigte immerhin den Luxusproduzenten Don Was, um McClinton den nötigen Kick für ein solch außergewöhnlich starkes Werk wie Acquired Taste zu vermitteln.

Es ist ja nicht das erste Zusammentreffen von Was und McClinton! Nachdem der bereits 1991 indirekt für McClintons Grammy-Debüt mitverantwortlich war, es gab die begehrte Auszeichnung für 'Good Man Good Woman', ein Duett mit Bonnie Raitt, in der Kategorie "Best Rock Performance by a Duo or Group", produzierte er ein Jahr später Never Been Rocked Enough. Für viele Fachleute gehört dieses Album zu den absoluten Highlights in McClintons umfangreicher Diskographie, die bis heute etwa 20 Platten beinhaltet, zahlreiche Kopplungen und Best Of-Sammlungen seiner verschiedenen Labels gar nicht mitgezählt.

Eine erste frühe Erwähnung findet McClinton bereits 1962 als Harmonikaspieler auf Bruce Channels Hit 'Hey Baby'. Es geht die Sage, dass er mit seinem Solo den jungen John Lennon massiv beeinflusst habe. Immer schon mehr der Blues-Seite amerikanischer Roots Music zugewandt spielte er in seiner texanischen Heimat zwischen Lubbock und Fort Worth mit Sonny Boy Williamson, Jimmy Reed und lokalen Acts wie den Ron-Dels, Straightjackets und Bobby Crown & The Kapers. Anfang der 70er zog es ihn mit seinem langjährigen musikalischen Partner Glen Clark nach Los Angeles (Delbert & Glen), bevor er fortan - zurück in Houston - LPs am Fließband für ABC, Capricorn, Capitol, Alligator, Curb, Mercury und MCA aufnahm. Schon in diesen Dekaden besaß er für Kritiker und Musikerkollegen absoluten Kultstatus. Weit vor heute gängigen Genrebezeichnungen wie "Americana" oder "Roots Rock" ließ er auf seinen Platten Blues und Country, Rock'n Roll und Texas Roadhouse, blue-eyed Soul Pop und R&B-Balladen auf betont lässig wirkende Art und Weise verschmelzen, verbunden durch seine Bands mit durchweg erstklassigen Musikern und getragen von seiner originellen und leicht wiederzuerkennenden Shouter-Stimme!

McClintons in jeder Weise (Musik, Erfolg, Label, Band) konstanteste Schaffensphase beginnt 2001 mit der New West/Blue Rose-Ära, die bis heute anhält. Das 2001er Labeldebüt Nothing Personal erhält einen Grammy als "Best Contemporary Blues Album", ebenso wie in 2005 Cost Of Living in der Sparte "Best Contemporary Blues Recording". Dazwischen halten Room To Breathe (2002) und das Doppel-Werk Live (2003) Niveau und Erfolg hoch, wenngleich künstlerische Überraschungen, Produktionsveränderungen oder gar eine musikalische Wendung ausbleiben. Aber Delbert McClinton ist über die Jahrzehnte unantastbar geworden, er gehört zu den so genannten "national treasures", denen in den Staaten auf ewig die Treue gehalten wird, egal was passiert.

Es war New West-Labelboss Cameron Strang höchstpersönlich, der den erneuten Kontakt zwischen Don Was und Delbert McClinton initiierte. Was hatte 2006 mit der Produktion von This Old Road des New West-Kollegen Kris Kristofferson mal wieder ganze Arbeit geleistet und für Bob Dylan, Brian Wilson, die Rolling Stones, Waylon Jennings, Paul Westerberg, Randy Newman, Willie Nelson, Black Crowes, Bonnie Raitt mehrfach nachgewiesen, dass er mit einem tiefen Respekt vor dem Lebenswerk alter Heroen, aber auch mit einer gewissen Unbekümmertheit dichter an die Künstler herankommt als manch anderer und sie deshalb zu ungeahnten Höchstleistungen anspornen kann. Was im Fall von Delbert McClinton bedeutet: Die Inspiration ist wieder da, die Texte sind roher, der Sound direkter und die Stimme bluesig-authentischer, die Balladen kommen süffiger, die Gesamtatmosphäre wirkt verschwitzter als zuvor. Kurzum: Herz & Seele & Sex sind in Delbert McClinton's Musik zurückgekehrt!

Dick 50 ist nur der neue Name für McClintons alte Begleitband: Kevin McKendree an den Tasten und vereinzelt als zusätzlicher Gitarrist, Leadgitarrist Rob McNelley (Allison Moorer, Scott Miller) sowie die Rhythm Section Steve Mackey (Bass) und Lynn Williams (Drums), die schon mit Lee Roy Parnell, Danny Flowers, Flaco Jimenez u.v.a. gespielt hat. McClinton selber spielt akustische Gitarre und bläst auch das ein oder andere Mal die Blues Harp - grandios. Gäste auf ausgesuchten Tracks sind z.B. The Waters (Vocal Chorus), Tom Hambridge (Drums), Scott Taylor (Sax) und - last not least - der große Freund aus Delbert & Glen-Zeiten, Gitarrist Stephen Bruton, der kürzlich seinem Krebsleiden erlag. Seine Electric Slide auf 'Can't Nobody Say I Didn't Try' lässt noch einmal die Nackenhaare aufrichten! Alle 14 Tracks stammen ganz oder zum Teil aus der Feder des Meisters, Co-Writer sind u.a. Gary Nicholson, Guy Clark, Anson Funderburgh, Al Anderson und einige Bandmitglieder.

Die Deluxe-Ausgabe enthält eine Live-DVD mit sechs Stücken eines Austin City Limits-Mitschnitts vom 29. Oktober 1992. Delbert McClinton mit Big Band-Besetzung inklusive Bläsersection und... Stephen Bruton an der elektrischen Gitarre. Ein feines Andenken!

Acquired Taste ist ab sofort über unseren Webshop und im gut sortieren und auf gute Musik wert legenden Handel erhältlich.



11.07.

BOTTLE ROCKETS
Lean Forward


CD € 13,90
Prächtig in Form und regelrecht angriffslustig beweisen die BOTTLE ROCKETS aus St.Louis mit ihrer brandneuen Studioscheibe, dass sie auch heute noch zu den wichtigsten Akteuren des amerikanischen Gitarrenrock-Genres zählen. Jene Art Guitar Rock, die je nach Bedarf und Laune mal mit Alt.Country, dann mit Punkelementen oder einfach mit dem immer gültigen Einmaleins des großen Neil Young & Crazy Horse-Lehrbuchs angereichert wird. Lean Forward heißt das ersehnte Werk, auf das die Fans drei Jahre warten mussten. Dass dieses "Vorbeugen" auch ein "vorwärts in die Vergangenheit" beinhaltet, dürfte hier für zusätzliche Begeisterung sorgen!

Denn Lean Foward bedeutet die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit der Band mit ihrem langjährigen 90er Jahre-Produzenten, dem berühmten Eric "Roscoe" Ambel. Genau ein Jahrzehnt ist es nämlich schon her, dass er mit ihnen Brand New Year auf die Beine stellte, für viele Beobachter das letzte konsequent harte Gitarrenrock-Brett der Bottle Rockets. In jedem Fall das letzte in einer beeindruckenden Serie von famosen Ambel-Produktionen. Als es damals darum ging, den mühsam aber stetig errungenen Erfolgsweg weiter auszubauen, folgte um die Jahrtausendwende allerdings eine Phase mit Auflösungserscheinungen, internem Bandfrust, Labelschwierigkeiten und kreativen Sackgassen. Es ging es in vielerlei Hinsicht mit der Gruppe bergab.

Das Quartett aus St.Louis existiert seit Anfang der 90er in unterschiedlichen Besetzungen, nur die beiden Gründungsmitglieder Brian Henneman (Guitar, Lead Vocals, Chef) und Drummer Mark Ortmann sind nahtlos bis heute dabei. Mit ihrem Starter Bottle Rockets sorgten sie 1993 für Aufregung, präsentierten sie doch eine ganz eigene Mischung aus Country Rock, Guitar Rock, Southern Boogie, Cowpunk und Trucker Flair - übrigens etliche Jahre vor den Drive-By Truckers und Slobberbone! Und geraume Zeit bevor die Modebegriffe No Depression und Alt.Country Einzug in den Medien hielten. Die folgenden, in enger Zusammenarbeit mit Produzent/Gitarrist Eric Ambel entstandenen Alben The Brooklyn Side (94) und 24 Hours A Day (97) stabilisierten ihren Ruf als laute Rock'n Roller mit klasse Songs und höheren Ambitionen, beide kamen sogar auf Atlantic Records heraus. Nach Problemen mit dem Major Label veröffentlichten die Bottle Rockets Ende 98 ein ruhiges Miniintermezzo (Leftovers) und starteten ein Jahr später mit dem fulminanten Blue Rose-Debüt Brand New Year wieder so richtig durch! Anfang 2002 erschien das letzte Album in der alten Formation, Songs Of Sahm (auch auf Blue Rose), ein origineller Tribut an Doug Sahm (Sir Douglas Quintet) mit 13 seiner bekanntesten Songs, darunter Gassenhauer wie 'Mendocino'. Die von Warren Haynes (Gov't Mule) produzierte 2003er CD Blue Sky kann man stilistisch und personell als eine Art Übergangsplatte betrachten: die Bottle Rockets - nachdenklicher, subtiler, leiser als je zuvor und kurz vor einem umfassenden Karrierecheck.
Die Rückbesinnung auf alte (Rock-) Werte geschah einvernehmlich mit Blue Rose in einer erneuten Kooperation. Zunächst kamen Brian Henneman, Mark Ortmann und die beiden neuen Männer an Gitarre (John Horton) und Bass (Keith Voegele) auf Tournee in unsere Breiten. Neben vielen begeisterten Fans hinterließen sie in 2006 ein fulminantes Livedokument in Form einer Doppel-CD mit 27 Songs und zwei Videos - Live Heilbronn! Den wiedererlangten Schwung nahmen sie mit ins Studio und veröffentlichten dann auf Zoysia 2006 ihr erstes eigenes neues Material in dieser Dekade!

Lean Forward macht dort nahtlos weiter und legt mit dem altbewährten, knackig-schnörkellosen Eric Ambel-Sound noch einige Schippen drauf. "The Long Way", der erste Track, besitzt gleich alle Qualitäten der besten Bottle Rockets-Nummern: fetzige elektrische Gitarren, ein höllisches Tempo, markante Brian Henneman-Vocals, ein gnadenloser Beat - nach nur 3:23 Minuten ist der Orkan vorbei. Es folgen der melodische, mit herrlichen Keith & Ron-Licks durchsetzte Rocker "Shame On Me" und "Nothin' But A Driver", ein urgewaltiger einriffiger Kracher mit dreckigsten Gitarren von Henneman, Horton und Ambel. "Hard Times" ist purer Midwest Hard Rock mit Electric Twin Lead Soli im Break, bevor "Done It All" eine eher lässige Roots Rock-Gangart einschlägt. Es ist der erste Song von Bassist Keith Voegele und mit der semiakustisch/elektrisch aufgebauten Ballade "Open Your Eyes" folgt sein zweiter gleich darauf. "Kid Next Door" startet mit einem Schwall von Henneman-Lyrics inmitten mehrerer Gitarren, die sich ganz langsam übereinander verdichten und ein brodelndes Fundament schaffen, sphärische Keyboards und die Rhythm Section kommen hinzu, aber am Ende bleibt die erwartete Eruption einfach aus - cool!

"Way It Used To Be" ist classic Bottle Rockets, wie es am Reißbrett nicht besser entwickelt werden könnte: Es rockt völlig losgelöst an allen Ecken und Enden, von vorn bis hinten, es rockt der Henneman-Gesang, es rocken mindestens drei Gitarren, es rocken Bass und Drums - 2:47, keine Sekunde mehr braucht's dafür! Mit den nächsten Stücken stellt die Band ihr ganzes Americana & Roots Rock-Wissen unter Beweis. Auf "Get On The Bus" hören wir ungemein temperamentvollen elektrischen Folk Rock mit Slide Guitar und Mandoline von John Horton sowie Fiddle von Joe Flood. "Slip Away" kommt mit souliger Orgel und Memphis Beat, die Ballade "Solitaire" erinnert in Aufbau und Atmosphäre an "Willin" von Lowell George. Das kurze, von funky Guitars und einem treibenden R&B-Beat bestimmte "Give Me Room" beschließt ein starkes Bottle Rockets-Album, auf dem das Quartett zusammen mit Produzent Eric Ambel und Gastmusikern wie Joe Flood, den Keyboardern Jim Duffy und Rob Arthur, Mark Spencer am E-Piano und Sammy Merendino mit Percussion ein harmonisch funktionierendes Team bildet und einen nachhaltig engagierten und ambitionierten Eindruck hinterlässt.

Lean Forward ist ab sofort über unseren Webshop und ab dem 24.7. auch im gut sortieren und auf gute Musik wert legenden Handel erhältlich.